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31.08.2017, 20:00

DEL 2017/18, Vorschau: Die Außenseiter

Außenseiter im kicker-Check: Von Straubing bis Krefeld

Die Straubing Tigers, Fischtown Pinguins, Schwenninger Wild Wings und Krefeld Pinguine gehören zu den Mannschaften mit den geringsten Etats in der DEL. Dennoch gelangen einigen dieser Teams in den vergangenen Jahren immer wieder Überraschungen. Die Außenseiter im kicker-Check...

Straubing Tigers: Ein zweiter Zalewski und der Faktor Stewart

Mike Zalewski
Spielt in Straubing mit seinem Bruder Steven zusammen: Mike Zalewski.
© imagoZoomansicht

Mit Platz neun und der damit verbundenen Qualifikation für die erste Play-off-Runde bewiesen die Niederbayern erneut, dass auch mit im Ligavergleich geringen finanziellen Mitteln Achtungserfolge gelingen können. Dementsprechend verzichtete der Sportliche Leiter auf große Umstellungen - zwangsweise mit einer Ausnahme: Coach Larry Mitchell verließ Straubing nach über zweieinhalb Jahren und heuerte als Sportdirektor beim ERC Ingolstadt an. Als Ersatz holten die Tigers in Bill Stewart eine schillernde Trainerfigur nach sieben Jahren zurück in die DEL. Der 59-jährige Kanadier arbeitete in der höchsten deutschen Liga bereits für Mannheim (ein Meistertitel), Krefeld, Hamburg und Köln. Der für seine emotionale Art bekannte Stewart, der einst in Nordamerika dabei erwischt worden war, wie er einen Spieler ohne Visum im Gepäckraum eines Busses über die Grenze in die USA schmuggeln wollte, ist nach eigenem Bekunden indes ruhiger geworden.

Von den sieben Abgängen im Kader sind wohl nur der mit einem deutschen Pass ausgestatte Verteidiger Sean Sullivan, der Mitchell nach Ingolstadt folgte, sowie Keeper Matt Climie (Slowakei) von größerer Relevanz. Im Tor wurde mit Sebastian Vogl allerdings ein gutklassiger deutscher Keeper als Ergänzung zu Dimitri Pätzold aus Wolfsburg verpflichtet. Von Vize-Meister kam auch Abwehrspieler Alexander Dotzler. Ein gefühlter Neuzugang ist auch der deutsch-kanadische Offensivverteidiger Austin Madaisky, der im vergangenen Jahr verletzungsbedingt langfristig fehlte.

Im Angriff heißt der Top-Neuzugang Mike Zalewski, der in Straubing künftig an der Seite seines Bruders Steven spielen kann. Mike spielte in den letzten Jahren vornehmlich im Farmteam der Vancouver Canucks, für die er in den letzten drei Jahren zu insgesamt sechs NHL-Einsätzen gekommen war. Mit Cody Kunyk, der ebenfalls aus Utica kam, verließ die Tigers allerdings ein weiterer potenziell starker Neuzugang noch in der Vorbereitung aus privaten Gründen schnell wieder. Mit Christoph Gawlik und Levko Koper testete Straubing auch aus diesem Grund bis zuletzt zwei Spieler auf Tryout-Basis.

kicker-Tipp: Wird die Eingespieltheit des Kaders für Stewart und die Tigers zum Trumpf im Kampf um Platz zehn? In jedem Fall dürfte es für die Straubinger bis zum letzten Spieltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Teams wie Iserlohn oder Bremerhaven geben.

Bremerhaven: Transfercoup im Tor, aber Fragezeichen im Angriff

Tomas Pöpperle
Will mit Bremerhaven erneut in die Top-10: Torhüter Tomas Pöpperle.
© imago

Der Quereinsteiger aus Bremerhaven war in seiner ersten DEL-Saison 2016/17 die große Überraschung. Nicht nur distanzierten die für die Hamburg Freezers in die deutsche Eliteliga gekommenen Norddeutschen als Zehnter die Düsseldorfer EG um einen Zähler, das Team von Coach Thomas Popiesch setzte sich in der Play-off-Qualifikation dann auch noch gegen den ERC Ingolstadt durch und schied erst im Viertelfinale gegen den späteren Meister München aus. Den Erfolg zu wiederholen wird indes nicht leicht, zumal die Bremerhavener neben Nummer eins Jerry Kuhn (Wolfsburg) auch noch ihre komplette erste Sturmreihe abgeben mussten.

Zumindest im Tor gelang den Pinguins mit den Verpflichtungen von Tomas Pöpperle und Jaroslav Hübl ein mittelgroßer Coup. Der 32-jährige Tscheche Pöpperle, der bereits 2005/06 für die Eisbären Berlin in der DEL gespielt hatte und ein Jahr später sogar zu zwei Einsätzen für Columbus in der NHL gekommen war, spielte in den vergangenen Jahren nahezu durchgängig als Nummer eins in seiner Heimat. Auch der zwei Jahre ältere Hübl verfügt über viel Erfahrung - und zudem über einen deutschen Pass. Das deutlich größere Fragezeichen steht da schon dahinter, ob Bremerhaven die Abgänge von Toptorjäger Combs, Jeremy Welsh und Rob Bordson (beide Düsseldorf) im Angriff wird kompensieren können. Mit Kris Newbury verpflichtete man zwar einen durchaus namhaften langjährigen AHL-Stürmer, der im Alter von 35 Jahren allerdings erstmals auf der größeren Eisfläche in Europa sein Glück versucht.

kicker-Tipp: Es scheint durchaus möglich, dass das Duo Pöpperle/Hübl zu den besseren Torhüterpärchen in der DEL gehören wird. Unterschätzen wird die Bremerhavener aber in ihrer zweiten Saison - trotz der Fragezeichen im Sturm - niemand mehr. Platz zehn wird diesmal knapp verpasst.

Schwenninger Wild Wings: Wandelt Rech auf Fleurys Spuren?

Anthony Rech
Stürmer mit Drang zum Tor: Der Franzose Anthony Rech.
© imago

Mit Rang zwölf schafften die Wild Wings in der vergangenen Saison die beste Platzierung seit der Wiederkehr in die DEL 2013 an Stelle der Hannover Scorpions. Erst im Schlussspurt wurde Platz zehn verpasst. Einen kleinen personellen Umbruch gab es im Schwarzwald-Baar-Kreis so auch nur im Defensivbereich, was allerdings ein wenig überraschte: Denn in der unteren Tabellenhälfte kassierten 2016/17 nur die Eisbären Berlin (148) weniger Gegentore als die Schwenninger (156). Mit Sascha Goc (38) beendete das Gesicht und der Kapitän des Klubs sein Karriere; auch, weil er kein neues Vertragsangebot seines Heimatvereins erhalten hatte. Gocs Abgang wie auch der von Keeper Joey MacDonald (37), der seine Profi-Karriere ebenfalls beendete, läuteten einen Verjüngungsprozess ein.

Im Tor vertraut der ehemalige Nationaltrainer Pat Cortina nun dem erst 25-jährigen Dustin Strahlmeier, der MacDonald bereits im vergangenen Jahr den Rang ablief, als Nummer eins. Vor allem auf dem deutschen Sektor konnte sich Schwenningen - ungeachtet von Gocs Abschied - verstärken: Verteidiger Dominik Bittner und Stürmer Mirko Höfflin (beide 25) wechselten trotz noch laufender Verträge in Mannheim der eigenen sportlichen Perspektive wegen lieber gen Süden. Tim Bender wurde ein weiteres Jahr aus München ausgeliehen, Routinier Tobias Wörle kommt ebenfalls vom Meister. Für die nötige Erfahrung in der Abwehr sorgt der Finne Jussi Timonen (34; Bruder des ehemaligen NHL-Stars Kimmo Timonen). Im Angriff soll der offensivstarke französische Nationalspieler Anthony Rech, den Manager Jürgen Rumrich nach Tryout fest verpflichtete, auf den Spuren des vor einem Jahr aus Schwenningen in die KHL gewechselten Damien Fleury wandeln.

kicker-Tipp: Angeführt vom neuen Kapitän Will Acton will in Schwenningen im fünften Jahr nach der DEL-Rückkehr endlich die erste Play-off-Runde erreicht werden. Ein schwieriges, aber nicht unmögliches Unterfangen - insbesondere, wenn Strahlmeier im Tor über sich hinauswächst.

Krefeld Pinguine: Trotz vieler Unbekannter zurück in die Top-10?

Adrian Grygiel
Kehrt nach über einem Jahrzehnt nach Krefeld zurück: Adrian Grygiel.
© picture alliance

Nach dem enttäuschenden 14. und damit letzten Platz in der vergangenen Saison folgte im Sommer der zu erwartende große personelle Umbruch. Gleich 14 Spieler verließen den Klub, darunter mit Herberts Vasiljevs (41) der langjährige Kapitän, der seinen Rücktritt erklärte. Mit Stürmer Mark Mancari einigte sich man trotz noch laufendem Vertrag auf eine Trennung. Dass bei den Seidenstädtern, um die sich in den letzten Jahren stets Rückzugsgerüchte aus der DEL rankten, Sparkurs herrscht, merkte man bei den insgesamt elf Neuzugängen. Dennoch hofft der neue Sportliche Leiter Matthias Roos, eine schlagkräftigere Mannschaft zusammengestellt zu haben als die der Saison 2016/17.

Jenseits der beiden Topstürmer Daniel Pietta und Marcel Müller beginnen im Offensivbereich die Fragezeichen. Sehr viel hängt davon ab, ob es den beiden Norwegern Mathias Trettenes (23; kam aus der zweiten schwedischen Liga) und dem robusten Tommy Kristiansen (28) gelingt, in der DEL auch nur annähernd an die Leistungen bei ihren letzten Teams anzuknüpfen. Gleiches gilt für den kanadischen Mittelstürmer Justin Feser, der zuletzt in Olten in der zweiten Schweizer Liga spielte, und den aus Freiburg in der DEL2 in die DEL gewechselten Nikolas Linsenmaier. Auf die Erfahrung von weit über 800 DEL-Spielen kann dagegen Adrian Grygiel zurückblicken. Der 34-jährige Außenstürmer, der 2003 mit den Pinguinen Meister geworden war, kehrte nach elf Jahren an alte Wirkungsstätte zurück und prompt zum neuen Kapitän ernannt.

Glücksgriffe erhoffte man sich auch im Defensivbereich mit Keeper Andrew Engelage und dem französischen Nationalverteidiger Antonin Manavian. Von Letzterem trennte man sich allerdings bereits kurz vor dem Saisonstart sofort wieder. Der aus Düsseldorf gekommene Kurt Davis (23 Scorerpunkte 2016/17) und Patrick Seifert, der gute Leistungen für Wolfsburg gerade auch in den Play-offs zeigte, sollten Verstärkungen für die im letzten Jahr schlechteste Abwehr der Liga darstellen.

kicker-Tipp: Nur wenn die hierzulande weitgehend unbekannten Neuzugänge zum überwiegenden Teil die Erwartungen erfüllen, kann Krefeld im Kampf um Platz zehn eine gewichtige Rolle mitspielen.

Joachim Meyer

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