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12.04.2018, 01:56

Vorschau: NHL, Play-offs, Eastern Conference, Atlantic Division

Tampa gegen Halls Devils - Junge Leafs wollen mehr

Gleich drei der vier punktbesten Teams in der Eastern Conference kommen aus der Atlantic Division. Die Wild-Card-Regel bringt es mit sich, dass sich mit den Boston Bruins und den Toronto Maple Leafs als Zweite und Dritte der Division schon in Runde eins zwei der besten Klubs in einem spektakulären Duell gegenüberstehen. Vermeintlich leichter hat es da schon der Division-Sieger Tampa Bay Lightning, der auf Wild-Card-Qualifikant New Jersey Devils aus der Metropolitan Division trifft. Eine Vorschau...

Tampa Bay: Das Offensivwunder der NHL

Victor Hedman
Einer der besten Abwehrspieler der Welt: Tampas Victor Hedman.
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Nach einjähriger Abstinenz kehrt der Tampa Bay Lightning in die Play-offs zurück - und das gleich als Gewinner der Eastern Conference und einer der heißesten Meisterschaftskandidaten. Von Saisonbeginn an stürmten die Mannschaft aus Westflorida durch die Hauptrunde und überzeugte als mit Abstand bestes Offensivteam der Liga (296 Tore). Die Topscorer Nikita Kucherov (100 Punkte) und Kapitän Steven Stamkos (86) erhielten dabei tatkräftige Unterstützung von einer ganzen Reihe an technisch hochveranlagten und noch jungen Angreifern, allen voran der 22-jährige Brayden Point (32 Tore, 24 Vorlagen). Die Entdeckung der Saison beim Lightning war aber wohl der nur knapp über 1,70-Meter große Yanni Gourde, der als Rookie auf 25 Tore und 64 Punkte kam.

Anders als in der jüngeren Vergangenheit ist die Defensive längst nicht mehr der Schwachpunkt Tampas. So steht mit Andrei Vasilevskiy einer der besten jungen Keeper der Welt im Tor, der schwedische Starverteidiger Victor Hedman ist heißer Kandidaten auf die Norris Trophy. Daneben stehen mit Anton Stralman, Braydon Coburn oder Daniel Girardi weitere erfahrenen Spieler. Mit dem erst Ende Februar nachverpflichteten Ex-Rangers-Kapitän Ryan McDonagh holte sich Steve Yzerman sogar einen weiteren Star in die Abwehr. Erst vor der Saison hatte der General Manager des Lightning mit dem Tausch von Jonathan Drouin für Mikhail Sergachev einen echten Coup gelandet. Denn der erst 19-jährige russische Jungverteidiger kam in seiner Rookie-Saison auf satte neun Tore und 31 Vorlagen.

Einziger Schwachpunkt in der Hauptrunde: Das Penalty Killing war mit nur 76,1 Prozent das viertschlechteste der gesamten NHL.

New Jersey: Hall und die große Ausgeglichenheit

Taylor Hall
Der überragende Spieler der Devils in der Hauptrunde: Taylor Hall.
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Neben NHL-Neuling Vegas und der Colorado Avalanche, die in der Western Conference vom schwächsten Team 2016/17 zu einem Play-off-Teilnehmer mutierten, gehörte die Hauptrunde der Devils zu den großen Überraschungen der Saison 2017/18. Nach 70 Punkten und dem mit Abstand letzten Platz im Osten im Vorjahr, steigerte sich New Jersey um 27 Zähler und zog so als letztes Team auf Platz fünf der Metropolitan Division über den Wild-Card-Platz in die Play-offs-ein. Nicht zuletzt ein Verdienst von General Manager Ray Shero, der vor allem mit den Verpflichtungen der Verteidiger Will Butcher (44 Punkte in seiner Debütsaison) sowie Sami Vatanen (kam anfangs der Saison im Tausch für Adam Henrique aus Anaheim) die Mobilität in der Abwehr gewaltig erhöhte.

Taylor Hall, der erstmals in seiner Karriere NHL-Play-offs spielen wird, war die überragende Figur der Devils in der Hauptrunde. Mit 93 Scorerpunkten feierte der Außenstürmer seine beste Saison und hatte am Ende 41 Zähler mehr auf dem Konto als Rookie Nico Hischier (52). Einen größeren Abstand zwischen dem besten und zweitbesten Scorer in einem NHL-Team in der Hauptrunde gab es seit zehn Jahren nicht mehr. Neben dem Schweizer Teenager Hischier, der eine exzellente Rookie-Saison spielte, war indes Ausgeglichenheit der große Trumpf der Devils. Gleich 13 Spieler erzielten neben Hall über 20 Scorerpunkte. Selbst im Tor verfügt Coach John Hynes gleich über zwei starke Keeper. So lief Backup Keith Kinkaid im Saisonverlauf während einer Verletzungspause der etatmäßigen Nummer eins Cory Schneider vorerst den Rang ab.

Hauptrunde: 4:5 n.P., 3:4, 1:2

kicker-Tipp: Erstaunlicherweise gewannen die Devils, die in der Hauptrunde gerade gegen Topklubs eine gute Bilanz aufwiesen, alle drei Hauptrundenvergleiche knapp. Gegen den in allen Mannschaftsteilen exzellent besetzten Lightning, der zudem über ein deutliches Plus an Erfahrung im Kader verfügt, wird New Jersey aber wohl noch Lehrgeld bezahlen müssen. Tampa gewinnt mit 4:1.


Boston: Reif für den nächsten Titel?

Patrice Bergeron
Defensiv wie offensiv stark: Bostons Patrice Bergeron.
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Nach dem Titelgewinn 2011 fielen die Bruins eine Zeitlang aus dem Kreis der Titelanwärter heraus. Doch unter Coach Bruce Cassidy und einer ganzen Reihe an jungen Talenten folgte ein überraschend schneller Teilneuaufbau. In der abgelaufenen Hauptrunde war Boston über viele Monate eines der heißesten Teams der Liga, das allerdings erst in der Endphase Tampa kurzzeitig von Platz eins der Division verdrängen konnte. In den letzten Spielen der Hauptrunde zeigte die Formkurve auch aufgrund der Verletzungen ein wenig nach unten, sodass der Lightning nach Bostons Heimniederlage im Nachholspiel am Sonntag (Ortszeit) gegen Florida am Ende doch noch Erster wurde.

Ähnlich wie Tampa sind auch die Bruins in allen Mannschaftsteilen qualitativ hochwertig und tief besetzt und verfügen mit Patrice Bergeron, Brad Marchand, David Krejci, David Pastrnak oder Keeper Tuukka Rask über eine ganze Reihe von Stars. Daneben gehörte der erst 20-jährige Charlie McAvoy dank exzellenter läuferischer und technischer Fähigkeiten bereits zu den Schlüsselspielern. Obwohl seit kurzem 40 Jahre als, hat auch Kapitän Zdeno Chara nur wenig an Qualität eingebüßt und verdiente sich so jüngst eine Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr. Mit Brandon Carlo fällt ein wichtiger Verteidiger verletzungsbedingt allerdings aus.

Daneben sorgen zahlreiche junge Akteure für die gewaltige Tiefe im Kader, allen voran Danton Heinen, Jake DeBrusk, Sean Kuraly oder Olympiateilnehmer Ryan Donato, der zum Play-off-Start wohl sogar überzählig aussetzen muss. Auch die Special Teams gehören zu den besten der Liga.

Toronto: Babcocks junge Wilde wollen mehr

Auston Matthews
Schon in jungen Jahren Führungsspieler in Toronto: Auston Matthews.
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Erstmals seit 2003 und 2004 qualifizierten sich die Maple Leafs in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für die Play-offs, nachdem es zwischen 2004 bis ins vergangene Jahr sogar eine Durststrecke von elf Spielzeiten mit nur einer einzigen Endrundenteilnahme (2013) gegeben hatte. Der Gewinn einer Play-off-Serie im größten Eishockey-Markt der Welt ist eineinhalb Jahrzehnte her. Lange Zeit galt Toronto daher für das NHL-Sinnbild des Misserfolgs, doch dies ist nicht erst seit der mit 105 Zählern punktbesten Saison in Torontos NHL-Geschichte vorbei.

Denn neben Tampa Bay und Winnipeg besitzen die Maple Leafs das wohl talentierteste junge Team der NHL. Gleich sieben Spieler erzielten mehr als 50 Scorerpunkte. Die drei Topscorer Auston Matthews, Mitch Marner (beide 20) und Willie Nylander (21) stehen allesamt erst am Anfang womöglich großer Karrieren und werden von erfahrenen Akteuren wie Nazem Kadri, James van Riemsdyk oder dem im Sommer aus San Jose gekommenen Patrick Marleau unterstützt. Mit Morgan Rielly (24) und Jake Gardiner stehen auch in der Defensive vor dem dänischen Keeper Frederik Andersen zwei äußerst offensivstarke Abwehrspieler. So verwundert es wenig, dass die Maple Leafs mit über 24 Prozent Erfolgsquote das zweitbeste Powerplay der Hauptrunde besaßen.

Dass alles Talent aber insbesondere Play-off-Erfahrung nicht wettmachen kann, erlebten die jungen Leafs von Kanadas Trainerstar Mike Babcock schon 2017 beim 2:4 in Runde eins gegen Washington. Gerade in der Abwehr fehlt es neben der Erfahrung auch an physischer Robustheit, aber auch Tiefe.

Hauptrunde: 2:3 OT, 1:4, 4:1, 3:4

kicker-Tipp: Die Erstrundenserie zwischen zwei der besten Hauptrundenteams verspricht enormes Tempo und spektakuläre Offensive. Um die Bruins jedoch in einer Serie schlagen zu können, müssten die Maple Leafs gerade im Defensivverhalten schon über sich hinauswachsen. Boston gewinnt mit 4:2.

Joachim Meyer

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Anschrift:Tampa Bay Lightning
St. Pete Times Forum
401 Channelside Drive
Tampa, Florida, USA 33602
Internet:http://www.tampabaylightning.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:New Jersey Devils
Anschrift:New Jersey Devils
Prudential Center
165 Mulberry St.
Newark, NJ 07102
001-(973) 757-6600
Internet:http://www.newjerseydevils.com/

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Vereinsname:Boston Bruins
Anschrift:Boston Bruins
TD Banknorth Garden
100 Legends Way
Boston, Massachusetts, USA 02114
Internet:http://www.bostonbruins.com/

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Vereinsname:Toronto Maple Leafs
Anschrift:Toronto Maple Leafs
40 Bay Street
Suite 400
Toronto, Ontario, Canada M5J 2X2
Internet:http://www.mapleleafs.com/


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