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08.03.2016, 18:57

Vorschau: Ingolstadt vs. Straubing

Bayerisches Derby mit defensiven Fragezeichen

Im zweiten Duell der Qualifikation kommt es zu einem oberbayerisch-niederbayerischen Duell zwischen dem ERC Ingolstadt (8.) und den Straubing Tigers (9.). In fast allen statistischen Kategorien lagen die beiden Lokalrivalen in der Hauptrunde sehr nahe beieinander. Einzig beim Penalty Killing hatten die die Niederbayern mit einer Quote von 81,2 Prozent einen Vorteil gegenüber den Ingolstädtern, die mit mauen 77,8 Prozent nach Augsburg (75) und Hamburg (77,2) das schlechteste Unterzahlspiel der DEL aufwiesen.

Ingolstadt: Defensive als großer Schwachpunkt

Stephan Kronthaler (re.), Sandro Schönberger
Treffen sich in der Qualifikationsrunde wieder: Ingolstadts Stephan Kronthaler (re.) und Straubings Sandro Schönberger.
© imagoZoomansicht

Für den Meister von 2014 und Vize-Meister der Vorsaison verlief die Saison 2015/16 sehr holprig. Nach schwachem Start fanden sich die Schanzer Mitte November im Tabellenkeller wieder und entließen Coach Emanuel Viveiros. Unter Nachfolger Kurt Kleinendorst, der schon als Spieler kurzzeitig (1988/89) für Ingolstadt unterklassig aktiv gewesen war, mehrten sich zunächst wieder die Siege. Nach einem erneuten Einbruch zwischen Mitte Januar und Februar (sieben Niederlagen aus neun Spielen) sicherte erst ein Schlussspurt mit zwischenzeitlich fünf regulären Siegen in Folge zumindest die Teilnahme an der Qualifikationsrunde.

Die Stärke des ERCI ist technisch ansprechendes, temporeiches Eishockey, mit dem die Panther in Bestform jeden Gegner in der DEL defensiv in Schwierigkeiten bringen können. Neben dem herausragenden Brandon Buck (48 Scorerpunkte aus 41 Spielen) zählen auch John Laliberte (42 Zähler) und Thomas Greilinger (wie Buck 20 Tore) zu den Stützen in der Offensive. In der Abwehr erwies sich Patrick McNeill (39 Punkte) als Glücksgriff. Der nachverpflichtete Ex-NHL-Spieler Brandon McMillan brachte neben Torgefährlichkeit auch im Vergleich zum Meisterjahr insgesamt verloren gegangene Zwei-Wege-Fähigkeiten mit.

Überhaupt ist die Defensive der Schwachpunkt der Ingolstädter, kein Team der ersten Zehn kassierte mehr als die 161 Tore der Oberbayern. Kommt der Gegner mit Wucht, haben die zwar mobilen, aber in Mehrzahl wenig physischen Abwehrspieler Probleme. Aus Mangel an Alternativen spielte Nummer eins Timo Pielmeier durch, stand - bis auf zusammengenommen gut 60 Minuten - in jeder einzelnen Hauptrundenpartie auf dem Eis.

Straubing: Mit Euphorie und Blueline-Power gegen den Angstgegner

Wie im Fall von Ingolstadt verlief auch bei Gegner Straubing die Formkurve der Saison keinesfalls geradlinig. Nach exzellentem Start (fünf Siege aus den ersten sechs Spielen) schien eine Top-Zehn-Platzierung nach und nach wieder in weite Ferne zu rücken. Eine Serie von acht Siegen aus zehn Partien zwischen Ende Dezember und Ende Januar brachte die Tigers im Rennen um die Play-off-Qualifikation jedoch wieder zurück.

Steven Zalewski
Topscorer der Tigers: Steven Zalewski hat 40 Punkte in 52 Spielen erzielt.
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Besonders beeindruckend: Die Firepower von der Blueline. So kamen die beiden Kanadier Maury Edwards (9) und Dylan Yeo (8) je auf 29 Scorerpunkte. Der nachverpflichtete Austin Madaisky, Kanadier mit deutschem Pass, kam mit elf Toren und elf Vorlagen aus 33 Spielen sogar auf eine noch bessere Quote. Alle drei Verteidiger kamen damit auf statistische Werte, mit denen auch viele Stürmer mehr als zufrieden wären.

Im Angriff zeichneten sich die Tigers hinter Topscorer Steven Zalewski (40 Punkte aus 52 Spielen) eher durch Ausgeglichenheit, denn durch individuelles Können aus. In der Defensive präsentierte sich Straubing mit 159 indes fast ebenso anfällig wie Ingolstadt - allerdings zeigte Torhüter Matt Climie gerade zuletzt starke Leistungen.

Bei aller Vorfreude im mit gut 46.000 Einwohnern mit Abstand kleinsten DEL-Standort: Geradezu unheimlich mutet die Bilanz der letzten Jahre gegen Ingolstadt an, gegen die die Tigers nunmehr zwölfmal in Serie verloren und dabei nur einen einzigen von möglichen 36 Punkten holten! Der letzte Sieg gegen Ingolstadt ist über drei Jahre her, am 27. Januar 2013 gewannen die Tigers zu Hause mit 3:2 nach Verlängerung. Der letzte Punktgewinn immerhin über zwei Jahre (10. Januar 2014). Nach regulärer Spielzeit siegten die Niederbayern gegen Ingolstadt sogar seit 7. Oktober 2012 nicht mehr.

Ungeachtet aller Statistiken verspricht das innerbayerische Duell, in dem beide in Benedikt Schopper (Ingolstadt) und Florian Ondruschka (Straubing) womöglich auf je einen wichtigen Abwehrspieler verzichten müssen, eine enge Serie zu werden.

jom

08.03.16
 
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