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30.03.2016, 09:20

DEL-Play-offs 2016, Halbfinale: München - Köln

Dominante Bayern gegen vielseitige Domstädter

Hauptrundenchampion EHC Red Bull München kann ab Mittwoch (19.30 Uhr) ausgeruht in Spiel eins vor heimischem Publikum gegen die Kölner Haie gehen, die den Einzug unter die letzten Vier erst am Montag in Berlin klarmachten. Die wohl entscheidende Frage lautet dabei: Können die Haie den formstarken Bayern nach zwei aufreibenden Serien so Paroli bieten, dass deren Siegeszug der letzten Monate im Halbfinale endet?

EHC Red Bull München (1.) - Kölner Haie (7.)

Konrad Abeltshauser
NHL-Traum vorerst ad acta gelegt: Konrad Abeltshauser.
© picture allianceZoomansicht

Hauptrunde und Viertelfinale: Die Münchner stellten in der Hauptrunde die nach Iserlohn (162) und Nürnberg (161) mit 160 Toren treffsicherste Offensive und mit nur 124 Gegentoren nach Wolfsburg (118) gleichzeitig die zweitbeste Defensive. Köln befand sich mit einem Torverhältnis von 146:138 in beiden Kategorien im Mittelfeld der Play-off-Teilnehmer. In den Play-offs gewann München drei der ersten vier Spiele deutlich mit 5:0 und 4:0 und wurde nur beim Sieg nach Overtime in Spiel zwei (2:1), beim 1:2 in Spiel vier und beim 2:1-Erfolg in Spiel fünf wirklich gefordert. Köln dagegen musste schon in der Qualifikation beim 2:1-Erfolg gegen Mannheim in einer physischen Serie über die volle Distanz. Das gleiche blühte den Haien im Viertelfinale gegen die Eisbären Berlin, das die Domstädter dennoch am Ende nach 1:2 und 2:3-Rückständen in der Serie dank eines 3:2-Siegs in Spiel sieben noch für sich entschieden.

Die Stärken: Äußerst ausgeglichen und in Abwehr wie Angriff sehr mobil präsentierten sich die Münchner seit der Schlussphase der Hauptrunde, in der mit dem jungen deutschen Verteidiger-Hünen Konrad Abeltshauser (23), der nach sechseinhalb Jahren in Nordamerika - nebst gewonnener kanadischer Juniorenmeisterschaft 2013 und ECHL-Meisterschaft 2015 - seinen NHL-Traum vorerst ad acta legte, noch einmal prominent nachverpflichtet wurde. Sehr lauf- und spielstark agiert der EHC, der seine Mobilität dabei auch, ganz im Sinne von Erfolgstrainer Don Jackson (mit Berlin), effektiv in der Abwehrarbeit einzusetzen versteht. Die Haie zeigten sich im Verlauf der Play-offs, ähnlich wie schon in der Hauptrunde, weniger konstant, wussten aber immer dann, wenn es wirklich darauf ankam, wie in den entscheidenden Spielen drei und sieben gegen Mannheim beziehungsweise Berlin, noch eine Schippe draufzulegen. Hinzu kommt ein Größenvorteil insbesondere im Angriff gegenüber den Münchnern.

Die Schlüsselspieler: Die Süddeutschen verfügen über eine Mischung aus erfahrenen Akteuren, wie Ex-DEB-Kapitän Michael Wolf, dem 37-jährigen Topscorer Keith Aucoin, den Verteidigern Toni Söderholm sowie Matt Smaby auf der einen Seite und aufstrebenden Talenten wie Dominik Kahun oder Abeltshauser auf der anderen. Für die nötige Portion Härte sorgt allen voran der Deutsch-Kanadier Steve Pinizzotto, der es in den Play-offs neben fünf Scorerpunkten - wie Aucoin, aber nur in vier Spielen - auch mit 34 Strafminuten auf die meisten aller Play-off-Spieler brachte. Die auch aufgrund von Verletzungen (Sebastian Uvira, Per Aslund, Jean-Francois Boucher) nicht so tief besetzten Kölner haben im (mit Ingolstadt) titelerprobten Patrick Hager sowie Philip Gogulla ihre bis dato herausragenden Akteure, die die DEL-Scorerliste der Play-offs mit 12 Punkten (aus allerdings schon zehn Spielen) anführen. Aus der Verteidigung erhalten beide durch die offensivstarken Fredrik Eriksson, Shawn Lalonde und Danny Syvret viel Unterstützung.

Die Goalies: Mit gerade einmal vier Gegentoren in fünf Spielen gegen Straubing ist David Leggio mit 96,9 Prozent Fangquote und gerade einmal 0,79 Gegentoren pro Spiel der bislang statistisch klar beste Play-off-Keeper. Kölns Gustaf Wesslau hat mit zehn Partien die meisten Partien aller Torhüter in der Endrunde absolviert und weist dabei mit 93,8 Prozent Fangquote ebenfalls einen exzellenten Wert auf. Schon in der Hauptrunde gehörten beide Schlussmänner mit knapp 93 Prozent Fangquote zu den fünf statistisch besten Keepern.

Kölner Haie
Treten wie geplant in der Lanxess Arena am Freitag auf: die Kölner Haie.
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Kuriosum am Rande: Nachdem der Kölner Sieg in Spiel sieben am Montag feststand, tat sich für die Rheinländer prompt ein nicht unerhebliches Problem auf. Denn der von den Haien als einem der Hauptmieter der Kölner Lanxess Arena geblockte Play-off-Termin für Spiel zwei der Serie am Freitag (19.30 Uhr) kollidiert mit einem ebenfalls für Freitag (20.15 Uhr) angesetzten Länderspiel von Handball-Europameister Deutschland gegen Dänemark. Bis zum Dienstagabend war noch nicht abschließend geklärt, wie die vertrackte Situation gelöst werden soll, wobei es so aussah, dass sich Arena und Handball-Verband um einen neuen Austragungsort oder eine Verlegung um einen Tag bemühten. Mittlerweile ist geklärt: Die Kölner spielen zu Hause, die Handballer weichen auf Samstag aus.

kicker-Tipp: In der Hauptrunde gewannen die Haie die ersten beiden Spiele (3:2 nach Penaltyschießen, 2:1) knapp, ehe sich die Oberbayern schon während ihres starken Schlussspurts die Partien drei und vier sicherten (3:0, 4:3). Auch in den Play-offs dürfte die läuferische und spielerische Klasse der Münchner gegen ein Köln siegen, das nach sieben Spielen gegen Berlin und drei gegen Mannheim in der Qualifikation schon doppelt so viele Partien absolvieren musste wie der Hauptrundenerste. München gewinnt die Serie mit 4:2.

jom

 
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Anschrift:EHC München
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