Die Kings eröffneten ihre Saison stolz mit der feierlichen Zeremonie des Meisters. Der Stanley Cup wurde gezeigt, die Spieler erhielten ihre Ringe, das erste Banner der Klubgeschichte wurde unters Hallendach des ausverkauften Staples Center gezogen. Doch danach gab es nicht mehr viel zu lachen. Die Blackhawks, vor zwei Jahren selbst Meister, spuckten den Kaliforniern kräftig in die Suppe. Vor allem Marian Hossa drückte dem Auftaktspiel den Stempel auf. Zwei Tore und ein Assist gingen auf sein Konto. Schlussmann Corey Crawford parierte 19 Schüsse beim 5:2-Auswärtssieg, zu dem auch Kapitän Jonathan Toews und Patrick Kane einen Treffer und eine Vorlage beisteuerten.
Nach 15 Minuten war das Spiel beim Stand von 0:3 eigentlich schon entschieden, Chicago hatte da schon durch Tempo- und Eislaufvorteile überzeugt. "Wir wollten gut starten, ob sie ihr Spiel aufziehen würden oder nicht, war uns egal", sagte Toews. Die Blackhawks hatten die Meisterparty in der Kabine abgewartet und kamen dann hellwach aus den Katakomben. 47 Spiele bleiben den Kings noch, um die Sache besser zu machen.
Aus Sicht des deutschen Nationalspielers Dennis Seidenberg lief es deutlich besser. Die Boston Bruins, Meister von 2011, gewannen daheim mit 3:1 gegen die New York Rangers. Milan Lucic (15.), Daniel Paille (29.) und Johnny Boychuk (49.) trafen für die Gastgeber, Brad Richards (33.) verkürzte zwischenzeitlich für die Rangers.
Im mit 17.565 Zuschauern ausverkauften TD Garden war Seidenberg (24 Minuten Eiszeit, ein Torschuss) der einzige deutsche Profi, der in der NHL an diesem Auftaktsamstag im Einsatz war. Der Verteidiger hatte während des wochenlangen Tarifstreits für seinen früheren Klub Adler Mannheim gespielt.
Marcel Goc gehörte beim erfolgreichen Saisonstart der Florida Panthers nicht zum Aufgebot. Die "Cats" setzten sich im ersten Spiel des Jahres mit 5:1 gegen die Carolina Hurricanes durch. Die Toronto Maple Leafs gewannen ohne Korbinian Holzer 2:1 gegen Rekordmeister Montreal Canadiens. Auch die Hallen in Toronto (21.273) und in Sunrise/Florida (19.688) waren bis auf den letzten Platz gefüllt.
In Philadelphia sahen die Fans gleich ein Duell der Erzrivalen: Flyers gegen Penguins, da kochte die Stimmung sofort hoch! Die Gäste aus Pittsburgh dämpften die Stimmung in "Philly" mit einem 3:1-Auswärtssieg. Tyler Kennedy und James Neal sorgten mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung, Chris Kunitz mit einem "Emptynetter" für den Abschluss. Goalie Marc-Andre Fleury hielt 26 Schüsse und feierte seinen 227. Sieg mit den Pinguinen.
"Es war eine lange Zeit ohne Eishockey, aber die Energie ist schon da", sagte Kapitän Sidney Crosby. "Viele von uns kennen sich gut, das erleichtert die Sache jetzt in der frühen Phase." Der nach mehreren Gehirnerschütterungen wieder spielfähige Superstar Crosby musste sich von Beginn an in der "City of Brotherly Love" Buh- und Schmährufe anhören. Er blieb ohne Punkt und war dennoch Sieger nach dem 113-tägigen Lockout. "Das ist ein harter Ort hier", sagte der Kanadier. "Es kam genauso, wie wir es erwartet hatten - heiße Fans, harter Gegner. Eine Herausforderung für uns, die wir gerne angenommen haben."
Einen gelungenen Start bei seinem neuen Klub erwischte NHL-Altstar Jaromir Jagr. Der 40-jährige Tscheche verbuchte beim 4:3 seiner Dallas Stars gegen die Phoenix Coyotes zwei Tore und zwei Assists.

Philadelphia Flyers - Pittsburgh Penguins 1:3, Winnipeg Jets - Ottawa Senators 1:4, Los Angeles Kings - Chicago Blackhawks 2:5, Boston Bruins - New York Rangers 3:1, Montreal Canadiens - Toronto Maple Leafs 1:2, New York Islanders - New Jersey Devils 1:2, Tampa Bay Lightning - Washington Capitals 6:3, Florida Panthers - Carolina Hurricanes 5:1, St. Louis Blues - Detroit Red Wings 6:0, Nashville Predators - Columbus Blue Jackets 2:3 n.P., Dallas Stars - Phoenix Coyotes 4:3, Minnesota Wild - Colorado Avalanche 4:2, Vancouver Canucks - Anaheim Ducks 3:7