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28.03.2018, 15:13

DEL, Play-off-Halbfinale

Adler: Prüf- oder sogar Stolperstein für Meister München?

Der EHC Red Bull München setzte seinen Siegeszug durch die Play-offs im Viertelfinale 2018 trotz kleinerer Probleme fort. Im Halbfinale allerdings wartet das Duell zweier DEL-Giganten gegen die Adler Mannheim, die nach denkbar schwachem Saisonstart in den letzten Monaten gewaltig ins Rollen gekommen sind, und ihren Aufschwung nun auch gegen den Meister weiterführen wollen. Eine Vorschau auf die Halbfinalserie...

München: Defensive Schwächen, aber stark im Schlussspurt

Andrew Desjardins
Szene aus dem jüngsten Aufeinandertreffen: Drei Münchner jagen Andrew Desjardins (r.).
© imagoZoomansicht

Seit dem 0:4 im Viertelfinale 2015 gegen die Grizzlys Wolfsburg hat der EHC Red Bull München keine Play-off-Serie mehr verloren und seitdem in sieben aufeinanderfolgenden Duellen nie mehr als ein einziges Spiel abgegeben - was einer unglaublichen Bilanz von 28:5 gewonnener Play-off-Partien gleichkommt. Dennoch spricht einiges dafür, dass die Halbfinalserie gegen die Adler Mannheim der größte Prüfstein für die Oberbayern seit dem Aus gegen Wolfsburg wird. Schon im Viertelfinale tat sich der Meister beim 4:1 gegen Bremerhaven vergleichsweise schwer. Nach der überraschenden Niederlage in Spiel eins (3:4 OT) gewann München die vier folgenden Duelle zwar jeweils mit drei Toren Differenz (6:3, 5:2, 5:2, 4:1), zeigte sich jedoch wiederholt erstaunlich anfällig in der Defensive und machte die Erfolge zumeist erst im Schlussspurt klar.

Das Prunkstück im EHC-Kader ist und bleibt die nahezu unwiderstehliche Offensive. In den ersten drei Sturmreihen tummeln sich unter anderem vier Silbermedaillengewinner von Pyeongchang (Patrick Hager, Dominik Kahun, Brooks Macek, Frank Mauer), der aktuell beste Torschütze der DEL-Geschichte (Michael Wolf) sowie der Hauptrunden-Topscorer und -MVP 2018 (Keith Aucoin). In der Defensive sorgen mit Keeper Danny aus den Birken und den Verteidigern Yannic Seidenberg und Daryl Boyle drei weitere Silbermedaillengewinner für Stabilität, aber auch den nötigen Aufbau für das aufwendige und laufintensive Offensivspiel, das in der DEL das Maß aller Dinge der letzten knapp drei Jahre war.

Mannheim: Offensive hui, Defensive? Abwarten

Im Duell von zwei der drei formstärksten DEL-Teams im Jahr 2018 (neben München) setzten sich die Adler im Viertelfinale beim 4:1 gegen Ingolstadt am Ende auf dem Papier ähnlich glatt durch wie München gegen Bremerhaven und konnten sich dabei nicht zuletzt auf ihre Offensive verlassen, die in jeder Partie mindestens drei Treffer erzielte (3:1, 3:2 OT, 3:4 OT, 5:3, 4:3). Obwohl die Mannheimer in der Abwehr gleich über sechs recht namhafte Importspieler wie Carlo Colaiacovo, Thomas Larkin oder Mark Stuart verfügen und Aaron Johnson zuletzt dauerhaft überzählig pausieren musste, zeigte sich die Defensive gegen Ingolstadt, insbesondere aber bereits in der Hauptrunde, anfällig. 149 Gegentore waren die deutlich meisten in den Top-Sechs. Insbesondere auf Keeper Dennis Endras, der in der Hauptrunde teilweise schwächelte, konnten sich die Kurpfälzer gegen den ERCI jedoch wieder verlassen.

David Wolf
Gegen Ingolstadt äußerst präsent: Mannheims David Wolf.
© imagoZoomansicht

Wie bei den Münchnern ist auch in Mannheim die Offensive das Prunkstück, vor allem seitdem die Adler nach dem Jahreswechsel unter Coach Bill Stewart nach und nach immer besser in Schwung kamen. Gerade die Silbermedaillengewinner David Wolf (drei Tore), Matthias Plachta (fünf Scorerpunkte) und Offensivverteidiger Sinan Akdag (sechs Assists), der verletzt vorzeitig aus Pyeongchang hatte heimreisen müssen, zeigten sich gegen Ingolstadt äußerst präsent. Die große Stärke der Adler im Spiel nach vorne ist, ähnlich wie bei Gegner München, die Kadertiefe, wobei die Mannheimer mit Spielern wie Wolf, Andrew Desjardins, Marcus Kink, Daniel Sparre oder Brent Raedeke zwar etwas weniger filigran, dafür aber physisch stärker und wuchtiger aufgestellt sind als der Meister.

Hauptrunde: 4:2, 4:1, 4:1, 3:1.

kicker-Tipp: Es wäre keine Überraschung, wenn die zwar nicht in der Spitze, wohl aber in der Breite sogar noch ein wenig tiefer als München besetzten Mannheimer die Siegesserie des Meisters beenden würden. Vor allem dann, wenn es Wolf & Co. gelingt, mit der hohen Laufintensität der Münchner über 60 Minuten einigermaßen mitgehen zu können und gleichzeitig für eine physische Spielnote zu sorgen. Die imponierende Bilanz des Titelträgers von 2016 und 2017 kommt allerdings nicht von ungefähr. Effektivität, Zielstrebigkeit, Eingespieltheit und unverändert großer Ehrgeiz bleiben die großen Stärken von Don Jacksons Team. Am Ende setzt sich der Meister mit 4:3 durch.

Joachim Meyer

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