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30.03.2018, 15:19

DEL ermittelt gegen Münchner Profi

Mannheim schäumt nach Pinizzottos Attacke gegen Plachta

Der Auftakt des Halbfinales zu den DEL-Play-offs am Donnerstagabend hielt viel von dem, was sportlich zu erwarten war. In den Duellen zwischen Berlin und Nürnberg sowie München und Mannheim durften die Zuschauer rassiges Eishockey genießen. Allerdings überschattete ein heftiges Foul im Spiel des Titelverteidigers gegen die Adler das Geschehen - auch am Tag danach hatten sich die Gemüter kaum beruhigt.

Im Visier der Schiedsrichter und auch der DEL: Der Münchner Steven Pinizzotto.
Im Visier der Schiedsrichter und auch der DEL: Der Münchner Steven Pinizzotto.
© imagoZoomansicht

In München lief die 47. Minute, als der Münchner Steven Pinizzotto gegen Matthias Plachta an der Bande den linken Ellenbogen ausfuhr und den deutschen Nationalspielerdurch einen Check gegen den Kopf zu Boden streckte.

Die Mannheimer Fans gingen sofort auf die Barrikaden und beschimpften das Rauhbein von den Rängen, allerdings breitete sich auch ziemlich schnell besorgte Ruhe in der Eisarena aus, denn Plachta blieb minutenlang regungslos auf dem Eis liegen. Der Silbermedaillengewinner wurde auf dem Eis behandelt, bekam zwischenzeitlich auch eine Halskrause angelegt, so dass man schon das Schlimmste befürchten musste. Applaus brandete auf, als der Mannheimer dann doch sichtlich benommen aber auf eigenen Kufen vom Eis gebracht wurde.

Es gehe ihm "den Umständen entsprechend", sagte Mannheims Pressesprecher Adrian Parejo am Karfreitag bei Sport1. Ein weiterer Einsatz in der Serie gegen München sei aber "mehr als fraglich".

Kaum hatte sich die Stimmung etwas beruhigt, sorgte Übeltäter Pinizzotto durch sein Verhalten für weiteren Unmut in Mannheimer Lager: Der 34-Jährige deutete mit einer Geste an, der getroffene Plachta habe sich bewusst schlafen gelegt. Pinizzotto, der in der Vergangenheit bereits durch brutale Foulspiele auf sich aufmerksam machte, bekam nur eine Zwei-Minuten-Strafe. "Ein Witz. Das ist nicht zu akzeptieren", monierte Mannheims Coach Bill Stewart.

"Pinizzotto hat bewusst versucht, einen unserer Topscorer vorsätzlich zu verletzen und aus dem Spiel zu nehmen. Das lassen wir nicht auf uns sitzen", sagte Adler-Gesellschafter Daniel Hopp am Freitag. Über die offensichtliche Schlafen-Geste des für seine Attacken berüchtigten Pinizzotto sagte Hopp: "So ein Verhalten ist unterste Schublade."

Bange Minuten: Matthias Plachta nach Pinizottos Attacke.
Bange Minuten: Matthias Plachta nach Pinizottos Attacke.
© imago

"Wir haben heute Morgen den Antrag auf ein Ermittlungsverfahren gestellt", sagte Parejo. Die DEL prüfe derzeit auch das Verhalten des Deutsch-Kanadiers auf der Strafbank, bestätigte DEL-Pressesprecher Matthias Schumann bei Sport1. Ein Urteil des DEL-Disziplinarausschusses unter Vorsitz von Ex-Nationalspieler Tino Boos wurde für den späten Freitagnachmittag erwartet.

Pinizzotto hat bewusst versucht, einen unserer Topscorer vorsätzlich zu verletzen und aus dem Spiel zu nehmen. Das lassen wir nicht auf uns sitzen.Adler-Gesellschafter Daniel Hopp

Pinizzotto hatte sich nach dem Foul auf der Strafbank zudem ein verbales Duell mit Mannheims David Wolf geliefert, welches er nach Ablauf der Strafe auch noch mit den Fäusten fortsetzen wollte. Wolf fuhr jedoch von dannen, während Pinizzotto eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe erhielt.

Mannheims Coach Stewart sparte nach der Partie nicht mit Kritik in Richtung Schiedsrichter-Team. "Ihre Leistung war heute katastrophal", schimpfte der Kanadier. "Die zwei Hauptschiedsrichter haben aus einem Spiel mit zwei hart agierenden Mannschaften einen Zirkus gemacht."

Vor dem zweiten Spiel am Samstag (19 Uhr) in Mannheim ist die Stimmung aufgeladen. Das erste gewannen die Münchner übrigens 4:2.

bst

 
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