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27.09.2017, 09:34

Die Außenseiter der Western Conference im kicker Check

Talent, Risiko und ein Liga-Neuling

Mit den Vegas Golden Knights geht eine neue NHL-Franchise an den Start. Die Euphorie in "Sin City" ist entsprechend groß, auch wenn ein ultimativer Star fehlt. Bei den Arizona Coyotes und der Colorado Avalanche sollen die vielen Rohdiamanten alle überstrahlen, was sowohl Chance als auch Risiko bedeutet. Bei den Vancouver Canucks wurde mit einem neuen Goalie-Tandem ebebfalls ein Wagnis eingegangen. Die Los Angeles Kings hoffen derweil, mit einem neuen Trainer an alte Zeiten anknüpfen zu können. Die fünf Außenseiter in der Western Conference im kicker-Check...

Vancouvers Wagnis zwischen den Pfosten

Jacob Marksröm & Anders Nilsson
Schwedisches Goalie-Tandem: Vancouvers Jacob Markström (l.) und Anders Nilsson (r.).
© pictue allianceZoomansicht

Kommen & Gehen: In den letzten vier Jahren verpasste Vancouver dreimal die Play-off-Qualifikation. Im Sommer wurde der Kader zwar in der Breite verstärkt - ein radikaler Umbruch blieb aus. Statt einer schlagartigen Verjüngungskur verpflichteten die Canucks im Sommer eher Spieler Mitte bis Ende 20. Goalie Anders Nilsson (27, Buffalo), die Verteidiger Michael Del Zotto (27, Philadelphia) und Patrick Wiercioch (26, Colorado) sowie die Stürmer Sam Gagner (28, Columbus) und Alexander Burmistrov (25, Arizona) sollen dem Kader mehr Tiefe verleihen. "Wir müssen unsere guten jungen Spieler in einem fordernden Umfeld entwickeln, sodass sie die Dinge, die es zum Gewinnen braucht, richtig lernen können", erklärt Vancouvers General Manager Jim Benning. Mit Stammtorwart Ryan Miller (Anaheim) und Abwehrmann Luca Sbisa (Vegas) mussten die Canucks zwei Stützen ziehen lassen.

Stärken & Schwächen: Trotz der Verstärkungen könnte Vancouver ein Problem mit dem "Secondary Scoring" bekommen. Noch immer sind die Canucks abhängig von ihrer ersten Garde um die Zwillingsbrüder Henrik und Daniel Sedin (beide 37) sowie ihrem schwedischen Landsmann Loui Eriksson (32). Das Trio scheint allerdings so langsam in die Jahre zu kommen - ihre Produktivität nahm nicht erst in der abgelaufenen Saison merklich ab. Chancenerarbeitung und Durchschlagskraft waren bereits in der Vorsaison die Achillesferse, allen voran das erschreckend schwache Powerplay. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Goalie-Tandem, denn weder Jacob Markström noch Nilsson konnten sich bislang als NHL-Starter profilieren und zählen eher zum Durchschnitt ihrer Gilde.

kicker-Tipp: Vancouver gilt in der Pacific Division als Außenseiter und wird die Play-offs zum vierten Mal in fünf Jahren verpassen.


Vegas und der Faktor Shipachyov

Vadim Shipachyov
Spielmachender Mittelstürmer: Vadim Shipachyov soll in Las Vegas für Tore und Assists sorgen.
© Getty ImagesZoomansicht

Kommen & Gehen: Die neue NHL-Franchise Vegas Golden Knights geht zur Saison 2017/18 erstmals an den Start. Die Euphorie in "Sin City" ist entsprechend groß. Im Expension-Draft durfte Vegas von jedem der anderen 30 Teams je einen nicht geschützten Spieler auswählen. Zu den klangvollsten Akquisen zählen Torwart Marc-André Fleury (Pittsburgh) sowie die Stürmer Reilly Smith, Jonathan Marchessault (beide Florida), David Perron (St. Louis), James Neal (Nashville) und Erik Haula (Minnesota). Die prominenteste Verstärkung ist allerdings der als Free Agent aus Russland verpflichtete Vadim Shipachyov (St. Petersburg), der als drittbester Scorer der abgelaufenen KHL-Saison (26 Tore, 50 Assists in 50 Spielen) sein NHL-Debüt im hohen Alter von 30 Jahren geben wird.

Stärken & Schwächen: Die Unterhaltungshauptstadt der USA hat nun auch seine erste Major-League-Franchise. Entsprechend groß ist die Euphorie im Bundesstaat Nevada. Da im Expension-Draft die besten Spieler geschützt wurden, haben die Golden Knights zwar ein Team ohne Topstar, sind dafür aber in der Tiefe gut aufgestellt. "Wir wollen körperbetont spielen, viel skaten, aggressiv forechecken und hart arbeiten", beschreibt Vegas-Coach Gerard Gallant die Hockey-DNA der 31. Franchise. Das größte Fragezeichen steht hinter der Defensive, die zumindest auf dem Papier zu den schwächsten Abwehrreihen der Liga zählen dürfte. Mit dem dreimaligen Stanley-Cup-Champion Fleury wurde dafür ein starker Goalie verpflichtet, auf den viel Arbeit zukommen wird.

kicker-Tipp: Viel wird in Vegas davon abhängen, wie gut Shipachyov die Umstellung von KHL- auf NHL-Eishockey meistern wird. Trotz der großen Euphorie ist die Defensive eine echte Achillesferse. Die Golden Knights werden den Play-off-Einzug im ersten Jahr verpassen.


Colorados Talente als Chance und Risiko

Erik Johnson
Hoffnungsträger in Colorados Defensive: Verteidiger Erik Johnson.
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Kommen & Gehen: Hinter Colorado liegt eine Saison zum Vergessen: Als schlechtestes Team mit gerade einmal 22 Siegen aus 82 Spielen schleppte sich die Franchise aus Denver über die Ziellinie. Im Sommer folgte der Kehraus. Unter den insgesamt elf Abgängen sind Calvin Pickard (Vegas), François Beauchemin (Anaheim), Patrick Wiercioch (Vancouver) und Mikhail Grigorenko (CSKA Moskau) herauszuheben. Abwanderungsgedanken hegt weiterhin Starstürmer Matt Duchene, der wohl noch via Trade abgegeben wird. Neu in den Rocky Mountains ist Goalie Jonathan Bernier (Anaheim), der Starter Semyon Varlamov besser entlasten und damit für mehr Stabilität zwischen den Pfosten sorgen soll. Außerdem kam mit Colin Wilson (Nashville) ein Stanley-Cup-Finalist. Mit dem ehemaligen "First-Overall-Pick" Nail Yakupov (zuletzt St. Louis) machte die Avalanche ein echtes Schnäppchen (875.000 Dollar). Für den 23-jährigen Russen ist es wohl die letzte Chance, sein Talent auf NHL-Eis unter Beweis zu stellen.

Stärken & Schwächen: Mit Gabriel Landeskog (24), Nathan MacKinnon (22), Mikko Rantanen (20), Tyson Jost (19), J.T. Compher (22), Sven Andrighetto (24), Matt Nieto (24) und Neuzugang Yakupov (23) verfügt Colorado über jede Menge Talent im Angriff. Die Problemzone ist wohl wie in der Vorsaison die Defensivabteilung (3,37 Gegentore/Spiel). Hier ruhen die Hoffnungen auf dem wieder genesenen Abwehrchef Erik Johnson sowie auf dem schussgewaltigen Offensivverteidiger Tyson Barrie. Zudem wird wohl auf den Talentepool zurückgegriffen: Spieler wie Andrei Mironov (23), Nikita Zadorov (22), Chris Bigras (22), Duncan Siemens (23) oder Anton Lindholm (22) müssen sich auf NHL-Niveau jedoch erst beweisen.

kicker-Tipp: Viele junge Spieler sind Chance und Risiko zugleich. Die Avs brauchen noch Zeit zum Reifen und werden die Play-offs verpassen. Eine erneute Horror-Saison dürfte aber ausbleiben.


Los Angeles: Mit neuem Trainer zu alten Erfolgen?

Anze Kopitar & Jonathan Quick
Schlüsselspieler in L.A.: Center Anze Kopitar (l.) und Goalie Jonathan Quick müssen liefern.
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Kommen & Gehen: In den letzten sechs Jahren kam der Stanley-Cup-Champion gleich zweimal aus Los Angeles (2012, 2014). Doch die glamourösen Tage scheinen vorbei - gleich zweimal in den letzten drei Jahren verpassten die Kings den Einzug in die Play-offs. Die Wende wollen die Kings vor allem mit dem vorhandenen Personal sowie mit dem vom Assistenztrainer zum neuen Chefcoach beförderten John Stevens schaffen. Blockbuster-Trades blieben über den Sommer aus. Backup-Goalie Darcy Kuemper (Minnesota), KHL-Verteidiger Chris Lee (Metallurg Magnitogorsk), der sich bei der WM in Deutschland für höhere Aufgaben empfohlen hatte und im September zunächst nur per Tryout verpflichtet wurde, Christian Folin (Minnesota) und Michael Cammalleri (New Jersey) helfen in der Breite, sind aber keineswegs Schmuckstücke aus der obersten Schublade. Den Klub verlassen haben unter anderen Ben Bishop (Dallas) und Brayden McNabb (Vegas).

Stärken & Schwächen: Los Angeles' Schwachpunkt ist die Offensive. Hier fehlte es zuletzt an Durchschlagskraft und Scoringtouch - sowohl in den Top-Reihen als auch in der Tiefe. Wirklich nachgebessert wurde hier nicht. Die Stärke der Kings ist physisches Eishockey mit hohem Puckbesitz-Anteil. Eminent wichtig ist die Achse um die Star-Spieler Jonathan Quick (Tor), Drew Doughty (Verteidigung) und Anze Kopitar (Sturm). Hinter zwei Dritteln des Trios steht jedoch ein Fragezeichen: Quick war einen Großteil der letzten Saison verletzt. Kapitän Kopitar spielte - abgesehen von der Lockout-Saison 2012/13 - seine punktschlechteste Saison (zwölf Tore, 40 Assists).

kicker-Tipp: "Ich habe diesen Job nicht angenommen, wenn ich nicht davon überzeugt wäre, gewinnen zu können", strahlt Neu-Chef Stevens Selbstbewusstsein aus. "Es ist nicht dasselbe Team, das zwei Stanley Cups gewonnen hat, aber ein Großteil der Spieler ist noch da. Die Herausforderung ist, unseren Topspieler wieder zu alter Stärke zu verhelfen." Ob das gelingt, ist jedoch fraglich. Es wird knapp für L.A. - am Ende werden die Play-offs aber erneut verpasst.


Arizona im Umbruch - Viel Talent neben Rieder

Tobias Rieder
Ein Landshuter in der Wüste: Stürmer Tobias Rieder bei den Arizona Coyotes.
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Kommen & Gehen: Seit über fünf Jahren warten die Coyotes auf den Sprung in die Play-offs. "Wir sind jetzt hier, um zu gewinnen", unterstreicht Arizonas Eigner Andrew Barroway. "Anhand unserer Aktivitäten in der Sommerpause kann man sehen, dass wir ein Team aufbauen, das in naher Zukunft mithalten kann." Mit diesen Transfertätigkeiten dürften sich die 'Yotes beim eigenen Anhang zunächst keine Freunde gemacht haben: Der Vertrag des Franchise-Players und Kapitäns Shane Doan (40, Karriereende) wurde nicht verlängert, Stammgoalie Mike Smith (35) nach Calgary getradet. Von den weiteren Abgängen Radim Vrbata, Jamie McGinn (beide Florida) und Alexander Burmistrov (Vancouver) war nur Torjäger Vrbata eine echte Stütze. Auf der Trainerbank löste Rick Tocchet, der zuletzt als Assistenzcoach in Pittsburgh zwei Stanley-Cup-Siege gefeiert hatte, Dave Tippett ab. Der neue Mann soll genauso das Sieger-Gen mit nach Arizona bringen wie die klanghaften Neuzugänge Antti Raanta, Derek Stepan (beide Rangers), Niklas Hjalmarsson (Chicago), Jason Demers (Florida) und Emerson Etem (Anaheim).

Stärken & Schwächen: Jugend forscht ist das Motto der Coyotes: Mit General Manager John Chayka (28) haben die Wüstenhunde nicht nur den jüngsten GM der Liga, sondern auch jede Menge Talent bei den Spielern: Max Domi (22), Anthony Duclair (22), Christian Dvorak (21), Lawson Crouse (20) und Jakob Chychrun (19) sollen tragende Rollen einnehmen. Auch den vielversprechenden Rookies Dylan Strome (20), Clayton Keller (19) und Christian Fischer (20) wird der Sprung in die NHL zugetraut. Die anfällige Defensive wurde sinnvoll verstärkt. Die Verteidigung um Abwehrchef Oliver Ekman-Larsson ist im besten Eishockey-Alter und sollte mehr Stabilität verleihen. Abzuwarten gilt, wie sich Rantaa zwischen den Pfosten machen wird. Anders als Vorgänger Smith ist der 28-jährige Finne bislang kein Nummer-1-Torhüter gewesen, hatte in New York hinter Starter Henrik Lundqvist aber einen exzellenten Lehrmeister.

kicker-Tipp: Die Mannschaft um den Deutschen Tobias Rieder wirkt ausbalancierter und sprüht vor Talent. Bringen die Coyotes das auch konstant aufs Eis, mischen sie im Kampf um die Wild-Card-Plätze mit. Am Ende wird Arizona den Sprung in die Play-offs zwar knapp verpassen, dafür aber wertvolle Erfahrung fürs nächste Jahr gesammelt haben.

Christian Rupp

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Vereinsdaten

Vereinsname:Vancouver Canucks
Anschrift:Vancouver Canucks
800 Griffiths Way
Vancouver, British Columbia, Canada V6B 6G1
Internet:http://www.canucks.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Vegas Golden Knights
Gründungsdatum:22.06.2016
Internet:www.nhl.com/goldenknights

Vereinsdaten

Vereinsname:Colorado Avalanche
Anschrift:Colorado Avalanche
Pepsi Center
1000 Chopper Circle
Denver, Colorado, USA 80204
Internet:http://www.coloradoavalanche.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Los Angeles Kings
Anschrift:Los Angeles Kings
1111 South Figueroa Street
Suite 3100
Los Angeles, California, USA 90015
Internet:http://www.lakings.com/

Vereinsdaten

Vereinsname:Arizona Coyotes
Anschrift:Phoenix Coyotes
5800 West Glenn Drive
Suite 350
Glendale, Arizona, USA 85301
Internet:http://www.phoenixcoyotes.com/


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