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13.05.2018, 22:49

Eisenschmid sorgt für Prestigeerfolg

Nach 25 Jahren: DEB-Team besiegt Finnland

Erstmals seit 25 Jahren hat die deutschen Nationalmannschaft wieder einen WM-Erfolg gegen Finnland gefeiert. Schon in regulären Spielzeit hatte das DEB-Team bis kurz vor Schluss mit 2:1 geführt. Nach dem späten Ausgleich erzielte Markus Eisenschmid in der Overtime das Siegtor.

Sturm: "Schritt in die richtige Richtung"

Matthias Plachta, Björn Krupp, Jonas Müller (v.li.)
Feierten einen Prestigesieg gegen Finnland: Björn Krupp (Mi.) und das DEB-Team.
© imagoZoomansicht

Das deutsche Nationalteam landete ungeachtet des Verpassens des Viertelfinals bei der WM einen Coup: Mit dem 3:2 nach Verlängerung gegen den zweimaligen Weltmeister feierte der neuformierte Olympia-Zweite völlig überraschend - nicht zuletzt dank des starken WM-Debütanten Mathias Niederberger im Tor - den ersten WM-Sieg über den zweimaligen Champion seit 25 Jahren. Am Sonntag in Herning belohnte sich die Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm vor 5.077 Zuschauern dank der Treffer von Nordamerika-Stürmer Frederik Tiffels (26. Minute), Verteidiger Björn Krupp (39. Minute) und Markus Eisenschmid nach zwei Minuten der Verlängerung für eine insgesamt starke Leistung.

"Das tut gut. Es war ein guter Schritt in die richtige Richtung. Mir hat gefallen, wie wir zusammen gespielt haben", sagte Sturm. Zweieinhalb Monate nach dem dramatisch verlorenen Finale von Pyeongchang darf die Auswahl dank der bislang besten Turnierleistung doch noch auf ein versöhnliches Turnier-Ende in Dänemark hoffen. "Ich bin überglücklich. Das ist eine Klasseleistung", sagte Goalie Niederberger. "Gegen so einen Großen muss alles passen. Heute haben wir alle dafür gearbeitet", meinte Verteidiger Korbinian Holzer.

Zweieinhalb Monate nach dem dramatisch verlorenen Finale von Pyeongchang darf die Auswahl dank der bislang besten Turnierleistung doch noch auf ein versöhnliches Turnier-Ende in Dänemark hoffen.

Tolvanen trifft früh - Tiffels kontert

Die letzte realistische Chance auf das dritte WM-Viertelfinale unter Sturm hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds am Samstag mit dem 1:3 gegen Lettland verspielt. Als kaum einer mehr mit dem zweiten Vorrundenerfolg rechnete und es vor allem darum ging, sich mit Anstand aus dem Turnier zu verabschieden, sammelte das verjüngte Nationalteam mächtig Selbstvertrauen für das abschließende Vorrundenspiel. Am Dienstag (16.15 Uhr) trifft Deutschland noch auf den 26-maligen Weltmeister Kanada.

Zwar überwand Eeli Tolvanen schon in der 3. Minute den Düsseldorfer Goalie Niederberger, der als zehnter deutscher WM-Debütant diesmal Sturms Vertrauen bekommen hatte. Nach schwierigen Anfangsminuten kam der Außenseiter aber besser ins Spiel und ließ sich auch vom späten Ausgleich durch Sebastian Aho (58.) nicht schocken. Zuletzt hatte ein deutsches Team 1993 in Dortmund bei einer Weltmeisterschaft gegen die Eishockey-Top-Nation gewonnen.

Mathias Niederberger (#35)
Die deutschen Spieler freuen sich über den Sieg gegen Finnland.
© imagoZoomansicht

Zuvor hatte das Turnier aufgezeigt, wie schwierig der Umbruch im deutschen Eishockey nach der Sensation von Pyeongchang ist und die Stimmung war gedrückt gewesen. "Jetzt ist ein neuer Abschnitt, und man braucht eine gewisse Zeit. Wir müssen jedes Jahr hart kämpfen um Plätze und Punkte. Das wird sich in naher Zukunft nicht ändern", sagte Sturm, bevor auch ihn wohl seine Jungs überraschten.

Der Umbruch war groß und Sturm hatte selbst nicht mit insgesamt 17 Ausfällen und Absagen, Verletzungen und Rücktritten kalkuliert. Dass Leader wie Christian Ehrhoff (35), Marcel Goc (34) und Patrick Reimer (35) nach Olympia zurücktreten, war zwar absehbar. Der 39-Jährige darf sich aber auch ein wenig im Stich gelassen fühlen. Auch wenn er das selbst nicht direkt zugibt. "Das ist immer die Entscheidung von den Spielern", sagte er. Für ihn sei es wichtig, dass sie tatsächlich helfen wollen. "Nur solche Spieler brauche ich", stellte er klar. Wenn einer sich nicht sicher sei, "dann soll er lieber zu Hause bleiben".

Reindl sieht Grund für Zufriedenheit

Nur zwei Monate nach den einmaligen Emotionen von Pyeongchang und am Ende einer kräftezehrenden Saison mussten sich die Nationalspieler für die jährlich ausgetragene WM aufraffen. Auch Sturm wusste erst kurz vor dem Auftakt, dass ihm nur fünf von zehn Silbergewinnern der DEL-Finalisten München und Berlin zur Verfügung stehen. "Es sind mehr weggefallen als geplant", räumte der Coach ein. Kapitän Dennis Seidenberg kritisierte: "Wir haben zu viele Absagen gehabt."

Junge Profis füllen in Dänemark auch notgedrungen die Lücken. Sturm mahnt und kritisiert, dass es an Qualität und Quantität im deutschen Nachwuchs mangelt. Dass Deutschland der internationalen Entwicklung weit hinterherhinkt. In Herning erweckte er den Anschein, als ob er selbst nicht so sehr an sein Team glaube wie in der Vergangenheit.

Der Coup über die Finnen dürfte dem nach Olympia neu aufgekommenen Eishockey-Hype gut tun. DEB-Präsident Reindl hatte ohnehin nicht mit einem schnellen Ende der Euphorie gerechnet: "Die Zahlen, die wir haben, sind positiv. Das wird sich durch das Nicht-Erreichen des Viertelfinals nicht ändern."


Statistik zum Spiel

Deutschland - Finnland 3:2 OT (0:1, 2:0, 0:1, 1:0)

Deutschland: Niederberger (Düsseldorfer EG/20 Länderspiele) - Yannic Seidenberg (EHC München/161), Moritz Müller (Kölner Haie/138); Holzer (Anaheim Ducks/51), Dennis Seidenberg (New York Islanders/72); Krupp (Grizzlys Wolfsburg/45), Jonas Müller (Eisbären Berlin/27); Mebus (Nürnberg Ice Tigers/15) - Eisenschmid (Laval Rocket/AHL/9), Hager (EHC München/136), Plachta (Adler Mannheim/78); Ehliz (Nürnberg Ice Tigers/67), Kahun (EHC München/51), Draisaitl (Edmonton Oilers/44); Noebels (Eisbären Berlin/59), Tiffels (Wheeling Nailers/ECHL/27), Michaelis (Minnesota State University/14); Höfflin (Schwenninger Wild Wings/22), Pietta (Krefeld Pinguine/103), Krämmer (Kölner Haie/46); Uvira (Kölner Haie/28).
Finnland: Husso - Pokka, Heiskanen; Koivisto, Nutivaara; Kivistö, Honka; Riikola - Rantanen, Granlund, Kapanen; Teräväinen, Aho, Savinainen; Tolvanen, Manninen, Jormakka; Anttila, Pesonen, Mäenalanen; Palola.
Tore: 0:1 Tolvanen (2:26), 1:1 Tiffels (25:56), 2:1 Krupp (38:48), 2:2 Aho (57:54), 3:2 Eisenschmid (62:00).
Schiedsrichter: Gouin (Kanada), Hribik (Tschechien)
Strafminuten: Deutschland 6 - Finnland 4.
Zuschauer: 5.077.

dpa

Der DEB-Kader bei der WM in Dänemark
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Neu formierter Kader

Nur zehn Spieler, die in Pyeongchang sensationell die Silbermedaille gewannen, konnte Marco Sturm für die WM in Dänemark nominieren. Rücktritte, Verletzungen und Absagen zwangen den Bundestrainer zum Umdenken, zugleich stehen dem Dingolfinger allerdings mit Leon Draisaitl, Korbinian Holzer und Dennis Seidenberg drei NHL-Spieler zur Verfügung. Der DEB-Kader in Bildern...
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Vereinsdaten

Teamname:Deutschland
Anschrift:Deutscher Eishockey-Bund
Haus des Eissports
Betzenweg 34
81247 München
Deutschland
Telefon: (00 49) (0) 89 - 81 82 0
Telefax: (00 49) (0) 89 - 81 82 36
Internet:http://www.deb-online.de/


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