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10.04.2018, 19:25

Vorschau: NHL, Play-offs, Western Conference, Pacific Division

(K)Ein Heimvorteil für Vegas? Battle of California

Zwei enge Serien mit Derby-Charakter verspricht die erste Play-off-Runde in der Pacific Division. Die Vegas Golden Knights bekommen es mit den Los Angeles Kings zu tun. Dabei treffen zwei Teams mit komplett unterschiedlichen Philosophien und Stärken aufeinander. Vor allem beim Thema Heimvorteil scheiden sich die Geister. Genauso schwer vorherzusagen ist der Ausgang im "Battle of California" zwischen den Anaheim Ducks und den San Jose Sharks. Beide kalifornischen Rivalen verfügen über viel Tiefe und ein gutes Penalty Killing. Wer also kann den Unterschied ausmachen? Eine Vorschau...

Vegas Golden Knights (1.) - Los Angeles Kings (WC 1)

Sensationelle 78 Scorerpunkte für Neuling Vegas: William Karlsson.
Sensationelle 78 Scorerpunkte für Neuling Vegas: William Karlsson.
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Eigentlich, so die grundsätzliche Erfahrung, ist ein neues NHL-Team in seiner ersten Saison maximal weit weg vom Gewinn des Stanley Cups. Dass genau dieser Traum für die Vegas Golden Knights wahr werden könnte, ist einem beispiellosen Eishockey-Märchen zu verdanken. Eine clever zusammengestellte Mannschaft überraschte alle Experten und gewann in ihrer allerersten Saison direkt mit 109 Punkten die Pacific Division.

Gut zusammengestellt ist das Team zum einen deshalb, weil die ausgewählten Spieler das System von Trainer Gerard Gallant leidenschaftlich umsetzen, sich auf jeden Check und jeden Block zu freuen scheinen und vorne mit viel Spielwitz, Auge und Schnelligkeit agieren. Zum anderen, weil die Verantwortlichen das Steigerungspotenzial in den Akteuren erkannt haben, welche die anderen Klubs nicht sichern wollten. Allen voran bei Center William Karlsson: Der "Wild Bill" genannte Schwede kam auf sensationelle 78 Scorerpunkte (43 Tore, 35 Assists) für Vegas - zuvor waren ihm in drei Jahren bei den Anaheim Ducks und Columbus Blue Jackets zusammengerechnet nur 50 Punkte (15 Tore, 32 Assists) gelungen. Zudem verfügen die Knights durch den Expansion Draft über viel Tiefe: Fünf Spieler (Karlsson, Erik Haula, Jonathan Marchessault, James Neal, Reilly Smith) kommen auf jeweils über 20 Saisontore und verteilen die Torproduktion somit auf mehrere Schultern.

Die mangelnde Play-off-Erfahrung könnte den Golden Knights allerdings zum Verhängnis werden. Dass das Team auch in der eher physisch geprägten Endrunde bestehen kann, muss der Liga-Neuling erst noch nachweisen. Umso wertvoller ist Goalie Marc-André Fleury, der bereits drei Stanley-Cup-Siege (mit den Pittsburgh Penguins) vorweisen kann. Auf den Schlussmann dürfte es ohnehin ankommen: In der Knights-Defensive fehlen herausragende Verteidiger der Extraklasse. Publikumsliebling Fleury zählt dafür zur Torhüter-Elite und hatte die besten Statistiken aller NHL-Stammkeeper in der regulären Saison (2,24 Gegentore/Spiel, 92,7 Prozent Fangquote).

Anze Kopitar
Überragende Werte bei den Los Angeles Kings: Kapitän Anze Kopitar.
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Das komplette Gegenteil sind die Los Angeles Kings, die auf jede Menge Play-off-Erfahrung, reichlich Physis und die beste Hauptrunden-Abwehr bauen können. L.A. hatte in der Hauptrunde nicht nur die wenigsten Gegentreffer kassiert (202 Gegentore), sondern mit starken 85 Prozent auch noch das beste Unterzahl-Spiel der gesamten Liga. Mit diesem Bollwerk wollen die Kings die euphorisierten Knights zermürben. Dazu zählt auch Goalie Jonathan Quick (2,4 Gegentore/Spiel, 92,1 Prozent Fangquote), der berüchtigt dafür ist, sich in einen Play-off-Rausch spielen zu können. Die Endrunden-Bilanz des zweifachen Stanley-Cup-Champions weist einen Gegentorschnitt von 2,27 und eine Fangquote von 92,1 Prozent auf.

Die Offensive führt Kapitän Anze Kopitar an. Der Center überragte mit persönlichen Bestmarken in Sachen Tore (35), Assists (57) und Scorerpunkte (57) nicht nur seine Mitspieler, sondern auch sich selbst. Mit Flügelstürmer Tobias Rieder hat L.A. zudem einen Deutschen an Bord. In der wuchtigen Defensive (im Schnitt 1,89 Meter groß und 93,3 Kilogramm schwer) droht vor allem von Drew Doughty Gefahr (zehn Tore, 50 Assists).


kicker-Tipp: Erfrischende Euphorie gepaart mit Tiefe und Geschwindigkeit oder abgezockte Erfahrung mit einem physisch starken Bollwerk? Die Serie zwischen Vegas und L.A. ist nur schwer vorherzusehen. In der regulären Saison kommen beide Kontrahenten auf eine 2-1-1-Bilanz. Normalerweise könnte der Heimvorteil einen Unterschied ausmachen, doch gibt es diesen wirklich? Las Vegas ist eine Touristenstadt und hat bei Heimspielen deutlich mehr Auswärts-Fans in der Arena als anderswo in der NHL. Hinzu kommt die Nähe zu Los Angeles, das nur vier Auto- und eine Flug-Stunde entfernt ist. Die starke Heim-Bilanz (29-10-2) und der enorme Entertainment-Faktor in der selbsternannten "Festung" sprechen vorerst trotzdem für die Golden Knights. Vegas schlägt die Kings in sieben Spielen - 4:3.


Anaheim Ducks (2.) - San Jose Sharks (3.)

Ryan Getzlaf
Schlüsselspieler der Anaheim Ducks: Ryan Getzlaf.
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Mit fünf Siegen in Serie gehen die Anaheim Ducks entsprechend formstark in die Play-offs. Diese starke Ausbeute reichte am Ende sogar noch, um die San Jose Sharks von Platz zwei der Pacific Division zu verdrängen und sich das Heimrecht zu sichern. Nach viel Verletzungspech während der Hauptrunde scheint sich die Truppe aus Orange County gerade rechtzeitig vor der Endrunde eingegroovt zu haben und feierte zehn Siege in den letzten zwölf Spielen (10-1-1). Allerdings auch nicht ohne Verletzungssorgen: Der so wichtige Verteidiger Cam Fowler (Schulter) droht zumindest in den ersten Endrunden-Spielen auszufallen. Gleiches gilt für Starter John Gibson (2,43 Gegentore/Spiel, 92,6 Prozent Fangquote). Mit Ryan Miller (2,35, 92,8 Prozent) haben die Ducks aber einen starken und erfahrenen Backup in der Hinterhand.

Im Sturm verfügt Anaheim über "Secondary Scoring" mit zehn Spielern mit mindestens zehn Treffern. Darunter Rickard Rakell, Ondrej Kase, Adam Henrique, Cory Perry, Jakob Silfverberg und Nick Ritchie, die für eine gute Mischung aus Tempo, Physis und Technik stehen. Schlüsselspieler ist zweifelsohne Mittelstürmer Ryan Getzlaf (elf Tore, 50 Assists), der alle Jahre wieder zum Play-off-Monster avanciert. Im Schnitt macht der Center 0,98 Scorerpunkte pro Play-off-Partie und verbuchte im Vorjahr 19 Punkte (acht Tore, elf Assists) in 17 Spielen. Deutlichen Verbesserungsbedarf haben die Ducks im Powerplay (17,8 Prozent, 23.) dafür ist auf das Penalty Killing (83,2 Prozent, 5.) Verlass.

Brent Burns
Auch in diesem Jahr bester Scorer der San Jose Sharks: Brent Burns.
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San Jose scheint ausgerechnet vor den Play-offs in einem Formtief zu stecken, verlor fünf seiner letzten sechs Spiele (1-4-1) und gab kurz vor der Ziellinie noch das Heimrecht ab. Dass die Sharks angesichts des Abgangs von Patrick Marleau (Toronto Maple Leafs) und der schweren Verletzung von Joe Thornton (Knie-OP) überhaupt die 100-Punkte-Marke erreichen konnten, liegt an den Jungs aus der zweiten Reihe, die allesamt den nächsten Schritt machten und die Ausfälle mit viel Tiefe kompensierten. Hier sind etwa die Eigengewächse Chris Tierney, Kevin Labanc, Timo Meier und Joonas Donskoi zu nennen, die zu den insgesamt zwölf Spielern zählen, die die 30-Scorerpunkte-Marke knackten.

Die Hoffnungen in der Bay Area ruhen zum einen auf Brent Burns, der im Vorjahr die Norris-Trophy als bester Verteidiger abräumte und auch in diesem Jahr der beste Scorer der Fins ist (zwölf Tore, 55 Assists). Zum anderen versprechen sich die Sharks viel von Evander Kane, der erst kurz vor der Trade Deadline verpflichtet wurde (Buffalo Sabres) und für 14 Scorerpunkte neun Tore, fünf Assists) in 17 Spielen im Teal-Trikot verantwortlich zeichnete. Nachdem eine Rückkehr von Thornton zumindest in den ersten Spielen unwahrscheinlich ist, dürfte Kane eine Reihe mit Donskoi und dem starken Kapitän Joe Pavelski (22 Tore, 44 Assists) bilden. Für San Jose sprechen außerdem die besseren Special Teams (Powerplay: 20,6 Prozent, 16.; Penalty Killing: 84,8 Prozent, 2.).


kicker-Tipp: Zwischen Anaheim und San Jose schwelt eine große Rivalität. In den Play-offs kommt es allerdings erst zum zweiten Mal überhaupt zu diesem "Battle of California". Damals, im Jahr 2009, setzten sich die Ducks mit 4:2 durch. In der zurückliegenden regulären Saison waren alle vier Aufeinandertreffen eng, drei davon gingen in die Overtime. Leer gingen die Sharks allerdings nie aus (3-1-0). In einer engen Serie wird sich San Jose für 2009 revanchieren und mit 4:2 in die nächste Runde einziehen.


Christian Rupp

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© Getty Images/ picture alliance

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Vereinsdaten

Vereinsname:Vegas Golden Knights
Gründungsdatum:22.06.2016
Internet:www.nhl.com/goldenknights

Vereinsdaten

Vereinsname:Los Angeles Kings
Anschrift:Los Angeles Kings
1111 South Figueroa Street
Suite 3100
Los Angeles, California, USA 90015
Internet:http://www.lakings.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Anaheim Ducks
Anschrift:Anaheim Ducks
2695 East Katella Avenue
Anaheim, California, USA 92806
Internet:http://www.anaheimducks.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:San Jose Sharks
Anschrift:San Jose Sharks
525 West Santa Clara Street
San Jose, California, USA 95113
Internet:http://www.sj-sharks.com/


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