Wie im American Football habe sich Noel gefühlt. "Das war das seltsamste Spiel, was ich jemals erlebt habe, es war wie in der NFL." Logisch erklären wollte er das Geschehene anschließend nicht. Seine Mannschaft hatte in jedem Drittel der Partie drei Treffer erzielt, die Krone setzte dem Ganzen Andrew Ladd mit seinem Game-Winner eine Minute vor Schluss auf. Zuvor durchstand Noel eine Berg- und Talfahrt. Die Jets lagen mit 5:1 und 6:2 vorn, kassierten dann aber binnen neun Minuten einen Trefferhagel und sahen sich plötzlich 6:7 in Rückstand. Winnipeg erwachte und traf zweimal kurz hintereinander, ehe die Flyers letztmals ausglichen. Ladd machte dem Treiben dann 66 Sekunden vor der Schlusssirene ein Ende.
Danach verließen sogar die Sieger aus Kanada kopfschüttelnd das Eis. 15 verschiedene Spieler hatten in diesem Scheibenschießen getroffen, 17 Tore hatte es seit 1996 nicht mehr gegeben. Für die Jets bedeuteten neun Treffer in einem Spiel Vereinsrekord. "Hoffentlich muss ich so etwas nie wieder mitmachen", gestand Winnipegs Abwehrmann Zach Bogosian, der deutlich mehr Negatives als Positives gesehen hatte. Logisch, er ist ja auch Verteidiger. Trotz des Sieges bleiben die Jets Letzter der Southeast Division, der sie trotz des Umzugs aus Atlanta weiter angehören. Philadelphia ist Zweiter in der Atlantic Division - nun sieben Punkte hinter den Pittsburgh Penguins, die mit 3:2 n.P. gegen die New York Islanders die Oberhand behielten.
Derweil verloren die Washington Capitals nach sieben Siegen zum Auftakt erstmals ein Spiel. Ausgerechnet beim einstigen Kellerkind Edmonton Oilers, das in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils Letzter war. Jordan Eberle mit einem Tor und einem Assist und dem 38-jährigen Goalie Nikolai Khabibulin mit 34 Saves stellten den 2:1-Heimsieg sicher. Der dritte Sieg in Serie für die Kanadier, deren Trainer Tom Renney sich über signifikante Verbesserungen in den Rubriken Power Play, Unterzahlspiel und auf der Torhüterposition freut.
Zum sechsten Mal im neunten Spiel zog Meister Boston den Kürzeren. Die Bruins verloren zu Hause gegen die Montreal Canadiens mit 1:2. Dabei fiel Gästeakteur Tomas Plekanec mit einem Tor und einem Eigentor auf. Nach dem Sieben-Spiele-Thriller in den Play-offs der vergangenen Saison gelang den "Habs" somit eine kleine Revanche. Die beiden Traditionsklubs zeigten auch diesmal wieder einen leidenschaftlichen Kampf. Eine Prügelei zwischen Brad Marchand und P.K. Subban machte dies mehr als deutlich. Defensivspieler Dennis Seidenberg verzeichnete mit 23:27 Eiszeit die zweitlängste Spieldauer eines Bruins-Akteurs an diesem Donnerstag. Die Niederlage konnte auch der Deutsche (zwei Torschüsse) nicht verhindern.
Siegreich war hingegen sein Landsmann Christian Ehrhoff beim 4:2 der Buffalo Sabres gegen die Columbus Blue Jackets. Dem Verteidiger gelang während seiner 25-minütigen Eiszeit sein fünfter Assist. Marco Sturm und Marcel Goc zogen mit den Florida Panthers den Kürzeren. Bei den Ottawa Senators kassierte das Team um die beiden deutschen Nationalspieler ein 3:4. Sturm durfte 14:54 Minuten mitwirken, Goc 17:02.
Boston Bruins - Montreal Canadiens 1:2
Buffalo Sabres - Columbus Blue Jackets 4:2
New York Rangers - Toronto Maple Leafs 2:4
Philadelphia Flyers - Winnipeg Jets 8:9
Pittsburgh Penguins - New York Islanders 3:2 n.P.
Ottawa Senators - Florida Panthers 4:3
Nashville Predators - Tampa Bay Lightning 5:3
Minnesota Wild - Anaheim Ducks 2:3
Dallas Stars - Los Angeles Kings 3:5
Edmonton Oilers - Washington Capitals 2:1
Phoenix Coyotes - New Jersey Devils 5:3