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08.11.2017, 22:43

Die Auswirkungen des Transfer-Erdbebens in der NHL

Duchene, Turris und der seismische Tausch

Rund ein Jahr rankten sich um Matt Duchene zahlreiche Transfergerüchte, die nun am Sonntagabend (Ortszeit) in einem der spektakulärsten Tauschgeschäfte der letzten Jahre gipfelten, das in der NHL einem kleinen Erdbeben gleichkam. Der Deal zwischen den Ottawa Senators, Nashville Predators und der Colorado Avalanche in der Analyse...

Matt Duchene, Erik Karlsson (re.)
Will in Ottawa an der Seite von Erik Karlsson (re.) Play-offs spielen: Matt Duchene.
© imagoZoomansicht

Ottawa: Viel Gegenwert für Duchene

Die Senators gaben Kyle Turris (28), dessen auslaufenden Vertrag Ottawa wohl nicht hätte verlängern können, Reservetorhüter Andrew Hammond (29), die Rechte an College-Talent Shane Bowers (18) sowie zwei Draftrechte (1. Runde, 3. Runde) an Colorado ab. Im Gegenzug erhielten die kanadischen Hauptstädter mit dem im Vergleich zu Turris offensiv dynamischeren und über mehr Finesse verfügenden Matt Duchene (26) den wohl besten Spieler in dem "Three-Way-Deal". Duchene hatte in seiner statistisch besten NHL-Saison 2013/14 73 Scorerpunkte (23 Tore) in insgesamt 73 Spielen erzielt.

"Es steht einem einfach nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Ich möchte meines nutzen, um Play-offs zu spielen", erklärte Turris, warum er Colorados General Manager Joe Sakic bereits an Weihnachten 2016 um einen Tauschgeschäft gebeten hatte, obwohl er eigentlich seit Kindertagen als Fan der Avalanche buchstäblich in Colorado-Bettwäsche geschlafen hatte. Für Duchene ist der Wechsel nach Ottawa darüber hinaus auch eine Heimkehr. Denn der Olympiasieger mit Kanada 2014 stammt aus dem Zentrum der kanadischen Provinz Ontario und wuchs nur rund 150 Kilometer westlich von Ottawa auf.

Auch wenn Hammond im Tauschgeschäft aus Sicht der Senators nur eine Dreingabe war, durch die der auf Wunsch von Eigner Eugene Melnyk deutlich unterhalb des Salary Caps agierende Klub die 1,350 Millionen Dollar einsparen kann, die dem Torhüter auch im Farmteam Belleville (AHL) zustanden, kam Ottawa die Duchene-Verpflichtung durchaus teuer zu stehen. Denn mit Turris verließ ein langjähriger Leistungsträger den Klub, der stets zu den besten Scorern gehört hatte.

Darüberhinaus gaben die Senators auch zwei Draftrechte ab, darunter das Erstrundenwahlrecht 2018, das General Manager Pierre Dorion allerdings behalten darf, falls es unter den ersten Zehn liegen wird. Tritt dieser Fall ein, erhält Colorado Ottawas Erstrunden-Draftrecht 2019 - dann ohne jede Einschränkung. Talent Bowers wiederum hatte Dorion erst im Sommer in der ersten Runde (28. Position) im Draft ausgewählt.

Colorado: Girard als Schlüsselpart

Nach dem Deal zwischen Ottawa und Colorado transferierte Avalanche-Sportboss Sakic Turris umgehend nach Nashville weiter und erhielt im Gegenzug Abwehrtalent Samuel Girard (19), Stürmer Vladislav Kamenev (21) sowie das Zweitrunden-Draftrecht der Predators. Damit akquirierte der Klub aus Denver nur für Duchene unter dem Strich gleich sieben Spieler: Girard, Kamenev, Hammond, Bowers und drei hohe Draftrechte.

Wichtigster Teil für die "Lawine" ist Girard: Der nur 1,78-Meter große Offensivverteidiger gab erst zu Beginn der laufenden Saison sein NHL-Debüt für Nashville, ließ aber in seinen ersten fünf Partien mit einem Tor und zwei Vorlagen gleich aufhorchen. Girard verfügt über exzellente läuferische Fähigkeiten, ein gutes Auge und einen guten Schuss. Sakic hatte stets betont, in einem möglichen Transfer für Duchene einen Verteidiger mit Perspektive verpflichten zu wollen. Dies glückte mit Girard. Mit Kamenev, der sowohl als Mittel- als auch Außenstürmer einsetzbar ist, wechselt ein weiterer Spieler nach Denver, der als bereit für die NHL gilt. Den Platz von Duchene soll laut Coach Jared Bednar allerdings vorerst der von einer Verletzung genesene J.T. Compher einnehmen.

Nashville: Heimlicher Sieger des Deals?

Zumindest auf den ersten Blick hilft der Blockbuster-Deal indes vor allem den Predators. Denn Nashville erhielt mit Turris einen Spieler, der den ohnehin schon stark besetzten Kader des Vorjahresfinalisten noch einmal verstärkt. "Für mich ist Turris einer der besten Zwei-Wege-Center in der NHL", freute sich auch General Manager David Poile, der monatelang über einen Transfer von Turris oder Duchene nach Tennessee verhandelt hatte. Kaum nach Nashville transferiert, einigte sich Turris zudem prompt mit Poile auf eine Vertragsverlängerung bis 2024 (Jahresgehalt: sechs Millionen Dollar).

Dass die Predators im Tausch weder einen Stammspieler noch ein Draftrecht der ersten Runde abgeben mussten, lässt den Deal aus Sicht von Poile noch besser aussehen - auch wenn der Abgang von Girard schmerzte: "Es tut immer weh, wenn man so einen Spieler wie ihn oder Seth Jones (wechselte Anfang 2016 im Tausch mit Ryan Johansen nach Columbus; d. Red.) abgeben muss. Aber das ist Teil des Geschäfts, wenn man das Team besser machen will", erklärte Poile. Wie im Fall von Nummer-eins-Center Johansen könnte ihm dies in der Tat ein weiteres Mal gelungen sein.

jom

Der Drei-Wege-Deal von Ottawa, Nashville und Colorado in Bildern
Duchene, Turris und Colorados Sieben
Matt Duchene
Ottawa Senators: Matt Duchene

Matt Duchene (26 Jahre alt), Center, Kanadier.
© imago

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1000 Palladium Drive
Ottawa, Ontario, Canada K2V 1A5
Internet:http://www.ottawasenators.com/

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Anschrift:Nashville Predators
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Nashville, Tennessee, USA 37203
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