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05.04.2012, 14:03

Halbfinale: Branchenriesen Berlin und Mannheim auf dem Prüfstand

Die Bayern proben den Aufstand

Kommt es erst zum dritten Mal überhaupt nach 1998 und 2005 zum Aufeinandertreffen der beiden Branchenriesen Berlin und Mannheim im Finale? Zwei bayerische Teams mit Ingolstadt und Straubing wollen dies im heute beginnenden DEL-Halbfinale auf jeden Fall verhindern. Und zumindest der ERCI ist nicht zuletzt aufgrund des Heimrechts durchaus kein Außenseiter. Umso mehr schon das Überraschungsteam aus Niederbayern, das sich derzeit im Eishockey-Ausnahmezustand befindet.

Eisbären Berlin (1.) - Straubing Tigers (6.)

Spannende Torhüterfrage: Steht Ingolstadts Nummer zwei, Markus Janka, auch gegen Mannheim zwischen den Pfosten?
Spannende Torhüterfrage: Steht Ingolstadts Nummer zwei, Markus Janka, auch gegen Mannheim zwischen den Pfosten?
© imagoZoomansicht

Die Gegensätze sind offenkundig. Hauptstadt trifft auf Provinzkleinstadt. Die Eisbären stehen bereits zum elften Mal im DEL-Halbfinale, die Tigers dagegen bestreiten nach den vier Siegen gegen Wolfsburg am Donnerstag in Berlin überhaupt erst ihr fünftes DEL-Play-off-Spiel. Nach dem "Sweep" gegen die Grizzly Adams, die allerdings unter enormen Verletzungssorgen litten, sorgte der Höhenflug Straubings nicht nur für Euphorie rund um den Pulverturm, sondern auch für ein kleines Kartenchaos vor dem ostersamstäglichen Spiel zwei.

Die Favoritenstellung der Eisbären wurde auch in den Partien der regulären Saison wiedergespiegelt. Zu Hause hatten die Eisbären, die insgesamt bislang von 22 Partien gegen die Niederbayern nur ganze sechs verloren, wenig Mühe und siegten zweimal deutlich (5:1, 6:3). Das erste Aufeinandertreffen in Straubing gewannen allerdings die Tigers mit 2:1. Die knappe 1:2-Niederlage am 29. Januar für das Team von Coach Dan Ratushny war das letzte Spiel von Straubings Keeper Barry Brust bis zu den Play-offs. Viel wurde spekuliert über den Gesundheitszustand des Kanadiers, der sich jedoch gegen Wolfsburg in Galaform zurückmeldete.

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Beide Klubs fegten im Schnelldurchgang in vier Spielen durch Runde eins. Bei den Eisbären präsentierten sich nicht nur Florian Busch, Barry Tallackson und André Rankel bislang in toller Form, sondern auch Abwehrspieler Jimmy Sharrow, der bereits vier Scorerpunkte verbuchen konnte. Während Denis Pederson (Knie) und Stefan Ustorf (Gehirnerschütterung) kein Thema mehr in dieser Saison sind, ist Richie Regehrs Einsatz nach einer Hüftprellung wahrscheinlich. Bei den kampfstarken Straubingern fehlt Jean-Michel Daoust weiter mit Kniescheibenbruch, angeschlagen sind Ryan Ramsay und Karl Stewart. Gelingt Ratushny mit seinem euphorisierten Team und Umfeld der nächste Coup?

ERC Ingolstadt (2.) - Adler Mannheim (4.)

45 Sekunden benötigte der ERCI am vergangenen Freitag, um mit drei Toren statt eines drohenden Spiels sechs in Düsseldorf doch noch im letzten Drittel das Weiterkommen in nur fünf Partien zu sichern. Nicht nur wegen dieses knappen Spiels hatten die Ingolstädter mit der DEG - trotz des gleichen Serienergebnisses (4:1) wie die Adler gegen Hamburg - deutlich mehr Mühe als die Kurpfälzer gegen die Freezers. Beleg: Mannheim kassierten in den fünf Partien gegen Hamburg gerade einmal fünf Gegentore, verlor Spiel drei zu Hause nur unglücklich, trotz drückender Überlegenheit, mit 1:2.

Beide Teams verfügen über offensivstarke Sturmreihen und auch eine solide und erfahrene Defensive. Bei den Adlern ist allerdings der Einsatz von Top-Verteidiger Chris Lee fraglich, der an einer nicht näher deklarierten Verletzung laboriert. Bei den Schanzern könnte die Torhüterfrage noch zum Problem werden. Denn seit dem zweiten Spiel gegen die DEG (2:5) setzte Coach Rich Chernomaz auf Nummer zwei Markus Janka statt der eigentlichen Nummer eins Ian Gordon. Klappt, was gegen Düsseldorf sehr gut funktionierte, auch gegen die Adler? Fraglich ist bei den Ingolstädtern zu dem der Einsatz von Prestin Ryan (Rückenprobleme) und Christoph Gawlik (Bronchitis).

Sehr ausgeglichen verliefen die Saisonduelle: Immer im Wechsel gewannen beide Teams je einmal auswärts und zu Hause. Besonders heiß her ging es beim 5:2 der Adler vor heimischem Publikum im dritten Saisonspiel zwischen beiden Mannschaften am 30. Dezember. Referee Ulpi Sicorschi verteilte damals 98 Strafminuten an die Hausherren und 57 an die Oberbayern. Ein Vorzeichen für eine ganz heiße Halbfinalserie?

Joachim Meyer

05.04.12
 
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