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12.04.2018, 18:46

Vorschau: DEL, Play-off-Finale

Können erstarkte Eisbären die Münchner Dominanz brechen?

Die beiden besten Mannschaften nach der Hauptrunde treffen im DEL-Play-off-Finale 2018 mit dem EHC Red Bull München und den Eisbären Berlin aufeinander. Trotz des Gipfeltreffens zwischen dem Titelverteidiger und dem DEL-Rekordchampion scheint die Favoritenstellung eindeutig, zumal Meister München auf eine für jeden Gegner einschüchternde Play-off-Bilanz von 32:6 Siegen seit 2015 verweisen kann. Die beiden Finalisten im Vergleich...

Tor: Silbermedaillengewinner gegen Ex-Weltmeister

Danny aus den Birken
Wurde schon im vergangenen Jahr als Starter mit München Meister: Danny aus den Birken.
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Als 24-Jähriger im Trikot der Iserlohn Roosters avancierte Münchens Danny aus den Birken in der Saison 2009/10 erstmals zum Starter. Auch in der Nationalmannschaft gehörte der heute 33-Jährige danach zum engeren Kreis, erhielt aber erst 2017, nachdem er München in den Play-offs zur zweiten Meisterschaft in Folge geführt hatte, mehr als nur Kurzeinsätze. Bei seinen vier Partien bei der Heim-WM 2017 (93,4 Prozent Fangquote, 1,62 Gegentore pro Spiel) überzeugte aus den Birken Bundestrainer Marco Sturm indes so sehr, dass er letztlich bei den olympischen Spielen in Pyeongchang erneut auf ihn als Starter setzte. Das Ergebnis ist mit dem Gewinn der Silbermedaille deutsche Eishockey-Geschichte.

Einen ähnlich ruhigen, abgeklärten Stil wie aus den Birken pflegt auch Petri Vehanen im Tor der Eisbären. Im Alter von 40 Jahren zeichnen den Finnen, der Finnland 2011 als Starter zu WM-Gold führte, noch immer Ruhe und Konstanz aus. Ehe Vehanen 2014 nach Berlin wechselte, hatte der Keeper bereits fünf Spielzeiten in Russland beziehungsweise Tschechien sowie Schweden verbracht, sodass es derzeit wohl kaum einen im europäischen Eishockey erfahreneren aktiven Torhüter gibt.

Verteidigung: Solide Münchner - Müllers Eisbären gefordert

Jonas Müller
Schon im Alter von 22 Jahren herausragend: Berlins Verteidiger Jonas Müller.
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Mit Ausnahme von Yannic Seidenberg, der 2017 zum Play-off-MVP avancierte, und der mit zehn Scorerpunkten aus zehn Partien und der teambesten Plus/Minus-Statistik (+12) aktuell erneut eine herausragende Rolle im Münchner Spiel einnimmt, steht die EHC-Abwehr - sieht man einmal von kleineren Problemen in der Serie gegen Bremerhaven ab - für Solidität und Stabilität. Derek Joslin, Daryl Boyle, Ryan Button und Konrad Abeltshauser sind allesamt 1,85-Meter oder größer, gleichzeitig aber auch in der Lage, das Spiel mit Laufstärke oder einem guten ersten Pass von hinten aufzubauen.

Insbesondere in der Halbfinalserie war die Abwehr der Berliner Schlüssel zum Weiterkommen. Denn die exzellenten Schlittschuhläufer um den herausragenden Jonas Müller, der das DEB-Team in Pyeongchang mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:2 im Finale gegen Russland beinahe zum Olympiasieg geschossen hätte, umliefen das Nürnberger Forechecking ein und ums andere Mal geschickt und initiierten viele gefährliche Angriffe.

Neben Müller überzeugten insbesondere der ebenfalls erst 22-jährige Kai Wissmann (schon sieben Asssists), aber auch Routinier Frank Hördler (drei Tore, vier Vorlagen). Die bisher größte Herausforderung für die offensivfreudige, vor dem eigenen Gehäuse allerdings phasenweise ein wenig anfällige Eisbären-Abwehr folgt allerdings nun gegen Münchens überragende Offensive.

Sturm: München das Maß der Dinge - Aubrys Reihe dominiert

Dominik Kahun
Auf dem Sprung in die NHL: Münchens Angreifer Dominik Kahun.
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Der nominell erstklassig besetzte EHC-Angriff, der der Grundstein zur Dominanz der letzten drei Jahre war, bläst wohl in dieser Besetzung zu seiner letzten Attacke. Denn während Dominik Kahun offenkundig vor einem Wechsel zum NHL-Klub Chicago Blackhawks steht, wurden die Gerüchte um ein Karriereende von Hauptrunden-MVP Keith Aucoin oder Michael Wolf zuletzt lauter. Die enorme Qualität und Ausgeglichenheit der Offensivreihen war auch im bisherigen Play-off-Verlauf das große Plus. Mit Kahun, Frank Mauer, Patrick Hager, Wolf und Jason Jaffray kommen bereits fünf Spieler auf zehn Scorerpunkte oder mehr. Mads Christensen steht bereits bei neun.

Bei den Eisbären konzentrierte sich die Offensivproduktion in der Endrunde vor allem auf eine Reihe: Louis-Marc Aubry ist (neben Nürnbergs Leo Pföderl) mit 16 Scorerpunkten bis dato in den Play-offs bester Punktsammler in der Liga, Reihenkollege Marcel Noebels kommt auf 13 Zähler. Viel Gefahr strahlt auch die Topformation der Hauptrunde um Nick Petersen (sieben Tore, zwölf Punkte) aus, wobei mit Sean Backman der teaminterne Toptorjäger und -scorer nach 24 Treffern und 21 Vorlagen in der Hauptrunde in den Play-offs erst auf ein Tor und fünf Vorlagen kommt. Anders als bei den Münchnern fehlt es den Eisbären allerdings im Angriff in der Breite ein wenig an Durchschlagskraft - auch wenn der erst vor den Play-offs nachverpflichtete erst 22-jährige Lette Rihards Bukarts mit bereits vier Play-off-Treffern eine für die Berliner angenehme Überraschung darstellt.

Trainer: Jackson überflügelt Krupp als Titelhamster

Beide Coaches eint, dass sie als Spieler den Stanley Cup gewinnen konnten. Münchens Don Jackson zweimal 1984 und 1985 mit Wayne Gretzkys Edmonton Oilers, Berlins Uwe Krupp gewann den Cup 1996 mit der Colorado Avalanche, wobei er selbst den entscheidenden Treffer zum Gewinn der Trophäe in der Overtime von Spiel vier gegen die Florida Panthers erzielte. Auch 2002 gehörte Krupp zum erweiterten Kader des Titelgewinners Detroit Red Wings.

Uwe Krupp, Don Jackson (re.)
Duell auf der Trainerbank: Uwe Krupp und Don Jackson (re.).
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Als Cheftrainer ist Jackson der mit weitem Abstand erfolgreichste Coach der DEL-Geschichte, so gewann Jackson zunächst fünf Meisterschaften mit den Eisbären (2008, 2009, 2011-13) und zuletzt zwei weitere mit München. Krupp ist als Trainer noch ohne Titelgewinn, führte die deutsche Nationalmannschaft allerdings bei der Heim-Weltmeisterschaft 2010 bis ins Halbfinale. Mit seinem Heimatklub Kölner Haie zog Krupp zudem 2014 und 2015 jeweils ins Finale ein, wurde nach zwei Niederlagen jedoch überraschend entlassen.

Verletzungen: Kaum Sorgen für die Trainer

Nur der dänische Abwehrspieler Markus Lauridsen fällt nach einem Fingerbruch bei München für den Rest der Saison aus. US-Olympiateilnehmer David Leggio plagte bis zuletzt eine nicht näher bezeichnete Oberkörperverletzung. In Spiel eins muss Jackson zudem noch auf Steve Pinizzotto verzichten, der die fünfte und letzte Partie seiner Sperre nach dem rüden Foul an Mannheims Matthias Plachta absitzen muss.

Bei den Berlinern fallen weiterhin die einstigen Meisterspieler Constantin Braun (Handbruch) und Florian Busch (Schädelprellung) aus, die allerdings im Saisonverlauf auch aus Verletzungsgründen ohnehin keine Schlüsselrolle mehr gespielt hatten.

Hauptrunde: 4:2, 4:5 n.P., 4:1, 2:3

kicker-Tipp: Wenn die Eisbären den Münchner Titelhattrick stoppen wollen, muss nicht nur die Defensive über sich hinauswachsen, sondern auch die Offensive auf breiterer Front Tore schießen, als dies in den Play-offs bislang der Fall war. Andernfalls wird sich die läuferische und spielerische Dominanz der Oberbayern einmal mehr durchsetzen, zumal der EHC auch in Sachen Special Teams in den Play-offs bislang die Nase vorne hatte. München gewinnt mit 4:2.

Joachim Meyer

 
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Vereinsdaten

Vereinsname:EHC Red Bull München
Anschrift:EHC München
Spiridon-Louis-Ring 3
80809 München
Telefon: 0 89 - 30 66 91 00
Telefax: 0 89 - 30 66 91 04
Internet:http://www.ehc-muenchen.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Eisbären Berlin
Anschrift:EHC Eisbären Management GmbH
Tamara-Danz-Str. 5, 10243 Berlin
Telefon: 030 - 971840 - 0
Fax: 030 - 97184050
E-mail: info@eisbaeren.de
Internet:http://www.eisbaeren.de/


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