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10.11.2017, 14:50

Geglücktes Experiment - Coach sorgt für Eishockey-Aufschwung

Sturm kam, wirkte und hatte Erfolg

Nach dem Deutschland Cup in Augsburg will der Deutsche Eishockey-Bund einen neuen Vertrag mit Bundestrainer Marco Sturm abschließen. Langfristig soll der 39-Jährige für Erfolg sorgen. Das Engagement des deutschen NHL-Rekordspielers ist ein Experiment, das bislang glückte.

Marco Sturm
"Ich bin total entspannt": Bundestrainer Marco Sturm.
© imagoZoomansicht

Inzwischen reist Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm zu Besuch in die USA. So wie er es nach dem Olympia-Test beim Deutschland Cup in Augsburg an diesem Wochenende vorhat. Der Coach stattet dann seinen potenziellen Nationalspielern aus der NHL um Edmonton-Star Leon Draisaitl eine Visite ab, da muss auch der geplante, vorzeitige Vertragsabschluss mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) warten. "Ich bin total entspannt", sagte der 39-Jährige vor dem Auftakt des Deutschland Cups.

Vor der Heim-WM im Mai war das mit der Reiserei über den Atlantik noch anders. Sturm hatte seinen Wohnsitz in Florida, pendelte für den Job hin und her. Im Sommer ist der Bayer jedoch zurück nach Landshut gezogen. Nicht nur, weil er so zahlreiche DEL-Spiele live sehen konnte, und, wie er sagte, seinen Kandidaten für Olympia und die Weltmeisterschaft 2018 eine faire Chance gibt. Sondern weil es der Wunsch seiner Familie war.

Sturm selbst spricht zwar mittlerweile nach seinen Jahren in der nordamerikanischen Profiliga fast besser Englisch als Deutsch, fühlt sich in seiner niederbayrischen Heimat aber pudelwohl. 1997 war der Stürmer vom EV Landshut in die NHL gewechselt, dort wurde er mit mehr als 1000 Partien zum deutschen Rekordprofi.

Ohne Erfahrung zum Erfolg

Zum Bundestrainer-Amt kam Sturm vor gut zwei Jahren überraschend. Erfahrung als Trainer brachte der frühere Nationalspieler nicht mit. Sein Engagement war für den DEB mit Risiko verbunden - und ein Experiment, das bislang glückte. Sturm kam, wirkte und hatte Erfolg.

DEB-Präsident Franz Reindl will ihn langfristig halten, ihm schwebt ein Vertrag bis 2022 vor. "Wir denken hier gemeinsam in die gleiche Richtung und prinzipiell langfristig im olympischen Zyklus, mit Peking 22 im Visier", sagte Reindl der Deutschen Presse-Agentur, "vielleicht mit der Möglichkeit, dass man sich nach zwei Jahren noch mal tief in die Augen schaut, wie es gelaufen ist." Sturm meinte: Es sei gut, "dass vom Verband das Zeichen gekommen ist, dass sie weitermachen wollen."

Deutschland soll bis 2026 ein Medaillenkandidat sein

Der 62-jährige Reindl lobt Sturm öffentlich stets für sein feines Händchen im Umgang mit dem Spielern und im Zusammenstellen des Teams. Entscheidungen, wie der freiwillige Verzicht auf die früheren NHL-Profis und sicheren Olympia-Teilnehmer Marcel Goc und Christian Ehrhoff für den Deutschland Cup könne er nachvollziehen.

Sturm mag taktische Schwächen haben, die er mit den richtigen Trainern an seiner Seite wie jetzt in Augsburg mit WM-, Olympia-, und Stanley-Cup-Gewinner Mikael Samuelsson ausräumt. Die Ergebnisse sprechen für ihn: Bei zwei Weltmeisterschaften unter dem Nachfolger des erfolglosen Pat Cortina erreichte der Außenseiter zweimal das Viertelfinale, dazu kommt die Olympia-Qualifikation für Pyeongchang.

"Es ist sein Siegeswille, der ihn damals schon als Spieler ausgezeichnet hatte, der ihn jetzt auch als Trainer auszeichnet", lobte Nationalstürmer Patrick Hager bei Sky. Dieser Ehrgeiz und Sturms Anspruch, dass Deutschland nicht mit einem WM-Viertelfinale zufrieden sein darf, passen perfekt zu Reindls Ambitionen. Geht es nach dem Olympia-Bronzemedaillengewinner von 1976 sowie jetzigem Verbandspräsidenten ist das deutsche Eishockey bis 2026 so weit, dass es ein Medaillenkandidat bei den großen Turnieren ist.

dpa

 
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