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28.09.2017, 23:14

Die Außenseiter der Eastern Conference im kicker-Check

Zweimal Neuaufbau und dreimal Hunger auf mehr

Mit den New Jersey Devils und den Detroit Red Wings befinden sich zwei Altmeister mitten im Neuaufbau. Einen Schritt weiter sind da schon die Carolina Hurricanes, Philadelphia Flyers und Buffalo Sabres. Doch wie viel weiter? Die fünf Außenseiter in der Eastern Conference im kicker-Check...

New Jersey Devils: Mit Hischier und Butcher in eine bessere Zukunft

Kommen & Gehen: Die Devils befinden sich Mitten im Neuaufbau und trennten sich im Zuge dessen im Sommer von einigen etablierten Spielern. So erhielten Kyle Quincey (32), Jacob Josefsen, Sergej Kalinin (beide 26) oder Pierre Parenteau (34) keinen neuen Vertrag. Von Michael Cammalleri trennte sich General Manager Ray Shero sogar trotz noch laufendem Vertrag per Buyout, sodass die Devils dem 34-Jährigen, der zu den Los Angeles Kings zurückkehrte, bis 2021 jährlich noch knapp 1,7 Millionen US-Dollar zahlen müssen.

Nico Hischier
Wurde als erster Schweizer als "1st Overall" im Draft ausgewählt: Nico Hischier.
© imago

Bei den Neuzugängen sticht Nico Hischier (18) hervor, den Shero dank Losglück in der Draftlotterie an allererster Stelle im Draft auswählen durfte. Mit Offensivverteidiger Will Butcher (22), der 2017 den renommierten Hobey Baker Award als bester College-Spieler gewann, angelte sich New Jersey zudem den begehrtesten Akteur aus der NCAA des Sommers. Ein weiteres Abwehrtalent kam mit dem Schweizer Mirco Müller (22) aus San Jose. Mit Marcus Johansson (26), den Washington aus finanziellen Gründen nicht halten konnte, gelang Shero zudem sogar ein kleiner Transfercoup. Drew Stafford (31) und Brian Boyle (32) sollen mit ihrer Erfahrung helfen. Bei letzterem allerdings wurde in der Vorbereitung eine Leukämie-Erkrankung diagnostiziert. Dennoch peilte Boyle nach medizinischer Behandlung einen Einsatz zum Saisonstart an.

Stärken & Schwächen: Mit 183 Toren stellte New Jersey 2016/17 die mit Abstand schwächte Offensivabteilung der Eastern Conference. Einzig Colorado (166) und Vancouver (182) waren noch schlechter. Sollte sich der Schweizer Hischier gleich im ersten NHL-Jahr als Punktesammler etablieren, und sich der in Vorbereitung stark aufspielende Pavel Zacha (20) weiter steigern, dann ist dem Sturm um Johansson und den letztjährigen Topscorern Taylor Hall (25) und Kyle Palmieri (26) durchaus zuzutrauen, die 200-Tore-Marke zu durchbrechen. In der vergangenen Saison war allerdings auch die Defensive mit 244 Gegentoren eine große Schwachstelle - und zusammen mit Detroit die anfälligste im Osten. Der Abgang von Adam Larsson, der im Sommer 2016 für Hall nach Edmonton abgegeben worden war, machte sich negativ bemerkbar. Ob die Verpflichtungen der mobilen, aber im Defensivverhalten in der NHL noch unerfahrenen Butcher und Müller schnelle Abhilfe bringen, erscheint eher fraglich.

kicker-Tipp: Die Talsohle im Prozess des Neuaufbaus in Newark ist erreicht, wenn nicht sogar bereits durchschritten. Dennoch stehen die Devils erst am Anfang eines Entwicklungsprozesses und werden daher erneut nahe des Tabellenendes landen.

Detroit Red Wings: Der Umbruch hat gerade erst begonnen

Henrik Zetterberg, Dylan Larkin (re.)
Generationenwechsel: Henrik Zetterberg und Hoffnungsträger Dylan Larkin (re.).
© imago

Kommen & Gehen: Bei den Red Wings endete im Frühjahr eine Ära. Nicht nur verstarb der langjährige Besitzer Mike Ilitch im Februar, Detroit verpasste auch erstmals seit 1990 wieder eine Play-off-Teilnahme. Darüber hinaus ist die legendäre Joe Louis Arena nach 38 Jahren für den Klub Geschichte. Von den besten 20 Scorern der vergangenen Saison verließen indes einzig Thomas Vanek und Steve Ott den Klub. Letzterer beendete seine Karriere, um Co-Trainer in St. Louis zu werden. Der Grazer Vanek war bereits vor der Deadline im März nach Florida getauscht worden und unterschrieb in Vancouver. Der einzig prominente Neuzugang heißt Trevor Daley. Der 33-jährige Offensivverteidiger kommt als zweifacher Meister mit Pittsburgh zu den Red Wings. Den aus Tampa verpflichteten, rechtsschießenden Luke Witkowski (27), der in Westflorida noch als Verteidiger agierte, will Coach Jeff Blashill zu einem Defensivstürmer umfunktionieren.

Stärken & Schwächen: In der vergangenen Saison gehörten die Red Wings defensiv (mit 207 erzielten Treffern) wie offensiv (mit 244 Gegentoren) zu den schwächsten NHL-Teams. Angesichts der marginalen Veränderungen im Kader ist nicht ersichtlich, warum sich daran etwas dramatisch ändern sollte. Einstige Starspieler wie Henrik Zetterberg (36), der im Sommer erklärt hatte, dass seine Karriere trotz noch bis 2021 laufendem Vertrag womöglich früher enden könnte, oder der gleichaltrige Niklas Kronwall sind über ihrem Zenit. Sollten Hoffnungsträger wie die Stürmer Dylan Larkin (21) oder Anthony Mantha (23) nicht einen riesigen Entwicklungssprung machen, ist ein großer Sprung nach vorne vorerst nicht ersichtlich.

kicker-Tipp: Der Umbruch in Michigan hat gerade erst begonnen. Die einstigen Meisterspieler Zetterberg oder Kronwall stehen kurz vor dem Karriereende. Alles andere als ein erneuter Platz am Ende des Tableaus wäre für die Red Wings eine Überraschung.

Carolina: Mit Darling und Williams zurück in die Play-offs?

Victor Rask, Teuvo Teräväinen, Justin Williams (v.li.)
Zum zweiten Mal in Raleigh: Ex-Meisterspieler Justin Williams (re.).
© imago

Kommen & Gehen: Die Hurricanes mussten im Vergleich zur vergangenen Saison keinen signifikanten Abgang hinnehmen. Einzig Abwehrroutinier Ron Hainsey, der allerdings schon vor dem Ende der Wechselfrist im März nach Pittsburgh getauscht wurde, hinterließ eine kleine Lücke. In Sachen Verstärkungen war General Manager Ron Francis dafür umso aktiver: Im Tor trennte sich Carolina von Eddie Läck, der nach Calgary transferiert wurde. Den freien Platz übernahm Scott Darling (28), der in Chicago nicht an Corey Crawford vorbeigekommen war. In Raleigh indes ist für den US-Amerikaner sogar der Nummer-eins-Posten vorgesehen, während der einstige Meisterkeeper Cam Ward (33) in die Reserverolle schlüpfen soll. Die Affinität für ehemalige Blackhawks-Spieler wurde auch mit den Akquisen von Verteidiger Trevor van Riemsdyk (26) und Marcus Krüger (27) deutlich, die die Tiefe im Kader noch einmal verbessern. Mit Justin Williams (35) kehrt nach acht Jahren ein äußerst erfahrener Außenstürmer zurück. Wie Ward hatte Williams 2006 mit den Hurricanes den bis dato einzigen Stanley-Cup-Sieg in der Franchise-Geschichte gefeiert.

Stärken & Schwächen: Coach Bill Peters verfügt über eine junge Mannschaft, die mit Tempo und Offensivstärke schon 2016/17 phasenweise überraschte. Gerade die Defensive um Justin Faulk (25), Jaccob Slavin (23) oder Noah Hanifin (20) ist sehr talentiert und mobil - allerdings auch sehr unerfahren, zumal kein Verteidiger älter als 26 Jahre alt ist. Ähnliches gilt für die Offensive, in der endlich verletzungsfreie Jeff Skinner (25) mit satten 37 Toren zuletzt ebenso aufhorchen ließ wie der 20-jährige Finne Sebastian Aho, der in seiner Rookie-Saison auf Anhieb 49 Punkte erreichte. Als ein weiterer Leader neben Jordan Staal (29) soll Williams eine Führungsrolle einnehmen. Das zuletzt mittelmäßige Goaltending soll durch Darling eine Aufwertung erhalten.

kicker-Tipp: Den Hurricanes gehört die Zukunft. Bei allem Talent im Kader ist ein Play-off-Einzug aber nur vorstellbar, wenn Keeper Darling, der in Chicago exzellente Statistiken aufwies, aber noch nie in der NHL die Nummer eins war, die erhoffte Verstärkung darstellt.

Philadelphia: Patrick leitet den Umbruch ein

Nolan Patrick
Soll die Flyers mittelfristig wieder zu Erfolgen führen: Nolan Patrick.
© imago

Kommen & Gehen: Als wahrer Gewinner der Draftlotterie durften die Flyers, die mit 88 Zählern nur knapp außerhalb der Play-off-Plätze gelandet waren, bereits an zweiter Stelle draften und wählten mit Nolan Patrick einen Center aus, der lange Zeit als bester Spieler seines Jahrgangs galt. Kaum war ein Mittelstürmer für die Zukunft gefunden, tauschte General Manager Ron Hextall am Drafttag mit Brayden Schenn (25) überraschend einen noch verhältnismäßig jungen Stürmer nach St. Louis. Im Gegenzug ging Zwei-Wege-Center Jori Lehterä (29) - nicht zuletzt aus finanziellen Gründen durch den Salary Cap - sowie gleich zwei hohe Draftrechte an die Flyers.

Mit Altstar Mark Streit (38), Michael Del Zotto sowie World-Cup-Teilnehmer Pierre-Edouard Bellemare (im Expansion Draft nach Las Vegas) und Keeper Steve Mason verließen einige etablierte Kräfte den Klub. Für das Tor holte Hextall mit Brian Elliott (32) einen erfahrenen, aber nicht hochklassigen Keeper. In der Abwehr sollen Eigengewächse wie Travis Sanheim (21), Samuel Morin (22) oder Robert Hägg (22) als Ersatz für Streit und Del Zotto den nächsten Schritt machen.

Stärken & Schwächen: Schon im vergangenen Jahr verfügten die Flyers über kein erstklassiges Torhüter-Duo. Mit Elliott für Mason dürfte sich daran kaum etwas ändern, zumal die Abwehr (236 Gegentore 2016/17) zwar über gleich eine Reihe hocheingeschätzter junger Akteure, allen voran Ivan Provorov (20) und Shayne Gostisbehere (24), verfügt, jedoch nicht über Erfahrung und etablierte Defensivspezialisten. Auch im Sturm stehen die Zeichen auf Jugend und Umbruch. So wurde der langjährige Nummer-eins-Center Claude Giroux (29) in der Vorbereitung als Flügelstürmer getestet. Die Zukunft gehört hingegen Spielern wie Patrick oder Travis Konecny (20).

kicker-Tipp: Nicht zuletzt dank Patrick und der Vielzahl an weiteren jungen Talenten darf man in Philadelphia wieder positiv in die Zukunft blicken. Kurzfristig allerdings stechen die Schwäche auf der Torhüterposition sowie die Unwägbarkeiten eines teilweise neu formierten Kaders hervor. Wohl zu viele Fragezeichen für eine Play-off-Teilnahme.

Buffalo: Mit einem Power House(ley) in Richtung Play-offs

Jack Eichel
Er ist der große Hoffnungsträger in Buffalo: Jack Eichel.
© imago

Kommen & Gehen: Vor allem in der Defensive wurde das im letzten Jahr mit 78 Punkten zweitschlechteste Team der Eastern Conference deutlich umgebaut. Neben dem spielstarken Russen Viktor Antipin (24), der aus der KHL kam, sollen auch Nathan Beaulieu (24) und Marco Scandella (27) für mehr Mobilität, aber auch Physis in der Defensive sorgen. Scandella kam in einem überraschenden Vier-Spieler-Tausch gemeinsam mit Rückkehrer Jason Pominville (34) aus Minnesota. Für den Abwehrspieler und den einstigen Sabres-Kapitän verließen der verletzungsanfällige Tyler Ennis sowie Power Forward Marcus Foligno den Klub. Die Verträge mit Kapitän Brian Gionta (37) und Cody Franson (29) wurden nicht verlängert. Im Tor holte der neu installierte General Manager Jason Botterill, der vom Cup-Sieger Pittsburgh kam, mit Chad Johnson einen verlässlichen Backup für den sein volles Potenzial bislang nicht ausschöpfenden Starter Robin Lehner (26).

Stärken & Schwächen: Große Verletzungsprobleme - nicht nur Jungstar Jack Eichel (20) fehlte gleich zu Beginn - und eine sehr anfällige Defensive warfen Buffalo in der vergangenen Saison schnell aus der Bahn. Die zur Hälfte umgebaute Abwehr soll nun die Gegentorflut (237) eindämmen. Der Sturm, der 2016/17 nur 201 Treffer erzielte, dürfte allein schon durch weniger Verletzungspech und einen Reifeprozess bei Eichel oder Sam Reinhart (21) gewinnen. Der abschlussstarke Pominville gibt dem neuen Coach Phil Housley, der zuletzt als Co-Trainer beim Finalisten Nashville gearbeitet hatte, zudem eine weitere Option in einem an Akteuren mit Durchschlagskraft (Ryan O'Reilly, Evander Kane, Kyle Okposo) ohnehin nicht armem Kader eine weitere Option.

kicker-Tipp: Die Sabres stehen nach Jahren des Neuaufbaus kurz vor dem Durchbruch. Nicht nur dank der Hoffnungsträger Eichel, Reinhart oder Offensivverteidiger Rasmus Ristolainen (22) ist die nächste Play-off-Teilnahme nur noch eine Frage der Zeit. Fehlende Erfahrung und Eingespieltheit könnte 2017/18 indes noch gegen eine Endrundenteilnahme sprechen.

Joachim Meyer

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