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01.06.2018, 11:46

Torwart der Washington Capitals im kicker-Interview

Grubauer: "Der Zusammenhalt ist jetzt anders"

Philipp Grubauer hat in diesen Tagen die Chance, als vierter Deutscher nach Uwe Krupp, Dennis Seidenberg und Tom Kühnhackl, auf dem Stanley Cup verewigt zu werden. Hierfür benötigt der Torwart der Washington Capitals noch drei Siege im Stanley-Cup-Finale gegen die Vegas Golden Knights (Serien-Stand 1:1). Mit dem kicker sprach der 26-jährige Rosenheimer über den Teamgeist bei den Caps, die Stimmung in Las Vegas und seine persönliche Zukunft.

Philipp Grubauer
Kommt er nochmal zum Einsatz? Philipp Grubauer wäre bereit.
© imagoZoomansicht

In der regulären Saison machte Grubauer 35 NHL-Spiele (2,35 Gegentore/Spiel, 92,3 Prozent Fangquote) und damit mehr als jemals zuvor. Der 26-Jährige ging sogar als Starter in die Play-offs, verlor seinen Stammplatz aber nach zwei Partien (4,57 Gegentore/Spiel, 83,7 Prozent Fangquote), die jeweils in der Overtime verloren gingen (3:4 n.V. und 4:5 n.V. gegen die Columbus Blue Jackets), wieder an Braden Holtby. Mittlerweile sind die Capitals bis ins Stanley-Cup-Finale vorgerückt. Gegen die Golden Knights entführte Washington einen Sieg aus Las Vegas (4:6, 3:2) - nun wechselt die Serie in die Hauptstadt.

kicker: Sie sind als Starter in die Play-offs gegangen, danach ist es ein wenig bitter für Sie gelaufen. Wie haben Sie es gesehen?

Grubauer: Ich war ein bisschen an der kurzen Leine. Das erste Spiel haben wir unglücklich in der Overtime verloren. Beim zweiten Spiel hat mich der Coach nach einem Gegentor ausgewechselt. Natürlich hätte ich gerne weitergespielt oder zumindest die Chance bekommen. So läuft es eben. Der Trainer entscheidet, was am besten für die Mannschaft ist und er hat diese Entscheidung getroffen. Ich muss mich jetzt vorbereiten. Man weiß nie, was passiert - vielleicht ist es beim nächsten Spiel schon wieder anders.

kicker: Wie ist Ihre bisherige Erfahrung vom Stanley-Cup-Finale?

Grubauer: Ich glaube, dass wir ganz gut dabei sind. Wir haben gelernt, wie wir spielen müssen, damit wir dieses Team schlagen können. Wir müssen Gas geben, präzise Pässe und einfach hart spielen.

Die Hälfte der Fans weiß nicht einmal, was Icing oder Abseits ist.

kicker: Warum ist es so schwer, gegen die Golden Knights zu spielen?

Grubauer: Sie machen viel Druck. Wenn du aus deiner eigenen Zone raus willst, gehen sie mit ein, zwei Spielern sofort drauf. Wenn die Pässe da nicht sauber aufs Tape kommen, dann ist es schon schwer, rauszukommen oder die Scheibe überhaupt ins gegnerische Drittel zu bringen. Sie sind auch extrem schnell, spielen mit allen vier Reihen und wechseln sehr schnell durch, um immer frisch zu sein. Wir müssen einfach unser Spiel machen.

kicker: Die Stimmung in Vegas war unfassbar. Was bekommen Sie davon auf dem Eis mit?

Grubauer: Es geht ja schon beim Warm-up los: Zirkus, Zirkus beim Aufwärmen! Es ist natürlich eine bombastische Stimmung, aber als Mannschaft versuchen wir uns natürlich, auf Eishockey zu fokussieren. Ich glaube, die Hälfte der Fans weiß nicht einmal, was Icing oder was Abseits ist. Für die ist einfach nur die Show wichtig. Natürlich macht es aber auch Spaß, hier zu spielen. Es ist ein Spektakel über 60 Minuten. Aber als Mannschaft musst du fokussiert bleiben und dein Ziel im Auge behalten.

Wir können es kaum erwarten, in Washington zu spielen.

kicker: Die Serie wechselt jetzt nach Washington. Wie ist die Stimmung dort?

Grubauer: In den letzten drei, vier erfolgreichen Jahren ist die Stadt mehr zusammengewachsen und eine Eishockey-Stadt geworden. Und jetzt auch in den Play-offs, nachdem wir Pittsburgh geschlagen haben, sind es immer mehr Fans geworden. Bevor wir nach Vegas geflogen sind waren 6000 bis 7000 Fans beim Training dabei. Das ist schon bombastisch. Wir können es kaum noch erwarten, bis wir wieder in Washington spielen.

kicker: In den bisherigen Play-offs waren Sie allerdings auswärts stärker als zu Hause. Woran liegt das?

Grubauer: Vielleicht hat es vor den eigenen Fans etwas mit Schönspielerei zu tun. Da wollen wir immer noch einen Pass spielen. Wir mögen es, auswärts zu spielen, aber daheim ist es eigentlich schöner. Wir haben auch zu Hause eine gute Chance.

In den Play-offs ist jedes kleine Detail wichtig.

kicker: Sie sind ein sehr ehrgeiziger Spieler. Inwiefern hat man im Hinterkopf, dass man im Stanley-Cup-Finale vielleicht noch einmal zum Einsatz kommen könnte?

Grubauer: Man bereitet sich jeden Tag darauf vor. Aber im Endeffekt musst du deine Rolle auch akzeptieren. Egal ob es Fußball, Tennis oder Handball ist - keiner möchte als Sportler auf der Bank sitzen und zuschauen. Du musst also auch deine Emotionen unter Kontrolle halten. Ich unterstützte das Team natürlich. Auch wenn ich nicht spiele, versuche ich, dass ich den Jungs weiterhelfen kann, selbst wenn es nur das Auffüllen einer Wasserflasche ist, dann mache ich das natürlich.

kicker: Bei den Capitals scheint ohnehin ein großartiger Teamgeist zu herrschen oder täuscht dieser Eindruck?

Grubauer: Wir haben aus den letzten zwei Jahren gelernt. Ich glaube, dass wir vom Können her in den letzten beiden Jahren eine bessere Mannschaft hatten als jetzt. Aber der Zusammenhalt ist jetzt anders. Wir haben viel Spaß in der Kabine. Auch wenn wir einen freien Tag haben, sind wir immer zusammen und haben Spaß. Das ist auch wichtig. Es gibt keine Einzelgänger, wir sind immer mit der Gruppe unterwegs. Es ist eine Familie hier. Das ist ein Grund, warum wir so erfolgreich sind. Du musst über 60 Minuten als eine Einheit spielen. Wenn du fünf Spieler hast, die vom Kopf her nicht dabei sind, dann hast du schon keine Chance mehr. In den Play-offs ist jedes kleine Detail wichtig.

Es wäre schön, mehr zu spielen.

kicker: Ihr Vertrag läuft in diesem Sommer aus, wie sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Grubauer: Ich kann leider nichts sagen, weil es nicht in meiner Hand liegt, zumal die Rechte noch bei den Capitals liegen. Das macht alles mein Manager. Natürlich wäre es schön, mehr zu spielen. Egal ob in Washington oder woanders.

kicker: Schauen Sie schon auf andere Klubs und wo vielleicht ein Starter-Platz frei werden könnte?

Grubauer: Natürlich hat man schon während der Saison ein Auge auf die anderen Torhüter und wie die so spielen. Aber ich schaue jetzt nicht gezielt, wo es am besten für mich wäre, zu spielen. Das wird sich im Sommer alles von selbst ergeben. Ich fokussiere mich jetzt erstmals nur aufs nächste Spiel. Man weiß ja nicht, ob ich doch noch zum Einsatz komme. Alles was nach der Saison ist, werde ich dann mit meinem Agenten und dem Manager besprechen und dann schauen wir mal, wo es hingeht.

Interview: Christian Rupp

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© Getty Images/ picture alliance

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