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06.10.2015, 19:04

Central Division: Starke Staffel, enges Rennen

St. Louis hat den Play-off-Blues - Hawks durchgeschüttelt

Keine andere Staffel kann ein dichteres Leistungsniveau aufweisen als die Central Division. Entsprechend eng wird der Kampf um die begehrten Play-off-Plätze. Als Favoriten gelten St. Louis und der amtierende Stanley-Cup-Champion Chicago. Allerdings kämpfen die Blues mit einem Endrunden-Fluch, und die Blackhawks erlebten einen turbulenten Sommer. Dahinter liefern sich Nashville, Minnesota, Winnipeg, Dallas und Colorado ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

St. Louis Blues: Extraklasse dank Tarasenko

Vladimir Tarasenko
Unterschrieb im Sommer einen Achtjahresvertrag: Vladimir Tarasenko.
© Getty ImagesZoomansicht

Stark in der Hauptrunde, enttäuschend in den Play-offs - in den letzten zwei Jahren schieden die St. Louis Blues trotz großer Stanley-Cup-Ambitionen bereits in der ersten Runde aus. Dennoch wurde der Vertrag mit Headcoach Ken Hitchcock verlängert - der 63-Jährige muss nun liefern. Zur Verfügung steht eine Mannschaft, die durch den Abgang des Duos Barret Jackman (34, Nashville) und Zbynek Michalek (32, Arizona) etwas an Tiefe in der Defensive verloren hat. Dafür steht mit den Verteidigern Alex Pietrangelo (25), Kevin Shattenkirk (26) und Jay Bouwmeester (32) noch immer hochqualifiziertes Personal zur Verfügung. Spannend ist das Rennen um den Platz zwischen den Pfosten: Hier liefern sich Jake Allen (25) und Brian Elliot (30) ein heißes Duell.

Im Sturm sind die Blues mit den Führungsspielern David Backes (31), Alexander Steen (31), Paul Stastny (29), Patrick Berglund (27) und Jori Lehterä (27) gut gerüstet. Zudem hebt Superstar Vladimir Tarasenko (23), der im Sommer einen Achtjahresvertrag mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen US-Dollar unterschrieb, die Offensive auf ein höheres Niveau. Der einzig schmerzhafte Abgang im Sommer war Shootout-Experte T.J. Oshie (28, Washington) - im Gegenzug wurde Troy Brouwer (30) geholt.

kicker-Tipp: Unterm Strich zählt St. Louis zu den Top-Teams der Central Division. Die Frage, die sich aber stellt: Kann auch der Play-off-Fluch gebrochen werden?


Nashville Predators: Die Defensive ist Trumpf

Die Predators überraschten in der vergangenen Saison (104 Punkte, 2:4-Play-off-Aus gegen Chicago) und wollen nun daran anknüpfen. "Wir haben das Team verbessert, in dem wir es zusammengehalten haben", sagte Nashvilles General Manager David Poile und verlängerte mit drei seiner Top-Sechs-Stürmer: Nummer-eins-Center Mike Ribeiro (35, zwei Jahre) sowie die Eigengewächse Colin Wilson (25, vier Jahre) und Craig Smith (26, fünf Jahre) banden sich an die Preds. Viel wird in der Offensive auch von Filip Forsberg (21) abhängen, der nach einer Sahne-Saison (insgesamt 30 Tore und 39 Assists) unter besonderem Erwartungsdruck steht. In der Tiefe muss Nashville das Scoringpotenzial erst noch nachweisen.

Shea Weber mit Tandempartner Roman Josi (re.).
Shea Weber mit Tandempartner Roman Josi (re.).
© Getty Images

Das Prunkstück der Predators ist ganz klar die Defensive: Kapitän Shea Weber (30), Schweizer Roman Josi (25), die Talente Seth Jones (21), Ryan Ellis (24) und Mattias Ekholm (25) sowie Neuakquirierung Barret Jackman (34, St. Louis) sorgen für enorme Qualität und Tiefe in der Verteidigung. Komplettiert wird das Bollwerk in der Stadt der Countrymusik vom überragenden Goalie Pekka Rinne, der mit seiner ruhigen Art und spektakulären Saves noch mehr Stabilität verleiht.

kicker-Tipp: Versprühen die Preds auch in der Offensive Gefahr, winkt die erneute Play-off-Qualifikation.


Chicago Blackhawks: Champions-DNA trotz schmerzhafter Abgänge

Der amtierende Stanley-Cup-Champion hat einen turbulenten Sommer hinter sich: Zum einen zwang die Gehaltsgrenze die Blackhawks zu schmerzhaften Abgängen. Hier sind Johnny Oduya (34), Patrick Sharp (33, beide Dallas), Brandon Saad (22, Columbus), Brad Richards (35, Detroit), Kris Versteeg (29, Carolina) und Antoine Vermette (33, Arizona) zu nennen. Zum anderen steht Superstar Patrick Kane (26) vor einer ungewissen Zukunft - der Stürmer steht unter Verdacht, Anfang August eine Frau vergewaltigt zu haben.

Und trotzdem zählt Chicago erneut zu den Favoriten. Der Grund ist ein solides Goaltending mit dem Tandem Corey Crawford (30)/ Scott Darling (26), eine auch in der Tiefe gut besetzte Defensive mit Stars wie Duncan Keith (32) und Brent Seabrook (30) sowie eine durchschlagskräftigte Offensive um Kapitän Jonathan Toews (27). Im Angriff holten sich die Hawks zudem drei Russen ins Boot: Artem Anisimov (27, Columbus), Viktor Tikhonov (27) und KHL-Star Artemi Panarin (23, beide St. Petersburg) sollen die Abgänge kompensieren. Senkrechtstarter Marko Dano (20, Columbus) wurde in der Pre-Season sogar in der Top-Reihe getestet.

kicker-Tipp: Die Champion-DNA ist noch immer fest in Chicago verankert - die Blackhawks gehören erneut zu den Titelkandidaten.


Minnesota Wild: Dubnyk spielt das Zünglein an der Waage

Dank einer furiosen zweiten Saisonhälfte buchte das bis dato abgeschlagene Minnesota doch noch das Play-off-Ticket und schied in der zweiten Runde gegen Chicago aus (0:4). Die Wild starteten ihren Lauf damals mit der Verpflichtung von Torwart Devan Dubnyk (29), der sich zum Erfolgsgaranten aufschwang (93,6 Prozent Fangquote) und im Sommer 2015 einen Sechs-Jahres-Vertrag signierte. Doch ist der Kanadier auch langfristig der Heilsbringer auf der chronisch schwach besetzten Torhüterposition im "State of Hockey"?

Devan Dubnyk
Schwang sich zu einem der Erfolgsgaranten auf: Torwart Devan Dubnyk.
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Vor Dubnyk ist das Team vornehmlich zusammen geblieben und damit eingespielt. "Der Großteil unseres Wachstums wird von unseren jungen Spielern kommen", weiß Headcoach Mike Yeo, der über viele Talente und Spieler im besten Hockey-Alter verfügt. Bestes Beispiel ist die tief besetzte Defensive um Star-Verteidiger Ryan Suter (30): Marco Scandella (25), Jared Spurgeon (25), Jonas Brodin (22), Matt Dumba (21) und Mike Reilly (22) sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen. Auch im Sturm stimmt die Mischung aus erfahrenen Routiniers wie Zach Parise (31), Mikko Koivu (32), Jason Pominville (32) sowie Thomas Vanek (31) und aufstrebenden Spielern mit viel Potenzial wie Mikael Granlund (23), Nino Niederreiter (23) oder Erik Haula (24).

kicker-Tipp: Konserviert Dubnyk seine Form, ist Minnesota erneut ein Play-off-Team.


Winnipeg Jets: Hoffen auf den nächsten Schritt

Die letztjährige Play-off-Qualifikation - wenn auch über den Wild-Card-Platz - kam in Winnipeg einer Sensation gleich. Nun haben die Jets Blut geleckt und wollen von dieser Euphoriewelle weitergetragen werden. Im Sommer sprang Michael Frolik (27, Calgary) als einzig spürbarer Verlust ab. Seinen Abgang soll Rückkehrer Alexander Burmistrov (23, Kazan) auffangen. Ansonsten vertrauen die Kanadier auf die erfolgreiche Truppe der Vorsaison. "Wir haben ein Gefüge, an dem wir festhalten", unterstrich Winnipegs Coach Paul Maurice, "wir haben eine sehr gut durchdachte Strategie, die diese Mannschaft nach vorne bringt."

Dustin Byfuglien
Steht in der soliden Verteidigung der Jets: Dustin Byfuglien.
© Getty Images

Das defensive Hockey der Jets stützt sich auf eine solide Verteidigung mit wuchtigen Kühlschränken wie Dustin Byfuglien (30, 1,95 Meter groß), Tyler Myers (25, 2,06 Meter), Jacob Trouba (21, 1,88 Meter), Mark Stuart (31, 1,88 Meter) oder Ben Chiarot (24, 1,90 Meter). Zwischen den Pfosten muss der nicht immer ganz unumstrittene Ondrej Pavelec (28) noch Konstanz nachweisen, als Backup lauert Michael Hutchinson (25). Im Sturm ist Winnipeg stark von den beiden Top-Reihen Ladd/Little/Wheeler sowie Perreault/Scheifele/Stafford abhängig. Das Secondary Scoring könnte zum Problem werden.

kicker-Tipp: In der leistungstechnisch sehr dichten Central Division wird es eng mit einer Play-off-Qualifikation.


Dallas Stars: Finnisches Job-Sharing im Tor

Die Defensive war in der abgelaufenen Saison die Achillesferse der Stars und führte dazu, dass die Endrunde verpasst wurde. Genau hier setzte das Management im Sommer an und verpflichtete mit Verteidiger Johnny Oduya (34, Chicago) und Torwart Antti Niemi (32, San Jose) namhaftes Personal. Letzterer soll sich künftig den Job mit Kari Lehtonen (31) teilen. Dieses qualitativ hochwertige Goalie-Tandem lässt sich Dallas satte 10,5 Millionen US-Dollar kosten. "Beide sind sehr konkurrenzfähige Jungs, also werden sie sich gegenseitig antreiben", hofft GM Jim Nill.

Im Sturm gelang es den Texanern, mit Patrick Sharp (33, Chicago) den zweiten amtierenden Stanley-Cup-Champion zu verpflichten. Der Flügelstürmer soll zusammen mit Center Tyler Seguin (23) und Kapitän Jamie Benn (26) eine Paradereihe bilden. Auch zweite Formation mit Valeri Nichushkin (20), Jason Spezza (32) und Ales Hemsky (32) verspricht Scoringpunkte. Allerdings fehlt sowohl in der Defensive als auch in der Offensive die Tiefe für den ganz großen Wurf.

kicker-Tipp: Dallas streitet sich in einer engen Division um die Wildcard-Plätze und muss hoffen, dass die jungen Talente den nächsten Schritt machen.


Colorado Avalanche: Offensiver Stil trotz Schießbude

Dass Colorado die letzte Saison als schwächstes Team der Central Division abschloss, ist ein klarer Beleg dafür, wie stark diese Staffel ist. Allerdings muss die Avalanche zur neuen Spielzeit erst einmal den schmerzvollen Abgang von Ryan O'Reilly (24, Buffalo) verkraften. Bei den Neuzugängen achtete die Lawine vor allem auf Größe und lotste Carl Söderberg (29, 1,91 Meter groß, Boston), Mikhail Grigorenko (21, 1,89 Meter, Buffalo), Francois Beauchemin (35, 1,85 Meter, Anaheim), Nikita Zadorov (20, 1,96 Meter, Buffalo) sowie Blake Comeau (29, 1,85 Meter, Pittsburgh) nach Denver. "Sind wir ehrlich: In der Western Conference messen wir uns Kopf-an-Kopf mit großen Teams. Uns fehlte etwas die Größe", erklärte GM Joe Sakic.

Patrick Roy
Gab ambitionierte Ziele aus: Coach Patrick Roy.
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Seinen offensiven Spielstil will Colorado trotz durchschnittlich 33,2 gegnerischer Schüsse pro Spiel beibehalten. Die Avalanche soll etwas puckbesitzorientierter spielen und über die Offensive für Entlastung sorgen. Die hochtalentierten Stürmer Gabriel Landeskog (22), Matt Duchene (24) und Nathan MacKinnon (20), in die hohe Erwartungen gesetzt werden, sollen wieder zuverlässiger punkten. "Ich bin nicht in Denver, um uns die Play-offs verpassen zu sehen. Ich bin hier, um uns gewinnen zu sehen. Ich bin hier, um den Stanley Cup zu gewinnen", gibt Trainer Patrick Roy zwar ambitionierte Ziele aus - doch wird es für die Avs sehr schwer, die Endrunde zu erreichen.

kicker-Tipp: "Die Play-offs 2016 werden aller Voraussicht nach erneut ohne Colorado stattfinden. Die Avalanche braucht noch mehr Zeit, um sich weiterzuentwickeln."

Christian Rupp

06.10.15
 
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