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01.10.2011, 12:00

Pacific Division: Ducks brennen ein Offensiv-Feuerwerk ab

Sharks schnappen nach dem Stanley Cup

Die Pacific-Division ist die wohl stärkste Gruppe der NHL: Vier von fünf Teams schafften den Sprung in die Play-offs 2011 und das, obwohl in den US-Staaten Kalifornien, Arizona und Texas nicht einmal im Winter an Eis, Kälte oder Schnee zu denken ist. In der neuen Saison gehen die San Jose Sharks als Favorit ins Rennen und wollen sich den Traum vom Finale erfüllen. Aber auch die Anaheim Ducks und Los Angeles Kings haben das Potential, in den Play-offs sehr weit zu kommen.

Logan Couture, Anders Eriksson
Rohdiamant: Der 22-jährige Logan Couture (li.) von den San Jose Sharks gilt als großes Nachwuchstalent.
© Getty ImagesZoomansicht

San Jose Sharks: Endlich zubeißen

Seit 2008 landeten die San Jose Sharks immer auf Platz eins der Pacific Division. Dabei überzeugten die Kalifornier mit attraktiven und torreichen Power-Hockey und gehören mittlerweile zu dem Ensemble der großen Teams und Titelaspiranten in der NHL. Das einzige, was den Sharks bis heute fehlt, ist ein Meisterring am Finger, denn pünktlich zu den Play-offs beginnt in San Jose das Nervenflattern und der Schwung aus der regulären Saison ist auf unerklärliche Weise dahin. 2011 sollte alles besser werden. Die Haie hatten Heißhunger auf den Titel und waren nach einem zweiten Platz in der Western Conference auch in der Hauptrunde bissig. Doch kurz vor der Ziellinie mussten die Kalifornier erneut zusehen, wie die Anderen feiern: Diesmal war im Conference-Finale gegen Vancouver Schluss (1:4).

Zu- und Abgänge: Auf dem Weg zum Stanley Cup fehlte es den Sharks bislang immer an einer Vielzahl guter Verteidiger. Deshalb wurden im Sommer zwei Blockbuster-Transfers abgewickelt und Brent Burns (26) von den Minnesota Wild nach Kalifornien getradet. Auch der schnelle Flügelstürmer Martin Havlat (30) kam von den Rot-Grünen an den Pazifik. Dafür zahlte San Jose aber einen hohen Preis und musste dafür die Scharfschützen Dany Heatley (30) und Devin Setoguchi (24) sowie Talent Charlie Coyle (19) und auch noch ein Erstrunden-Draftpick eintauschen. Zudem wurden Michal Handzus (34, Los Angeles), Andrew Murray (29, Columbus), Jim Vandemeer (31, Edmonton) und Colin White (33, New Jersey) unter Vertrag genommen. Der deutsche Nationaltorwart Thomas Greiss (25, Brynäs) kommt von seiner Schweden-Ausleihe zurück und hat gute Chancen, die Nummer zwei hinter Stamm-Goalie Anttii Niemi (28) zu werden. Im Gegenzug verließen sechs weitere Spieler den Klub, die aber zu verschmerzen sind.

Prognose: San Jose hat eine gute Mischung aus alten und jungen Spielern. An der Seite der Top-Stars Joe Thornton (32), Patrick Marleau (32) und Dan Boyle (35) wachsen Rohdiamanten wie Logan Couture (22), Jason Demers (23) und Tommy Wingels (23). Die Sharks sind hungriger denn je und wollen endlich zubeißen. Schlagen die Neuzugänge ein, gehören die Kalifornier zu den Top-Favoriten auf den Stanley Cup.

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Anaheim Ducks: Offensiv ein Feuerwerk

Die Anaheim Ducks belegten in der abgelaufenen Saison einen guten vierten Platz in der regulären Saison. Zu verdanken ist das einer brandgefährlichen Offensivabteilung, die in der Liga seinesgleichen sucht: Flügelstürmer Corey Perry (26, 50 Tore, 98 Punkte) überragte alles, Legende Teemu Selänne (41, 31 Tore, 80 Punkte) und Jung-Star Bobby Ryan (24, 34 Tore, 71 Punkte) sind ebenfalls eine Macht. Dazu kommt mit Ryan Getzlaf (26, 29 Tore, 76 Punkte) ein erstklassiger Vorbereiter und mit Verteidiger Lubomir Visnovsky (35, 18 Tore, 50 Punkte) ein schießwütiger Offensivverteidiger. Bei den Ducks haperte es eher in der Defensive. Die Abwehr-Probleme waren auch der Grund, warum sich Anaheim schon in der ersten Play-off-Runde überraschend gegen die Nashville Predators verabschiedete (2:4).

Corey Perry
Trug maßgeblich zu einem guten vierten Platz in der letzten Saison bei: Der überragende Flügelstürmer Corey Perry.
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Zu- und Abgänge: In der Sommerpause wurden mit Kurtis Foster (29, Edmonton) und Matt Smaby (26, Tampa Bay) zwei Verteidiger akquiriert. Außerdem kommt mit Andrew Cogliano (24) ein Mittel- und mit Jean-Francois Jacques (26, beide Edmonton) ein Flügelstürmer. Goalie Jeff Deslauriers (27, Edmonton) wird eine Back-Up-Funktion erfüllen. Als Abgänge stehen Todd Marchant (38), Jarkko Ruutu (36), Andreas Lilja (36, Philadelphia) und Torwart Ray Emery (29) fest.

Prognose: Das Team und vor allem die wuchtige Offensive ist zusammengeblieben. Die Rückkehr des Schweizer Star-Goalies Jonas Hiller (29, Vertigo-Syndrom) und der gereifte Rookie-Verteidiger Cam Fowler (19) geben der Defensive mehr Stabilität. Anaheim wird erneut eine gute Saison spielen und sich für die Play-offs qualifizieren. Um dort möglichst weit zu kommen, müssen aber vor allem die hinteren Reihen mehr Druck entwickeln.

Phoenix Coyotes: Fans wollen wieder weiß sehen

Fans der Phoenix Coyotes beim "White Out".
Fans der Phoenix Coyotes beim "White Out": Trotzdem wurden die Coyotes von Detroit deutlich mit 0:4 aus der ersten Runde der "Western Conference" gefegt.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Schere zwischen der finanziellen und der sportlichen Situation klafft bei den Phoenix Coyotes weit auseinander: Obwohl der Klub Pleite ist und unmittelbar vor dem Verkauf stand, legten die Jungs aus Arizona eine überraschend gute Saison aufs Eis. Ein sechster Platz in der Western Conference bescherte die Play-off-Teilnahme. Trotz eines beeindruckenden "White-Outs" (alle Fans tragen in der Hauptrunde weiß, um den Gegner zu irritieren), wurden die Coyotes von Detroit deutlich mit 0:4 aus der ersten Runde gefegt. Dennoch konnten sich Stürmer Shane Doan (34, insgesamt 72 Punkte) und Verteidiger Keith Yandle (25, insgesamt 64 Punkte) in den Vordergrund spielen.

Zu- und Abgänge: Wer ersetzt Top-Goalie Ilya Bryzgalov (31, Philadelphia)? Die Antwort auf diese Frage haben sich die Verantwortlichen in Phoenix zur Hauptaufgabe gemacht. Doch sie konnten keine überzeugende Lösung präsentieren: Die neuen Tormänner Mike Smith (29, Tampa Bay), Curtis McElhinney (28, Ottawa) und Justin Pogge (25, Charlotte) sind zu schwach um in diese Fußstapfen treten zu können. Außerdem wurden die Feldspieler Patrick O'Sullivan (26, Minnesota), Raffi Torres (29), Alexandre Bolduc (26, beide Vancouver) und Boyd Gordon (27, Washington) verpflichtet. Zudem kommen zwei Trades, bei denen Marc Cheverie (24, Florida) für Justin Bernhardt (23) und Daymond Langkow (35, Calgary) für Lee Stempniak (28) verpflichtet wurden. Ed Jovanovski (35, Florida), Eric Belanger (33, Edmonton) und Andrew Ebbett (28, Vancouver) verließen die Coyotes.

Prognose: Die Coyotes-Fans sollten diese Saison in vollen Zügen genießen, denn es könnte die Letzte sein. Da die finanzielle Situation unverändert schlecht ist, wird wohl nur eine erneute Play-off-Teilnahme den Klub aus Arizona retten können. Oder bildlich gesprochen: Phoenix sieht entweder weiß ("White out") oder schwarz, denn dann gehen in Glendale die Lichter aus. Danach sieht es leider auch aus sportlicher Sicht aus.

Los Angeles Kings: Schluss mit lila

Los Angeles qualifizierte sich als viertes Team der Pacific Division (siebter in der Western Conference) für die Play-offs. Dabei spielten die Kings aus einer sicheren Defensive heraus, ließen dafür aber im Angriff die nötige Durchschlagskraft vermissen. Ausgenommen ist Star-Center Anze Kopitar (24). Der Slowene war mit 79 Punkten der beste Scorer. Kurz vor der Hauptrunde erlitt der Mittelstürmer aber einen Knöchelbruch und wurde seitdem schmerzlich vermisst. Diesen Ausfall konnte man nicht kompensieren, sodass bereits im Conference-Viertelfinale Schluss war. "Die Königlichen" mussten ausgerechnet gegen den kalifornischen Rivalen aus San Jose (2:4) die Segel streichen.

Anze Kopitar
Eine Ausnahme in der sonst eher wackeligen Offensive der Los Angeles Kings: Der Slowene Anze Kopitar (li.) war mit 79 Punkten bester Scorer.
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Zu- und Abgänge: Ein Torjäger stand ganz oben auf der Wunschliste der Kings. Nach der Verpflichtung von Mike Richards (26, Philadelphia) konnten die Verantwortlichen einen Haken hinter diese Hauptaufgabe machen. Außerdem wurden auch noch Simon Gagne (31, Tampa Bay), Colin Fraser (26, Edmonton) und Ethan Moreau (36, Columbus) mit ins Boot geholt. Dafür verließen mit Ryan Smith (35, Edmonton), Wayne Simmonds (23, Philadelphia) und Michal Handzus (34, San Jose) fleißige Scorer den Klub. Auch Alexei Ponikarovsky (31, Carlonia) und Brayden Schenn (20, Philadelphia) stehen als Abgänge fest.

Prognose: Mit Kopitar und Richards verfügt Los Angeles über zwei klasse Mittelstürmer. Zusammen mit den Flügelspielern Gagne und Dustin Penner (29) auf der linken, bzw. Dustin Brown (26) und Justin Williams (29) auf der rechten Seite, können die Kings für mehr Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Die Play-off-Qualifikation ist auf jeden Fall machbar. In der neuen Saison wird sich auch das optische Erscheinungsbild der Jungs aus Hollywood ändern: Die Fans hatten sich über die lila-farbigen Heimtrikots beschwert, weshalb die "Königlichen" künftig mit schwarzen Jerseys auflaufen werden.

Dallas Stars: Die Sterne stürzten ab und sollen jetzt wieder strahlen

Michael Ryder
Neuzugang von den Boston Bruins: Stürmer Michael Ryder.

Lange sah es so aus, als ob die Stars das Maß aller Dinge in der Pacific Divison werden würden. In der ersten Saisonhälfte dominierte Dallas auf Rang eins. Dann verletzte sich aber Star-Spieler Brad Richards (31) und mit seinem Ausfall kam der große Einbruch. Die Texaner waren nicht mehr wieder zu erkennen und stürzten ab. Am Ende stand der letzte Division-Rang und die Play-offs wurden als Neunter der Western Conference um haaresbreite verpasst (zwei Punkte). Als Konsequenz musste Trainer Marc Crawford (50) sein Amt räumen. Sein Nachfolger heißt Glen Gulutzan (39).

Zu-und Abgänge: Den Abgang von Richards kann der finanziell klamme Klub nicht kompensieren. Auch Jamie Langenbrunner (36, St. Louis) wird schwer zu ersetzen sein. Darüber hinaus gingen auch Jeff Woywitka (28, Montreal), Karlis Skratins (37) und Jason Williams (31, Pittsburgh). Neu bei den Stars sind die Stürmer Michael Ryder (31, Boston), Radek Dvorak (34, Atlanta), Eric Godard (31, Pittsburgh), Vernon Fiddler (31, Phoenix) und Jake Dowell (26, Chicago) sowie die Verteidiger Adam Pardy (27, Calgary) und Sheldon Souray (35, Hershey).

Prognose: Zwar wurde mit Ryder eine namhafte Offensivkraft verpflichtet, doch die Lücke, die Richards hinterlässt, konnte damit nicht geschlossen werden. Auch die zuletzt löchrige Defensive wurde nicht wesentlich verstärkt. Dallas hat kein schlechtes Team, wird aber ein schweres Jahr erleben. Für den Sprung in die Play-offs wird es in dieser Saison wohl nicht reichen.

01.10.11
 
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Anschrift:San Jose Sharks
525 West Santa Clara Street
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Vereinsname:Anaheim Ducks
Anschrift:Anaheim Ducks
2695 East Katella Avenue
Anaheim, California, USA 92806
Internet:http://www.anaheimducks.com/

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Anschrift:Phoenix Coyotes
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Glendale, Arizona, USA 85301
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