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04.05.2017, 22:46

Deutschlands Gruppengegner im Überblick

Schwere Gruppe A: Drei Favoriten und viel Augenhöhe

Mit der Kölner Gruppe A hat die deutsche Mannschaft bei der WM 2017 die auf dem Papier deutlich namhaftere der beiden Vorrundengruppen erwischt. Denn neben den Russland, Schweden und den USA, die neben Kanada zu den heißesten Medaillenanwärtern zählen, warten auf das DEB-Team mit der Slowakei, Dänemark und Lettland drei weitere unangenehme Aufgaben. Die deutschen Gegner in der Vorrunde im Überblick...

USA: Mit jugendlichem Elan zur Medaille?

Team USA
Mit jungem Kader auf Medaillenjagd: Team USA.
© picture alliance

Das letzte WM-Gold der USA ist 57 Jahre her, doch die jungen Teams der Vereinigten Staaten bei Weltmeisterschaften waren zuletzt im Aufwind, schafften bei den letzten vier Turnieren den Sprung ins Halbfinale und den Gewinn zweier Bronzemedaillen (2013, 2015). Im Juniorenbereich hat das amerikanische Ausbildungssystem sogar Vorbildcharakter. So stellen die USA derzeit sowohl den U-18- als auch U-20-Weltmeister.

Mit Jack Eichel (Buffalo Sabres), Johnny Gaudreau (Calgary Flames) und Dylan Larkin (Detroit Red Wings) stehen Cheftrainer Jeff Blashill (Detroit) drei der besten jungen Spieler der NHL zu Verfügung. Obwohl im US-Kader nur drei Spieler älter als 25 Jahre alt sind, gehören die Nordamerikaner nicht nur aufgrund dieses Offensivpotenzials erneut zu den Medaillenkandidaten. Auch, weil mit Jimmy Howard (Detroit) ein Routinier zwischen den Pfosten steht und die junge Abwehr über große Mobilität verfügt.

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© imago/ picture alliance

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Schweden tritt mit Allstar-Verteidigung an

Deutschlands letzter WM-Sieg gegen Schweden liegt 25 Jahre zurück (5:2 am 1. Mai 1992 in Bratislava). Allein die Defensive, die Coach Rikard Grönborg aufbieten kann, lässt wenig Hoffnung darauf aufkommen, dass sich dies 2017 ändert. Denn mit Viktor Hedman, Anton Stralman (beide Tampa Bay Lightning), Oliver Ekman-Larsson (Arizona Coyotes), John Klingberg (Dallas Stars), Alexander Edler (Vancouver Canucks) und Jonas Brodin (Minnesota Wild) können die "Tre Kronor" selbst für NHL-Verhältnisse ein Allstar-Ensemble in der Defensive aufbieten.

Auch in der Offensive verfügt Schweden über jede Menge Talent. Besonders im Fokus: Der erst 21-jährige Jungstar Willie Nylander von Toronto Maple Leafs, der in seinem ersten vollen NHL-Jahr auf satte 65 Scorerpunkte gekommen war. Auch die Mischung aus jugendlichem Elan und Erfahrung im Kader machen aus den Skandinaviern einen Titelfavoriten. Es wäre in jedem Fall eine Überraschung, wenn es für Schweden nach zwei Viertelfinalpleiten nacheinander 2017 nicht wieder zum Halbfinaleinzug reichen würde.

Russland: Junge Keeper und enorme Offensivpower

Russland gewann in den letzten drei Jahren stets eine Medaille, musste nach dem WM-Titel 2015 indes zweimal in Folge dem kanadischen Rivalen den Vorzug lassen. Obwohl zahlreiche Stars aus der NHL und KHL in Deutschland fehlen werden, verfügt Coach Oleg Znarok noch immer über einen hochtalentierten, tief besetzten Kader - mit jungen Keepern: Denn in Abwesenheit des neben Sidney Crosby und Connor McDavid für den MVP-Titel in der NHL nominierten Sergei Bobrovsky (Columbus Blue Jackets), der eine Leistenverletzung auskuriert, gibt die Sbornaja im Tor mit Andrei Vasilevski (22; Tampa Bay), Ilya Sorokin (21; ZSKA Moskau) und Igor Shestyorkin (21; SKA St. Petersburg) der nächsten Generation eine Bewährungschance.

Oleg Znarok (r.)
Will mit Russland Titel Nummer 28: Coach Oleg Znarok (r.).
© Getty Images

Auch in Abwesenheit von Altstars wie Pavel Datsyuk, Andrei Markov oder Ilya Kovalchuk, die aus unterschiedlichen Gründen fehlen, besitzt der Kader noch immer über viel Offensivkraft. Zumal neben den KHL-Größen Sergei Mozyakin und Vadim Shipachyov, dem NHL-Ambitionen nachgesagt werden, auch die Scheibenkünstler Artemi Panarin (Chicago Blackhawks) oder Nikita Kucherov (Tampa Bay) zum Aufgebot gehören. Einer steht aber offenbar - trotz 1:3-Serienrückstand in den NHL-Play-offs gegen die Pittsburgh Penguins - diesmal nicht für eine Teilnahme zur Verfügung: Alex Ovechkin.

Slowakei: Der Star ist der Trainer

15 Jahre sind seit dem einzigen WM-Titel 2002 vergangen. Von einer goldenen Spielergeneration wie einst um Miroslav Satan oder Peter Bondra ist die Slowakei derzeit weit entfernt, zumal in die Jahre gekommene Stars wie Zdeno Chara (Boston Bruins) oder Marian Hossa (Chicago) trotz des Ausscheidens aus den NHL-Play-offs absagten. Coach Zdeno Ciger, der früher selbst in der NHL spielte, setzt - neben fünf Akteuren aus der KHL und zwei aus der SHL - fast ausschließlich auf in Tschechien oder der slowakischen Heimat aktive Spieler. Das vierte Ausscheiden in Folge bereits nach der Vorrunde wäre daher keine Überraschung.

Dänemark: Ehlers als Dreh- und Angelpunkt

Erst zum zweiten Mal nach 2010 qualifizierte sich Dänemark 2016 für ein WM-Viertelfinale. Kein Zufall, denn in den vergangenen Jahren steigerte sich Deutschlands nördlicher Nachbar kontinuierlich, was auch an der verstärkten Anzahl an Dänen in der NHL ersichtlich ist. Die Stars Frederik Andersen (Toronto), Jannik Hansen und Mikkel Boedker (beide San Jose Sharks) und Oliver Bjorkstrand (noch in den AHL-Play-offs aktiv) sagten jedoch ab, sodass die dänischen Hoffnungen vor allem auf Nikolaj Ehlers ruhen. Der pfeilschnelle 21-Jährige feierte mit 64 Scorerpunkten (25 Toren) eine herausragende zweite NHL-Saison bei den Winnipeg Jets. Doch dürfte er allein die fehlende Kadertiefe der Dänen kaum wettmachen können. Das DEB-Team allerdings sollte gewarnt sein. Denn von fünf WM-Spielen verlor die deutsche Mannschaft drei.

Italien: Larkin, Scandella - und dann?

Giulio Scandella
Mit Italien krasser Außenseiter: Giulio Scandella.
© picture alliance

Als das in der Weltrangliste am schlechtesten von allen 16-WM-Teilnehmern besetzte Team ist Italien in der stark besetzten Gruppe A nur krasser Außenseiter. Neben Torhüter Andreas Bernard (26), der in Finnland bei Ässät Pori in den vergangenen beiden Jahren Stammkeeper war, ruhen die Hoffnungen von Coach Stephan Mair (ehemals Schwenningen) insbesondere auf Defensivspezialist Thomas Larkin von den Adler Mannheim und Giulio Scandella (Asiago) im Angriff. Der in Montreal geborene 33-Jährige ist der ältere Bruder von NHL-Verteidiger Marco Scandella (Minnesota Wild) und Neffe des ehemaligen NHL- und DEL-Stars Sergio Momesso.

Lettland: Hartley und Daugavins als Hoffnungsträger

Das lettische Team befindet sich in einem kleinen Umbruch, den mit Bob Hartley ein ehemaliger NHL-Coach (Colorado, Calgary) bewerkstelligen soll. Deutschland hat nicht nur aufgrund des erfolgreichen Olympia-Qualifikationsturniers von Riga im September, das Sturms Team mit einem 3:2 gegen die Gastgeber krönte, recht gute Erinnerungen an die Balten. Denn von elf - zumeist knappen - Vergleichen bei WM-Turnieren gewann das DEB-Team sieben. Große Stars fehlen in Hartleys Team, der einzige NHL-Akteur Zemgus Girgensons hatte in Buffalo kein gutes Jahr. Führungsfigur ist Kapitän Kaspars Daugavins (28), der zwischen 2009 und 2013 selbst knapp 100-mal in der NHL zum Einsatz gekommen war, und nun für Torpedo Nizhny Novgorod in der KHL spielt.

Joachim Meyer

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