
Dass man "Philly" auch bei einem Drei-Tore-Rückstand nicht abschreiben sollte, hatten schon am Freitag die Anaheim Ducks leidvoll erfahren müssen. Das Kunststück an der Westküste wiederholten die Flyers am Mittwoch mit ihrem 5:4-Overtime-Sieg gleich nochmal.
Und wie schon in Kalifornien machte Claude Giroux auch in Buffalo in der Verlängerung den Deckel drauf. 2:27 Minuten waren gespielt, als der Puck entscheidend im Netz zappelte und Ryan Miller zum fünften Mal geschlagen war.
Das finale Tor war ein Spiegelbild der gesamten Partie. Buffalo schien alles unter Kontrolle zu haben, war im Besitz des Spielgeräts - und das im gegnerischen Abschnitt. Doch während die Sabres-Fans auf den entscheidenden Punch ihrer Mannschaft lauerten, leistete sich Marc-Andre Gragnani einen fatalen Querpass. Giroux ging dazwischen und steuerte uneinholbar dem Eins-gegen-eins mit Miller entgegen. Kurze Körpertäuschung, und ab mit dem Puck durch die Beine des Schlussmannes. Die Krönung für die Flyers, und für Giroux (36 Scorerpunkte), der zuvor gleich drei Tore aufgelegt hatte.
"Das geht auf meine Kappe", gestand Gragnani kleinlaut ein. "Wenn ich ihn gesehen hätte, hätte ich den Pass nicht gespielt." Und wenn Maxime Talbot nicht eine Sekunde vor Ablauf des ersten Drittels getroffen hätte, wäre wohl Buffalo als Sieger vom Eis gegangen. "So sind wir, wir geben nicht auf", sagte Giroux, der nun die NHL-Scorerliste anführt.
Talbot stellte bei 19:59 Minuten Spielzeit den Score auf 1:3 aus Sicht der Gäste. Ein später Schreck für Buffalo, das durch Leino, Kassian und den Österreicher Vanek (13. Saisontor) klar in Front gelegen hatte.
Nach Talbots "Hallo-wach-Tor" gehörte das Mitteldrittel den Gästen. Rookie Read, Hartnell und "Oldie" Jagr brachten Philadelphia mit 4:3 in Führung. Für die vier Tore reichten den Flyers zehn Schüsse, und Sabres-Goalie Miller sah nicht immer gut aus. Buffalos Stafford schickte das Spiel mit seinem Tor in der 59. Minute noch in die Overtime. Zum Sieg reichte es nicht mehr.
Buffalo ist Siebter im Osten, Philadelphia Vierter. Und die Flyers freuen sich nun auf das Interstate-Derby gegen Conference-Primus Pittsburgh am Donnerstag. Mit einem weiteren Sieg könnten Giroux & Co. die Spitze übernehmen.
Noch ein Blick auf die beiden Deutschen: Christian Ehrhoff gehörte der Titel des Dauerbrenners am Mittwoch. Der Verteidiger stand mit 29:18 Minuten so lange wie kein anderer Feldspieler auf dem Eis. Während er einmal aufs Tor der Gäste schoss, tat dies sein Landsmann Jochen Hecht (20:13) zweimal - beide blieben ohne Scorerpunkt.
Die Ottawa Senators sind der Aufbaugegner für die strauchelnden Washington Capitals. Nur zwei Siege gelangen den Hauptstädtern in den vergangenen sieben Partien, beide gegen die Kanadier. Am Mittwoch kletterten die "Caps" durch ein 5:3 in Ottawa wieder Rang acht im Osten, punktgleich mit dem Gegner. Der russische Superstar Alex Ovechkin leitete mit seinem sehenswerten Schlenzer zum 3:2 im dritten Drittel den Sieg der Gäste ein.
Ottawa Senators - Washington Capitals 3:5
Buffalo Sabres - Philadelphia Flyers 4:5 n.P.
Edmonton Oilers - Carolina Hurricanes 3:5