Ein Zwischenspurt am Ende des Mitteldrittels mit drei Toren in elf Minuten bewahrte die Rangers in Ottawa vor den vorzeitigen Sommerferien. Neil hatte die Gastgeber im ersten Abschnitt in Überzahl in Führung gebracht (8.). Erneut schienen die Rangers an Senators-Goalie Craig Anderson zu verzweifeln. Dieser hatte spielübergreifend 68 Schüsse in Folge abgewehrt, ehe Stepan (29.) im Powerplay den Bann für die Rangers brach: Nach Zuspiel von Richards war er am zweiten Pfosten zur Stelle und überwand Anderson, der damit nach 145 Minuten wieder ein Tor kassierte.
Knapp drei Minuten vor Ende schlugen die New Yorker erneut zu - wieder in Überzahl, sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis: Richards traf, diesmal beteiligte sich Stepan genauso als Vorbereiter wie beim 3:1 durch Rookie Kreider, der mit seinem ersten NHL-Treffer kurz vor Drittelende für Stille in der ausverkauften Halle sorgte. "Wir haben gut gespielt, sehr gut sogar", freute sich Rangers-Torhüter Henrik Lundqvist, der mit tollen Paraden ebenfalls großen Anteil am Sieg hatte. Spezza sorgte mit seinem Anschlusstreffer aus dem Gewühl vor dem Tor 38,4 Sekunden vor dem Ende noch einmal für spannende Schlussmomente. Doch zu mehr reichte es für die Kanadier nicht. Der Sieger der Serie wird nun am Donnerstag im Madison Square Garden zu New York ermittelt.
Die Chicago Blackhawks benötigten im Heimspiel gegen die Phoenix Coyotes einen Sieg, um das frühe Play-off-Aus zu verhindern. Der Stanley-Cup-Sieger von 2010 versuchte alles und bombardierte das Tor von Gästeschlussmann Mike Smith in den ersten beiden Dritteln mit 28 Schüssen. Doch der Goalie, eine der größten Überraschungen der NHL-Saison, war nicht zu überwinden und ging am Ende mit einem Shutout vom Eis.
Ekman-Larsson, Brule, Vermette und Chipchura erzielten auf dem Weg zum 4:0-Erfolg die Tore für die Coyotes, die die Serie mit 4:2 für sich entschieden und damit erstmals seit dem Umzug der Franchise von Winnipeg nach Phoenix im Jahre 1996 in der zweiten Runde der Play-offs stehen. Der letzte Seriensieg der Franchise lag sogar noch länger zurück, nämlich stolze 25 Jahre.
Am meisten bedeutete das Ende des jahrelangen Wartens wohl für Coyotes-Kapitän Shane Doan, der als einziger Spieler im Kader schon in Winnipeg dabei war. "Alle sagen immer, wenn du es durch die erste Runde schaffst, kann alles passieren", sagte Doan: "Nun müssen wir einen Weg finden, auch die nächste Runde zu gewinnen." Dort treffen die Coyotes auf die Nashville Predators, die sich gegen die Detroit Red Wings durchgesetzt hatten.
Auch das zweite Conference-Halbfinale steht im Westen schon fest: Die Los Angeles Kings wollen nach dem Überraschungscoup gegen die topgesetzten Vancouver Canucks nun auch die St. Louis Blues (2.) ärgern. Im Osten sind bisher hingegen nur die Philadelphia Flyers durch (4:2 gegen Pittsburgh). Neben dem Duell New York vs. Ottawa geht auch die Serie zwischen den Boston Bruins (mit dem deutschen Nationalspieler Dennis Seidenberg) und den Washington Capitals in ein siebtes Spiel. Am Dienstag haben die Florida Panthers die Chance, gegen die New Jersey Devils den Sack zuzumachen. Das Team von Marcel Goc und Marco Sturm führt mit 3:2.
Ottawa Senators - New York Rangers 2:3 (Play-off-Zwischenstand: 3:3)
Chicago Blackhawks - Phoenix Coyotes 0:4 (Play-off-Endstand: 2:4)