Die Änderungen des neuen Tarifvertrags zwischen NHL und Spielergewerkschaft werden dabei auf das Geschehen zunächst kaum Auswirkungen haben. Denn der Salary Cap bleibt zunächst bei den bereits unter dem alten Abkommen errechneten 70,2 Millionen Dollar für die aktuelle Saison.
Erst für die nächste Spielzeit 2013/14 wird die Gehaltsobergrenze dann wieder auf 64,3 Millionen Dollar, exakt denselben Wert wie 2011/12, sinken. Danach wird sich die Obergrenze, die jedes NHL-Team für Spieler ausgeben darf, jedes Jahr aufs Neue danach berechnen, wie sich die Einnahmen aus dem Eishockey-Geschäft entwickeln, die mit 50:50-Prozent zwischen beiden Seiten geteilt werden. Unter dem alten Tarifvertrag hatte das Aufteilungsverhältnis noch 57:43-Prozent zugunsten der Spieler betragen.
Im neuen Abkommen eingeführt wurde zudem eine Obergrenze für die Laufzeit von Spielerverträgen: Acht Jahre für Akteure, die bei ihrem Klub verlängern, sieben Jahre für Free Agents. Um möglichst für die nächste Dekade einen weiteren Lockout zu vermeiden, einigten sich beide Parteien auf einen Zehn-Jahres-Tarifvertrag. Allerdings kann dieser nach acht Jahren aufgekündigt werden. Die NHL müsste diese Option im Jahr 2021 bis zum 1. September wahrnehmen, die Spielerseite hat bis zum 15. September 2021 Zeit.
Ungeahnte Flexibilität bewiesen NHL und NHLPA in einer anderen Frage: Weil der neue Tarifvertrag im Sommer 2013 zwei Buyouts von Spielern erlaubte, die nicht unter den Salary Cap fallen, entschieden sich die New York Rangers und Montreal Canadiens in dieser Woche kurzerhand, Wade Redden beziehungsweise Scott Gomez für den Rest der Saison nach Hause zu schicken.
Grund: Beide Akteure fallen bis zu ihrem Vertragsende 2014 noch mit einer Summe von über 6 Millionen Dollar unter den Salary Cap, konnten die sportlichen Erwartungen aber nicht erfüllen. Würden sich beide im Saisonverlauf in der NHL, oder bei einer Degradierung in die AHL (bei voller Bezahlung), jedoch schwerwiegend verletzten, würde den Klubs die Möglichkeit des Buyouts nicht mehr offenstehen.
Liga und Gewerkschaft entschieden sich daraufhin am Dienstag nach kurzen Verhandlungen unbürokratisch, jedem Team nun doch ab sofort eines der beiden Buyouts zu erlauben. Werden beide Spieler noch bis zum Samstag ausbezahlt, könnten beide bereits in der kommenden Woche für einen anderen Klub auflaufen, anstatt die komplette Saison inaktiv zu bleiben. Redden, einst aus Ottawa für viel Geld verpflichtet, verbrachte bereits die letzten beiden Saisons als mit Abstand höchstbezahlter Spieler in der AHL, wo er zum damaligen Zeitpunkt nicht unter den Salary Cap der Rangers fiel.