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25.05.2018, 22:40

Vorschau Stanley-Cup-Finale: Golden Knights in der Analyse

Tempo, Härte und Fleury sprechen für Vegas

In der Nacht von Montag auf Dienstag (2 Uhr MESZ) startet das Stanley-Cup-Finale in der NHL. Mit den Vegas Golden Knights und den Washington Capitals treffen sich zwei enorm defensivstarke Mannschaften mit gutem Teamgeist. Für die Knights könnte der Heimvorteil, die Hockey-DNA und Play-off-Monster Marc-André Fleury den Unterschied ausmachen. Eine Vorschau...

Die Vegas Golden Knights
Hatten bislang viel zu feiern: NHL-Neuling Vegas Golden Knights.
© imagoZoomansicht

Der Weg ins Finale

In nur 15 Spielen - und damit vier weniger als Washington - zogen die Golden Knights ins Stanley-Cup-Finale ein. Dabei setzte sich Vegas gegen drei Mannschaften mit jeweils verschiedenen Eishockey-Philosophien durch: 4:0 gegen die physisch starken Los Angeles Kings, 4:2 gegen die schnellen und aggressiven San Jose Sharks sowie 4:1 gegen die offensivstarken und wuchtigen Winnipeg Jets. Auffällig: Die Knights verloren kein einziges Play-off-Heimspiel in der regulären Spielzeit (6-0-1). Die schon vor der Saison zur Festung ernannte T-Mobile Arena wurde auch in der Endrunde ihrem Namen gerecht und bietet den Fans neben packendem Eishockey auch die beste Show in der NHL.

Hockey-DNA: Schnell und aggressiv

Vegas-Trainer Gerard Gallant lässt einen aufwändigen und laufintensiven Stil spielen. In allen drei Zonen wird viel geskatet und hart gegen den Körper gespielt. Schnelle Breakouts aus dem eigenen Drittel, überfallartiges Umschaltspiel in der neutralen Zone sowie brutal aggressives Forechecking im Offensivdrittel lassen dem Gegner zu keiner Sekunde Luft zum Atmen. Die durchaus kräftezehrende Philosophie lohnt sich, das bestätigen auch die Zahlen: 159 Takeaways (10,6 pro Partie) sind der Bestwert in den Play-offs 2018. Auch die Tore fallen meist nur wenige Sekunden nach der Puck-Eroberung und nicht nach langen Passkombinationen. Gleichzeitig wird der Gegner durch den Druck regelrecht aufgerieben.

Jonathan Marchessault
Topscorer der Golden Knights: Jonathan Marchessault.
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Offensive: Brandgefährliche 1. Reihe

Den Golden Knights reichen meist nur wenige Tore zum Sieg. Anders ist es nicht zu erklären, dass Vegas mit der nur neuntbesten Offensive im Wettbewerb (2,87 Tore/Spiel) bis ins Stanley-Cup-Finale vordringen konnte. Die meiste Gefahr geht von der Top-Sturmreihe um Jonathan Marchessault (8 Tore/ 10 Assists/ 18 Scorerpunkte), William Karlsson (6/7/13) und Reilly Smith (2/14/16) aus. Die Paradelinie sorgte bereits für 16 Tore, 31 Assists und 47 Scorerpunkte. Ebenfalls viel Scoringtouch bringt die zweite Formation mit. Zum eingespielten Duo James Neal (4/5/9) und Erik Haula (3/4/7) wurde zuletzt mit Alex Tuch (6/3/9, 20,27 Prozent Schusseffizienz) ein neuer Außenstürmer hinzugefügt, der für noch mehr Produktivität sorgen soll.

Die Bottom-Six-Reihen Carpenter/Eakin/Perron sowie Nosek/Bellemare/Reaves nehmen vor allem Shutdown-Rollen ein. Vegas' Secondary Scoring ist noch ausbaufähig - nur die drei Top-Stürmer lieferten bislang eine zweistelle Scorerpunkte-Zahl. Für Gefahr von der blauen Linie sorgten Shea Theodore, Nate Schmidt, Brayden McNabb und Colin Miller mit je zwei Treffern.

Defensive: Nur 1,8 Gegentore pro Spiel

Gegen die Knights zu treffen, ist unglaublich schwer. Vegas stellt mit nur 1,8 Gegentoren/Spiel die zweitbeste Abwehr in der Endrunde. Diese profitiert zum einen von der guten Defensivarbeit der Stürmer und zum anderen von einem sehr körperbetonten und harten Spiel gegen den Mann (39,7 Hits/Spiel). Alle sechs Verteidiger haben Shutdown-Fähigkeiten, allen voran McNabb und Kapitän Derryk Engelland, die zuverlässig hinten abräumen. Zusätzlich sind die Golden Knights bereit, sich zu opfern und blocken viele Schüsse (19,1 Blocks/Partie).

Starker Rückhalt: Vegas-Goalie Marc-André Fleury.
Starker Rückhalt: Vegas-Goalie Marc-André Fleury.
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Goalie: Fleury, der Schlüsselspieler

Im Tor steht mit Marc-André Fleury das ultimative Play-off-Monster: Der Goalie kann mit einem Gegentorschnitt von 1,68, einer Fangquote von 94,7 sowie vier Shutouts übermenschliche Werte vorweisen und spielt sich regelmäßig in einen Rausch. Zudem ist der 33-jährige Kanadier auch mental gefestigt wie kaum ein anderer, strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. So machte der Keeper während eines Spiels bei der Laola-Welle mit, zog viel Energie aus den Schmähgesängen gegnerischer Fans, kitzelte einen Gegenspieler bei einem Handgemenge im Nacken und lässt nach Paraden seine weißen Zähne durch die Maske blecken. "Das ist Fleury", zeigt sich auch sein Trainer verwundert. "Ich schwitze auf der Bank, schreie mir die Seele aus dem Leib und dann sehe ich ihn zwischen den Pfosten stehen und er hat einfach Spaß." Nicht nur seit diesen Szenen, sondern schon die ganze Saison ist Fleury der absolute Publikumsliebling in Las Vegas und der alles entscheidende Schlüsselspieler für die Golden Knights. Schon dreimal konnte Fleury den Stanley Cup gewinnen (2009, 2016, 2017, jeweils mit den Pittsburgh Penguins). Blüht der Goalie erneut auf, winkt Nummer vier.

Special Teams: Stark in Unterzahl

In Sachen Special Teams haben die Knights Stärken und Schwächen. Beeindruckend ist das Penalty Killing mit 82,5 Prozent Erfolgsquote (4.). Dieses dürfte gegen das brutale Powerplay der Capitals (28,8 Prozent) auf eine harte Probe gestellt werden. Disziplin wird ein großer Faktor sein - ein Ritt auf der Rasierklinge angesichts der harten Spielweise. Bislang kommt Vegas in den Play-offs auf 11:03 Strafminuten pro Spiel - ein Wert, der gegen Washington wohl zu hoch sein könnte.

Das Powerplay der Golden Knights hat noch viel Luft nach oben. Gerade einmal 17,6 Prozent der Überzahl-Möglichkeiten münzt Las Vegas in ein Tor um. Die "Go-To-Guys" heißen Tuch (drei Powerplay-Treffer) und Marchessault (sechs Scorerpunkte in Überzahl).


kicker-Tipp: Die Reise der Vegas Golden Knights kommt bislang einem Märchen gleich. Schafft der NHL-Neuling tatsächlich das ultimative Wunder und gewinnt in seiner ersten NHL-Saison überhaupt gleich den Stanley Cup? Damit der ganz große Wurf gelingt, muss Fleury seine Form konservieren und das schnelle, aggressive Spiel gegen die ebenfalls defensivstarken und gnadenlos effektiven Caps anschlagen.

Christian Rupp

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© Getty Images/ picture alliance

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Vereinsdaten

Vereinsname:Vegas Golden Knights
Gründungsdatum:22.06.2016
Internet:www.nhl.com/goldenknights


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