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02.05.2013, 00:27

WM 2017: Harnos sieht gute Chancen

DEB hofft auf Wiedergutmachung und WM 2017

Das deutsche Eishockey ist auf Wiedergutmachungs-Tour. Wobei: Die vermasselte Olympia-Quali lässt sich nicht mehr revidieren, findet der Verbandschef. Nun sind nicht nur die Spieler gefordert - der DEB hofft auf den WM-Zuschlag 2017, um die Sportart wieder zu pushen.

Uwe Harnos
Hofft darauf, den ramponierten Ruf des deutschen Eishockeys zu verbessern: DEB-Präsident Uwe Harnos.
© picture allianceZoomansicht

Die Zukunft des deutschen Eishockeys bestimmen in den nächsten zwei Wochen sowohl Athleten mit Schlittschuhen und Schlägern als auch Leute in Anzug und Krawatte. Um der Sportart hierzulande nach den jüngsten Pleiten wieder positive Schlagzeilen zu bescheren, ist bei der Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden ab Freitag in erster Linie die Auswahl auf dem Eis gefordert. "Wir wissen, dass wir etwas gutzumachen haben", sagte NHL-Profi Marcel Goc dem Fachmagazin "Eishockey News".

Es geht um viel für das deutsche Eishockey, die Blamagen bei der WM 2012 und bei der vermasselten Olympia-Qualifikation sind längst nicht vergessen - und schmerzen immer noch. Verbandschef Uwe Harnos will vor dem WM-Start gegen Finnland daher nicht von Wiedergutmachung sprechen, selbst bei einem positiven Abschneiden der deutschen Auswahl in Helsinki. "Die verpasste Olympia-Qualifikation kann man auch durch eine gute WM nicht wiederherstellen", sagte er. Um die Pleite "wenigstens vergessen zu machen, müsste ein Platz unter den besten Acht her", fand Harnos.

"Natürlich kann uns das einen neuen Schub verleihen", betonte DEB-Präsident Harnos. Er und Generalsekretär Franz Reindl sind seit Wochen auf Werbetour rund um den Globus. Gemeinsam mit Frankreich bewirbt sich der DEB um das Turnier in vier Jahren, am 17. Mai fällt der Weltverband IIHF seine Entscheidung. Den beiden Funktionären steht im hohen Norden viel Händeschütteln und Small Talk bevor.

Hoffnung auf Zuschlag für WM 2017

Für die Funktionäre des DEB steht aber auch der Endspurt im Wahlkampf um die WM 2017 im Fokus. Sie hoffen auf einen Zuschlag, der das deutsche Eishockey wieder nach vorne bringen sorgen soll.

"Eigentlich musst du alle paar Jahre so ein Highlight haben", sagte Reindl. "Wenn du so eine WM am Horizont hast, kannst du alle Programme und Strukturen darauf ausrichten." Das Heim-Turnier 2010 mit dem sensationellen vierten Platz sei das beste Beispiel dafür: Viele Spieler erlebten damals ihren Durchbruch und sorgten auch ein Jahr später bei der WM in der Slowakei noch für Aufsehen. International erhielt der DEB für das Turnier viel Lob. "Wir setzen darauf, dass 2010 noch bei vielen in Erinnerung ist", sagte Harnos.

Unser Konzept ist bislang sehr gut angekommenDEB-Präsident Uwe Harnos

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Dem zuletzt schwächelnden und immer mal wieder von Streitereien der Verbands-, Liga- und Clubfunktionäre aufgeschreckten deutschen Eishockey würde die WM gut tun. "Dann würde man die Notwendigkeit erkennen, an einem Strang zu ziehen", findet Harnos. "Dann weiß man, wofür man arbeitet - genau so einen Impuls würde der Zuschlag geben."

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kompetenzgerangel um die Nationalmannschaft gegeben, inzwischen kümmern sich Verband und DEL gemeinsam um die Auswahl. Der große Erfolg ist bislang ausgeblieben, zu allem Überfluss sorgte ein Streit um die 2. Liga ausgerechnet in der WM-Vorbereitung für Störfeuer.

Bewerbung mit Frankreich

All das soll am 16. Mai ausgeblendet werden, wenn Deutschland und Frankreich ihre historische Bewerbung - erstmals haben sich zwei Länder von Anfang an gemeinsam um ein WM-Turnier bemüht - dem IIHF-Kongress in Stockholm final präsentieren. "Unser Konzept ist bislang sehr gut angekommen", berichtete Harnos von seinen Wahlkampfreisen.

Die Chancen gegen Dänemark und Lettland, die sich ebenfalls gemeinsam bewerben, stehen also nicht schlecht. Auch Reindl hat eine "Tendenz für uns" festgestellt. "Der moralische Faktor spricht aber für Dänemark", weiß er. Für die Dänen wäre es die erste WM - außerdem sind sie schon mehrmals mit Bewerbungen gescheitert. "Das ist kein Selbstläufer", warnte Harnos. "Wir müssen bis zur letzten Sekunde mit jedem sprechen." 2005 hatte sogar der damalige Bundesinnenminister Otto Schily persönlich für die WM-Kandidatur 2010 geworben.

(dpa)

02.05.13
 
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