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04.10.2016, 17:17

NHL 2016/17: Die Eastern Conference im kicker-Check

Die Underdogs: Toronto drängt nach oben

Recht deutlich war der Abstand zwischen den ersten neun Mannschaften und den restlichen sieben am Ende der Hauptrunde 2015/16 im April. Den Montreal Canadiens ist dabei ohne weiteres zuzutrauen, dass sie in der am 13. Oktober (MESZ) beginnenden Spielzeit 2016/17 in der Reigen der Play-off-Teams zurückkehren. Bei den verbleibenden Sechs käme eine Play-off-Qualifikation einer kleineren Sensation gleich. Die Underdogs im Osten im kicker-Check...

Buffalo Sabres: Topneuzugang Okposo - Fragezeichen in der Abwehr

Kyle Okposo
Schlüsselspieler: Kyle Okposo soll für mehr Offensivpower in Buffalo sorgen.
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Signifikante Abgänge waren beim 14. des Vorjahres in der Eastern Conference nicht zu verzeichnen. Stattdessen verpflichteten die Sabres mit dem russischen Abwehrspieler Dmitri Kulikov (25) aus Florida und Rechtsaußen Kyle Okposo (28) von den New York Islanders zwei Spieler, die sofort Schlüsselspieler im Kader von Coach Dan Bylsma werden dürften. Im Tor wurde der nach Calgary gewechselte Backup Chad Johnson, der aufgrund der längerfristigen Verletzung von Robin Lehner 2015/16 zur faktischen Nummer eins geworden war, mit Anders Nilsson ersetzt.

Gerade in Sachen geschossener Tore (201) gehörte Buffalo in der vergangenen Spielzeit zu den schwächsten Teams der gesamten Liga. Okposo wird in diesem Bereich zweifellos Abhilfe schaffen, zudem ist der US-Amerikaner ein Vorbild in Sachen Einsatzbereitschaft. Viel wird aber davon abhängen, ob die beiden Toptalente Jack Eichel (18) und Sam Reinhart (19) sich im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern können. Umso mehr, da hinter der Zukunft von Sorgenkind Evander Kane, der sich in der Sommerpause polizeilicher Ermittlungen wegen sexueller Belästigung ausgesetzt sah, ein Fragezeichen steht.

Reicht ein Kulikov und ein gesunder Lehner aus, um die nicht gerade tiefe Defensive wie erwünscht zu verbessern? Zweifel sind angebracht, zumal mit "Restricted Free Agent" Rasmus Ristolainen (20) der beste Abwehrspieler der vergangenen Saison bis zuletzt noch immer nicht verlängert hatte. Immerhin allerdings wird die Offensive um Ryan O'Reilly, Okposo und den Jungstars wohl für mehr Durchschlagskraft sorgen und so die Sabres womöglich ein Stück näher an die Playoffs heranbringen können, als die zwölf Punkte, die noch im April 2016 gefehlt hatten.


Carolina Hurricanes: Defensive stark, der Angriff nur ein laues Lüftchen?

Justin Faulk
Prunkstück: Auf Carolinas Verteidiger Justin Faulk ist Verlass.
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Erstmals seit 2003 gehen die Hurricanes ohne ihren langjährigen Kapitän Eric Staal in eine Saison, der über den Umweg bei den New York Rangers in den Playoffs im Sommer für drei Jahre in Minnesota unterschrieb. Mit Kris Versteeg (29) und John-Michael Liles (34) verließen Raleigh zwei weitere erfahrene Kräfte bereits vor Ende der Wechselfrist Ende Februar.

Bei den Neuzugängen setzte General Manager Ron Francis, der den Kurs des langsamen Neuaufbaus weiterführen soll, auf punktuelle Ergänzungen. Mit Lee Stempniak (33) kam ein Angreifer, der 2015/16 im fortgeschrittenen Eishockey-Alter mit insgesamt 51 Scorerpunkten für New Jersey und Boston die zweitbeste Marke seiner Karriere erreichte. Der schwedische Defensivstürmer Viktor Stalberg (30) steht derweil eher für Defensivarbeit. Prominentester Neuzugang ist zweifellos das finnische Toptalent Teuvo Teräväinen (22), den die Hurricanes vor allen Dingen deswegen aus Chicago loseisen konnte, weil sie gleichzeitig den teuren Restvertrag von Bryan Bickell mit von den Blackhawks übernahmen.

Prunkstück im Kader ist die junge und hochtalentierte Abwehr um Justin Faulk (23), Noah Hanifin (19), Brett Pesce (21) und Jaccob Slavin (22). Darüber hinaus verfügt Carolina in Cam Ward und Eddie Läck über ein solides Torhüterduo. Größtes Problemfeld bleibt die Offensive, in der 2015/16 in der Eastern Conference lediglich New Jersey (184) weniger Tore erzielte als die Hurricanes. Jeff Skinner (24) war mit 28 Toren und 51 Scorerpunkten bereits bester Punktesammler. Nur wenn er, Teräväinen (22), Victor Rask (23), Elias Lindholm (21) - angeführt von Erics jüngerem Bruder Jordan Staal (28) - ihre Produktion deutlich steigern können, kann ein Resultat wie der zuletzt durchaus überraschende Platz zehn im Osten wiederholt werden.


Columbus Blue Jackets: Letzte Chance für Gagner - wer centert Reihe eins?

Brandon Dubinsky
Reihe-eins-Center? Brandon Dubinsky ist einer von drei Bewerbern in Columbus.
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Kompaktheit und Tiefe ist der Trumpf der Blue Jackets, die im Vergleich zu den anderen vermeintlichen Außenseitern im Osten ein wenig tiefer besetzt sind. Was Columbus indes fehlt, ist seit dem Tausch von Ryan Johansen nach Nashville ein Center für die erste Reihe. Der aufstrebende Alexander Wennberg (22), Routinier Brandon Dubinsky (30) und - geht es nach der Sportlichen Leitung in Ohio - vielleicht sogar der an Nummer drei im Draft 2016 ausgewählte Pierre-Luc Dubois (18) werden nun versuchen, diesen Schwachpunkt im Kader auszumerzen.

Abgesehen davon allerdings ist der Blue-Jackets-Kader recht ordentlich besetzt, beginnend im Tor beim russischen Nationalkeeper Sergej Bobrobsky (28), hin zu einer Abwehr, die mit Seth Jones (22), der für Johansen aus Nashville gekommen war, Ryan Murray (23), David Savard (25) oder Toptalent Zach Werenski (19) über einen äußerst mobile und noch sehr jungen Kern verfügt. Ähnliches gilt für den Angriff mit Wennberg, den beiden 23-jährigen Brandon Saad und Boone Jenner oder dem zum Ende der vergangenen Spielzeit in seinen ersten NHL-Einsätzen überzeugenden Dänen Oliver Björkstrand (21).

Namhafte Zu- oder Abgänge blieben bei den Blue Jackets aus, sieht man einmal von Sam Gagner ab. Der 27-Jährige war in seiner Karriere bis zum vergangenen Jahr 2015/16 stets für rund 40 Scorerpunkte pro Jahr gut, wurde jedoch von Philadelphia Flyers zuletzt erstmals in seiner Karriere in die AHL geschickt. Im Team des als Schleifer bekannten Coach John Tortorella kann sich Gagner, der auf allen Positionen im Angriff spielen kann, nun rehabilitieren. Und damit womöglich den Blue Jackets gleichzeitig zu einer Überraschung verhelfen.


New Jersey Devils: Mit Hall in ein neues Zeitalter

Taylor Hall
Hochkaräter: Taylor Hall soll New Jersey in ein neues Zeitalter schießen.
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Eines der interessantestes Team der Saison 2016/17 sind die New Jersey Devils. Denn welcher NHL-Klub konnte sich in einem schwierigen, weil von großen Salary-Cap-Zwängen geprägten Transfersommer schon mit einem hochkarätigen Außenstürmer wie Taylor Hall verstärken? Der aus Edmonton im Tausch mit Defensivspezialist Adam Larsson gekommene 24-Jährige dürfte im Alleingang davon sorgen können, dass die schwächste Offensive der gesamten Liga (nur 184 Tore) einen deutlichen Aufschwung erhält. Zumal die neue erste Reihe mit Center Adam Henrique (26) sich kaum wird einspielen müssen. Denn Hall und Henrique waren bereits bei den Windsor Spitfires in der kanadischen Juniorenliga OHL ein Tandem.

So wertvoll Hall als Neuzugang für den Sturm auch sein mag, in der Abwehr entstand durch Larssons Abgang ein Loch, das General Manager Ray Shero mit den Veteranen Ben Lovejoy (32) vom Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh und Kyle Quincey (31) zu stopfen versuchte. Der womöglich größte Coup gelang Shero indes mit der Verpflichtung des technisch versierten französischen Nationalspielers Yohann Auvitu (27), der in der vergangenen Saison zum besten Abwehrspieler der finnischen Liga gewählt worden war, und der auch in der Vorbereitung in New Jersey überzeugte.

Viel hängt in der NHL von einem guten Torhüter ab und mit Cory Schneider verfügen die Devils über einen der besten seines Fachs. Sollte sich die neuformierte Abwehr, in der sich mit David Schlemko der in Sachen Punkten zweitbeste Akteur 2015/16 nach San Jose verabschiedete, schnell finden und Hall, Henrique, der verletzungsanfällige Routinier Mike Cammalleri sowie der letztjährige Topscorer Kyle Palmieri die Offensivproduktion nach oben schrauben können, ist für New Jersey eine Überraschung möglich.


Ottawa Senators: Brassard als Hoffnungsträger

Erik Karlsson
"Scoring Touch" wie ein Stürmer: Ottawas Verteidiger Erik Karlsson.
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Ein Verteidiger, der in 82 Spielen auf 82 Scorerpunkte kommt und damit mit weitem Abstand Topscorer seines Teams wird: Allein die pure Statistik belegt, welchen Ausnahmestatus Erik Karlsson in der kanadischen Hauptstadt, aber auch in der NHL als zweimaliger Norris-Trophy-Gewinner (2012, 2015) genießt. Allein allerdings kann der 26-jährige Senators-Kapitän das Team auch nicht in die Play-offs führen und so bemühte sich der aufgrund einer Krebserkrankung von Bryan Murray, der weiter als Berater fungiert, zum General Manager aufgestiegene Pierre Dorion im Sommer, dem Kader ein wenig zusätzliche Erfahrung zu verleihen.

In einem überraschenden Tausch zwischen Mittelstürmern kam der 29-jährige Derick Brassard von den New York Rangers für den 23-jährigen hoch veranlagten Mika Zibanejad. Nach sechs Jahren in Boston kehrte zudem der einst 1999 von Ottawa gedraftete und zwischen 2003 und 2011 auch für die Senators aktive Chris Kelly (35) zurück. Einen schweren Rückschlag hinnehmen musste das neue Trainerduo mit Guy Bucher und "Associate Coach" Marc Crawford in der Vorbereitung, da sich mit Linksaußen Clarke MacArthur ein erfahrener Spieler erneut eine Gehirnerschütterung zuzog. Der 31-Jährige hatte bereits fast die komplette Saison 2015/16 aufgrund der Nachwirkungen mehrerer Gehirnerschütterungen verpasst.

Nicht nur Karlsson, sondern auch viel Talent in der Offensive um Mark Stone, Mike Hoffman, Kyle Turris oder Bobby Ryan machten aus Ottawa in der vergangenen Spielzeit mit satten 236 Toren den fünfbeste Angriff der Eastern Conference. Mit Brassard, Kelly und in der Abwehr dem ersten vollen Jahr von Dion Phaneuf bei den Senators sowie einem neuen Spielsystem des für Spielkontrolle bekannten Boucher hofft Dorion nun auf deutlich weniger Gegentore als die 247 2015/16. Denn nur wenn es gelingt, die löchrige Defensive weniger anfällig zu machen, haben die Senators, die mit Craig Anderson und Andrew Hammond über kein Duo der Eliteklasse verfügen, realistische Play-off-Chancen.


Toronto Maple Leafs: Die Ära Matthews beginnt, Babcock verspricht

Auston Matthews
Juwel: Torontos Auston Matthews ist einer der größten Center-Talente der Welt.
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"Das ist nur ein Vorgeschmack, auf das, was kommen wird", warf Mike Babcock den Journalisten nach dem Gewinn des World Cup of Hockey mit Kanada in Toronto bei der Verabschiedung noch zu. Die Anspielung auf die hohen Ziele des Coaches und des gesamten Klubs der Maple Leafs war unverkennbar. Dass die womöglich lange und "schmerzhafte" (Babcock) Reise an die Spitze der NHL beim Schlusslicht der vergangenen Saison schon 2016/17 ein Ende haben wird, glaubt indes sicher auch Babcock nicht. Dennoch gibt es eine Reihe ermutigender Signale.

Gleich drei Erstrundendraftrechte könnten der Offensive der "Ahornblätter" schon 2016/17 einen gewaltigen Schub verleihen, allen voran Auston Matthews (19), den Toronto Ende Juni dank gewonnener Lotterie im Draft an allererster Stelle auswählte. Der in Arizona aufgewachsene US-Mittelstürmer gilt als eines der der größten Talente der Welt auf der Center-Position. Der ebenfalls hocheingeschätzten Willie Nylander (20) - Sohn des Ex-NHL-Spielers Michael Nylander - sowie Edeltechniker Mitch Marner (19) dürften zusammen mit Matthews das Gesicht des Maple-Leafs-Angriffs in der nächsten Dekade prägen.

So vielversprechend die Offensive auf dem Papier bereits aussieht, so sehr bleibt die Abteilung Defensive vorerst eine Baustelle. Mit Roman Polak (30), der erst Ende Februar Richtung San Jose abgegeben wurde, kehrte immerhin ein frischgebackener Vize-Meister zu den Leafs zurück. Hoffnungsträger ist der zuletzt als bester Verteidiger der KHL angesehene Nikita Zaitsev (24), um dessen Dienste Toronto lange warb und dessen Leistung beim World Cup für Russland Coach Babcock als "noch besser als erwartet" bezeichnete. Im Tor heißt das neue Duo Frederik Andersen, der den World Cup zuletzt verletzungsbedingt verpasste, und Jhonas Enroth. Bei allem Talent, über das die Maple Leafs mittlerweile bis ins Farmteam hinein verfügen, sollten die Play-offs dennoch kein Thema sein. Zu jung und wenig eingespielt ist der Kader.

Joachim Meyer

Von Benn bis Wheeler
Die 30 NHL-Kapitäne 2016/17
Die 30 NHL-Kapitäne 2016/17
30 Teams, 30 Kapitäne

Die ultimative Ehre ist es, Kapitän eines Eishockey-Klubs zu sein und als Anführer vorneweg zu gehen. Entsprechend muss sich das "C" auf dem Trikot hart verdient werden. In der NHL bekleiden Spieler aus allen Altersschichten das Kapitänsamt: Ältester Captain ist Arizonas Shane Doan, der am 10. Oktober 40 Jahre alt wird - jüngster Spielführer der Liga-Geschichte wurde der erst 19-jährige Connor McDavid in Edmonton. Die 30 NHL-Kapitäne in Bildern...
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