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30.09.2011, 09:03

Northwest Division: Minnesota landet Blockbuster-Transfers

Jetzt erst recht: Vancouver will den Stanley Cup

In der Northwest Division schaffte es zuletzt nur eine Mannschaft in die Play-offs. Der ganz große Favorit sind erneut die Canucks. Im zweiten Anlauf soll der Stanley Cup nach Vancouver geholt werden. Dabei helfen werden Marco Sturm und Alexander Sulzer, zwei deutsche Nationalspieler. Auf dem Zettel haben sollte man auch die Minnesota Wild, die nach zwei Blockbuster-Transfers eine große Chance auf das Erreichen der Play-offs haben.

Vancouver Canucks: Sturm und Sulzer kommen - Ehrhoff geht

Marco Sturm im Canucks-Dress, hier gegen seinen Ex-Klub San Jose mit Thomas Greiss im Tor.
Wandelt in Ehrhoffs Kufenspuren: Marco Sturm im Canucks-Dress, hier gegen seinen Ex-Klub San Jose mit Thomas Greiss im Tor.
© Getty ImagesZoomansicht

Die Canucks waren in der abgelaufenen Saison eine Übermannschaft, welche die NHL nach Belieben dominierte: 54 von 82 Spielen wurden gewonnen, am Ende der Vorrunde stand Platz eins mit unglaublichen 117 Punkten und einem Torverhältnis von +77 (!). Alleine die Sedin Zwillinge Daniel (30, 104 Punkte) und Henrik (30, 94 Punkte) steuerten insgesamt 198 Punkte bei. So war es nicht überraschend, dass Vancouver bis ins Stanley-Cup Finale vorstieß. Doch der 16. Juni veränderte alles: In Spiel sieben gegen die Boston Bruins unterlagen die "Nucks" mit 0:4 und verpassten damit den Stanley-Cup-Sieg um Haaresbreite (3:4). Es folgte die große Depression in der kanadischen Metropole. Die neue Saison wird den Charakter des Teams auf eine harte Prüfung stellen.

Zu- und Abgänge: Am schwersten wiegt der Abgang des Deutschen Christian Ehrhoff (29, Buffalo), mit dem man sich nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte. Der Offensivverteidiger war der punktbeste Defensivspieler der Canucks (insgesamt 62 Punkte). Mit Raffi Torres (29, Phoenix), Jeff Tambellini (27) und Tanner Glass (27, Winnipeg) gehen eher durchschnittliche Spieler. Neu sind gleich zwei Deutsche: Zum einen kam Flügelstürmer Marco Sturm (33) aus Washington, zum anderen Verteidiger Alexander Sulzer (27) aus Florida. Ansonsten verpflichtete Vancouver vor allem Spieler, die zuletzt in der AHL auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Prognose: Das Team darf sich von der knapp verpassten Meisterschaft nicht beeinflussen lassen und muss eine "Jetzt erst recht"-Mentalität entwickeln. Immerhin bleibt mit Henrik und Daniel Sedin die Lebensversicherung der Canucks an Bord. Vancouver wird sich auch in der neuen Saison von der Konkurrenz abheben. Eine derartige Bilderbuchsaison wie 2010/11 werden die "Nucks" zwar nicht erleben, dennoch sind die Kanadier haushoher Favorit in der Northwest Division und können in den Play-offs weit kommen.

Calgary Flames: Das Feuer entzünden

Jarome Iginla (Calgary Flames)
Mit 86 Scorer-Punkten Topmann der Flames: Kapitän Jarome Iginla.
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Die Calgary Flames zeigten 2010/11 zwei verschiedene Gesichter: Das Jahr 2010 war sportlich gesehen eine herbe Enttäuschung. Erst 2011 drehten die Kanadier auf und spielten wie ausgewechselt. Auch Superstar Jarome Iginla (34) fand wieder zu seiner alten Stärke und setzte sich mit 86 Punkten an die Spitze der internen Scorer- sowie mit 43 Treffern an Platz eins der Torschützenliste. Für das Team kam die furiose Aufholjagd allerdings zu spät: Mit 94 Zählern landeten die Flames nur auf Rang zehn, die Play-offs wurden damit verpasst.

Zu- und Abgänge: Das Management setzt nach den viel versprechenden Auftritten 2011 vor allem auf das vorhandene Personal. Im Sommer wurden nur punktuelle Veränderungen vorgenommen: Stürmer Pierre-Luc Letourneau-Leblond (26, New Jersey) sowie die Verteidiger Scott Hannan (32, Washington) und Chris Butler (24, Buffalo) stehen als Neuzugänge fest. Robyn Regehr (31), Ales Kotalik (32, beide Buffalo), Steve Staios (38) und Adam Pardy (27, Dallas) haben den Klub verlassen.

Prognose: Calgary kann mehr. Das hat das Team in der zweiten Saisonhälfte 2010/11 bereits angedeutet. Um die Play-offs zu erreichen, müssen die Flames aber das ganze Jahr konstant spielen, von Verletzungen verschont bleiben und sich nicht nur auf Kapitän Iginla verlassen. Vor allem die hinteren Reihen müssen mehr Gefahr ausstrahlen. Das Erreichen der Hauptrunde wird daher zu einem Spiel mit dem Feuer.

Minnesota Wild: Wilder denn je

Frische Stars aus San Jose: Dany Heatley (re.) gratuliert Devin Setoguchi sind fortan für Minnesota auf dem Eis.
Frische Stars aus San Jose: Dany Heatley (re.) gratuliert Devin Setoguchi sind fortan für Minnesota auf dem Eis.
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Die Erkenntnis aus der Saison 2011/12 war in Minnesota mal wieder, dass der Klub nicht mehr als Mittelklasse-Eishockey anbieten kann. Platz zwölf belegte das Team am Saisonende und ließ vor allem in der Offensive fast alles vermissen: Bester Torschütze war Martin Havlat (30) mit nur 22 Treffern. Das wurde letztlich auch Todd Richards (44) zum Verhängnis. Der Trainer wollte die Wild zu einer schnellen, angriffslustigen Truppe formen und scheiterte. Sein Nachfolger, Mike Yeo (37), betreute zuletzt Minnesotas AHL-Team, die Houston Aeros und führte seine Farben bis ins Finale (2:4 gegen Binghampton).

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Zu- und Abgänge: Die Wild setzten in der Sommerpause ein großes Ausrufezeichen und landeten zwei Blockbuster-Trades: Der in Freiburg geborene Deutsch-Kanadier Dany Heatley (30) und der talentierte Scharfschütze Devin Setoguchi (24) kommen aus San Jose. Diese beiden separaten Deals wurden durch die Abgabe von Havlat und Offensivverteidiger Brent Burns (26) teuer bezahlt. Neu kam auch die deutsche Nummer eins, Dennis Endras (26, Augsburg), hinzu, der jedoch an die Aeros weitergereicht wurde und sich in der AHL empfehlen muss. Darrol Powe (26, Philadelphia) und Mike Lundin (27, Tampa Bay) verstärken den Kader in der Breite. Um Platz beim Gehaltsspielraum zu schaffen, verließen weitere sieben Spieler das Team. Darunter auch wichtige Spieler wie Andrew Brunette (38, Chicago), Antti Miettinen (31), John Madden (38) und Chuck Kobasew (29, Colorado).

Prognose: Die Wild haben genau die richtigen Transfers getätigt, sodass der neue Trainer seine offensive Philosophie auch umsetzten kann. Die erste Sturmreihe wird wohl mit Heatley (30, 64 Punkte), Mikko Koivu (28, 62 Punkte) und Setoguchi (24, 41 Punkte) besetzt werden und hat eine eingebaute Tor-Garantie. Minnesota geht gestärkt aus den spektakulären Trades hervor und hat in dieser Saison eine riesige Chance, die Play-offs zu erreichen.

Colorado Avalanche: Lawine oder Schneeball?

Semyon Varlamov (Colorado Avalanche)
Aus der Hauptstadt an den Fuß der Rocky Mountains: Semyon Varlamov.
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Wie eine Lawine hatten sich die Colorado Avalanche zuletzt nicht präsentiert. Hier wären eher Vergleiche mit einem Schneeball angebracht. Sportlich enttäuschten die "Avs" auf ganzer Linie und landeten auf Rang 14 der Western Conference. Mit nur 68 Punkten stellte man das zweitschlechteste Team der NHL. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Zahlreiche Verletzungen von wichtigen Spielern wie Paul Stastny (25), Milan Hejduk (35), T.J. Galliardi (23), Tomas Fleischmann (27), Peter Mueller (23), John-Michael Liles (30) und Adam Foote (40) warfen den Klub immer wieder zurück. Kein einziger Akteur konnte alle 82 Partien absolvieren. Zudem gipfelte das Management die verkorkste Saison mit stümperhaften und höchst fragwürdigen Trades, die selbst die eingefleischtesten Fans verärgerten.

Zu- und Abgänge: Entgegen der Erwartungen verstärkte sich Colorado äußerst sinnvoll: Die Hauptbaustelle, die Torwartposition, wurde mit der Verpflichtung von Semyon Varlamov (23, Washington) und Jean-Sebastien Giguere (34, Toronto) optimal bereinigt. Die Defensive wurde mit Jan Hejda (33, Columbus) verstärkt, die Offensive mit Chuck Kobasew (29, Minnesota), Shane O'Brian (28, Nashville) und Joakim Lindstrom (27, Skelleftea) ergänzt. Dazu kommt Talent Gabriel Landeskog (18), der beim Entry-Draft an zweiter Stelle gezogen wurde. Besonders bitter ist dagegen der Abgang von Top-Verteidiger John-Michael Liles (30, Toronto). Auch Tomas Fleischmann (27, Florida) verlässt die "Avs" nach nur einem halben Jahr. Legende Adam Foote (40) beendete seine Karriere.

Prognose: Colorado wird eine bessere Saison spielen als zuletzt. Vor allem die neue Qualität im Tor gibt dem Team mehr Sicherheit und macht die Schießbude der Liga (288 Gegentreffer) hoffentlich dicht. Bleibt die talentierte Offensivabteilung von Verletzungen verschont, können es die Avalanche in die Play-offs schaffen. Realistisch ist eine Platzierung zwischen Rang acht und zwölf.

Edmonton Oilers: Es kann nur besser werden

Ryan Nugent-Hopkins (Edmonton Oilers)
Ein Riesentalent fürs Kellerkind: Ryan Nugent-Hopkins.
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Wenn überhaupt ein positives Fazit aus der abgelaufenen Saison gezogen werden kann, dann höchstens, dass es von hier ab nur noch besser werden kann. Die Oilers präsentierten sich desolat, spielten die schlechteste Saison seit 17 Jahren und landeten auf dem letzten Platz (62 Punkte, Torverhältnis -76). Dabei muss man Edmonton aber zu Gute halten, dass bevorzugt junge Spieler eingesetzt wurden, um sie für die kommende Saison an das hohe Niveau der NHL zu gewöhnen. Auch Verletzungspech spielte eine Rolle.

Zu- und Abgänge: Die Oilers holen sich zur neuen Saison einige erfahrene, aber auch wenig hochqualitative Stützen ins Boot. Ausgenommen sind Eric Belanger (33, Phoenix), Ryan Smith (35, Los Angeles) und Ben Eager (27, San Jose). Zudem dürfen sich die Kanadier auf Ryan Nugent-Hopkins (18) freuen. Der Rookie wurde im Sommer als Erstrunden-Draftpick gezogen und gilt als Riesentalent. Bei den Abgängen schmerzen einzig Andrew Cogliano (24), Kurtis Foster (29, beide Anaheim) und Jim Vandemeer (31, San Jose).

Prognose: Ein Desaster wie 2010/11 wird Edmonton nicht mehr erleben. Hoffnungsvolle Talente wie Top-Scorer Jordan Eberle (21, 43 Punkte) und Top-Torschütze Taylor Hall (19, 22 Treffer) sind gereift und werden den Oilers noch viel Freude bereiten. Für das Erreichen der Play-Offs ist das Team aber zu schwach besetzt. Die Kanadier landen zwischen Platz elf und 15 der Western-Conference.

30.09.11
 
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