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28.09.2011, 08:16

Southeast Division: Capitals Favorit, Jets und Bolts chancenreich

Sonnenauf- oder -untergang im Sunshine State

In der Southeast-Division scharren die Washington Capitals mit den Hufen. Die Hauptstädter wollen ihre Stärke in der regulären Saison endlich mit in die Play-offs nehmen. Durchstarten könnte auch NHL-Neuling Winnipeg Jets, der von einer unglaublichen Euphorie in der Region getragen wird. In Florida könnte die Kluft zwischen Lightning und Panthers kaum größer sein. Auch die Hurricanes stehen vor einer schweren Saison.

Washington Capitals: Ovechkin alleine ist zu wenig

Alexander Ovechkin
Er alleine kann es nicht richten: Superstar Alexander Ovechkin von den Washington Capitals.
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Die reguläre Saison beendeten die Washington Capitals als Erster in der Eastern Conference. In der gesamten NHL sammelten nur die Vancouver Canucks mehr Punkte. Das Abschneiden in den Play-offs war dagegen einmal mehr ernüchternd: In Runde zwei wurden die "Hauptstädter" von den Tampa Bay Lightning deutlich mit 0:4 "gesweept". Eine herbe Enttäuschung für die Franchise, die als Ziel den Stanley-Cup-Sieg ausgegeben hatte. 2010 und 2008 war bereits in der ersten Runde Schluss, 2009 war die Saison der Capitals in Runde zwei beendet.

Zu sehr verließ sich das Team auf Ausnahmespieler Alex Ovechkin (26) sowie auf die Talente Nicklas Backström (23), Alexander Semin (27) und John Carlsson (21). In den hinteren Reihen war zu wenig Qualität vorhanden, zudem fehlten Führungsspieler, welche die junge Mannschaft in den entscheidenden Momenten hätten mitreißen können.

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Zu- und Abgänge: Im Sommer sollte das Gesicht des Kaders verändert werden. Durchschnittliche Mitläufer wurden aussortiert. Auch vom Deutschen Marco Sturm (33) hätten sich die Verantwortlichen mehr Durchschlagskraft erhofft. Der Flügelstürmer wechselte nach Vancouver. Bei den Neuverpflichtungen setzten die Caps vor allem auf Erfahrung. Den wichtigsten Wechsel gab es auf der Torhüterposition: Der begabte Semyon Varlamov (23) wurde gegen einen Erst- und Zweitrunden-Draft-Pick nach Colorado getauscht. Dafür nahm Washington den routinierten Tomas Vokoun (35) unter Vertrag.

Prognose: Ob die Wechsel das Team weiterbringen, muss abgewartet werden. Keiner der Neuen bestach zuletzt durch große Punktausbeute. Im Tor gelang ein guter Deal, denn Varlamov war oft unbeständig oder verletzt. Vokoun (92,2 Prozent Fangquote) gibt der Goalie-Troika mit Michal Neuvirth (23, 91,4%) und Braden Holtby (22, 93,4%) die nötige Erfahrung. Für den ganz großen Wurf wird es in der Hauptstadt wohl erneut nicht reichen. Die Capitals werden aber nicht zuletzt wegen Superstar Alex Ovechkin die Southeast Division gewinnen.

Tampa Bay Lightning: Bouchers Taktik schlägt ein wie der Blitz

Steven Stamkos
Erzielte insgesamt 104 Punkte in der Saison 2010/11: Tampa Bays Steven Stamkos.
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Vor einem Jahr wurde Guy Boucher als neuer Coach der Tampa Bay Lightning eingesetzt. Der 40-Jährige kam aus der AHL, verpasste den West-Floridianern ein neues Auftreten und stellte die Taktik um. Intensive Laufarbeit und aggressives Forechecking hießen die geheimen Zutaten seines Erfolges. Immerhin führte er den Klub von Platz 12 in der Eastern Conference ins NHL-Halbfinale, wo die "Bolts" nur knapp dem späteren Stanley-Cup-Sieger Boston unterlegen waren (3:4).

Herausragend agierte die Troika Steven Stamkos (21, insgesamt 104 Punkte), Martin St. Louis (36, 119 Punkte) und Vincent Lecavalier (31, 73 Punkte). Aber auch die vielen jungen Spieler, die Boucher einsetzte, zahlten das Vertrauen zurück und spielten eine klasse Saison. Besonders Teddy Purcell (26, 68 Punkte) ist hervorzuheben.

Zu- und Abgänge: Die "Bolts" wollen den eingeschlagenen Weg, mit Talenten zum Erfolg zu kommen, weitergehen. Auf die Verpflichtung von großen Namen hat man deshalb verzichtet. Alle Neuzugänge sind eher Durchschnitt und ergänzen den Kader in der Breite. Dafür wurde der Vertrag von Starstürmer Stamkos (fünf Jahre, 37,5 Mio. US-Dollar) verlängert. Schmerzlich sind dagegen die Verluste von Simon Gagne (31, Los Angeles) und Sean Bergenheim (27, Florida).

Prognose: Tampa hat Fans, Kritiker und sich selbst überrascht und elektrisiert. Gelingt es, diesen Schwung mit in die neue Saison zu nehmen, könnte für das Team aus dem "Sunshine-State" erneut die Sonne aufgehen. Die Play-off-Qualifikation sollte klappen.

Carolina Hurricanes: Wirbelsturm oder laues Lüftchen?

Cam Ward
Sicherer Rückhalt: Cam Ward wusste in Carolina zu überzeugen.
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Von wegen Hurricane. Was Carolina in der abgelaufenen Saison präsentierte, war eher ein laues Lüftchen. Erst gegen Ende der Saison drehten die "Canes" noch einmal auf und kämpften sich an die Play-off-Plätze heran, doch die nötigen Punkte wurden schon vorher verloren. So stand am Ende Platz neun. Einzig Center Eric Staal (26, 76 Punkte) sowie die Flügelstürmer Jeff Skinner (19, 63 Punkte) und Tuomo Ruutu (28, 57 Punkte) wirbelten auf dem Eis. Auch die Leistung von Goalie Cam Ward (27, 92,3 Prozent Fangquote) war herausragend und verhinderte Schlimmeres. Dennoch wurde der Torwart viel zu oft von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, denn kein NHL-Team ließ mehr Schüsse auf den eigenen Kasten zu als Carolina.

Zu- und Abgänge: Die Hurricanes mussten sich im Sommer gleich von drei Leistungsträgern trennen: Die Stürmer Erik Cole (32) und Joe Corvo (34) sowie Verteidiger Cory Stillman (37) gehörten zu den sieben besten Scorern im Team. Um diesen Verlust zu kompensieren, verpflichteten die "Canes" große Namen wie Alexei Ponikarovsky (31, Toronto) und Tomas Kaberle (33, Boston) sowie weitere entwicklungsfähige Spieler. Aus deutscher Sicht interessant ist Nationalspieler Justin Krueger (24, Bern). Der Verteidiger unterschrieb ebenfalls im Sommer und hat Chancen auf einen Platz im Team.

Prognose: Carolinas Kader ist sehr jung: Nur vier Spieler sind älter als 30. Die finanzielle Situation zwang die Hurricanes zum Sparen, weshalb auch gestandene Akteure gehen mussten. Ob die Neuzugänge diese Lücke füllen können, bleibt fraglich. Vor allem die Defensive muss stabiler werden und auch mehr Gefahr an der blauen Linie ausstrahlen. Von einer Play-off-Qualifikation ist nicht auszugehen.

Winnipeg Jets: Betankt mit Leidenschaft

Andrew Ladd
Der Kapitän der Jets: Andrew Ladd.
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Die Winnipeg Jets sind das neue Team in der NHL. Die Kanadier übernehmen die Franchise der Atlanta Thrashers, die rote Zahlen geschrieben hatten und ihre Organisation nach zwölf Jahren verkaufen mussten. Auch sportlich lief es zuletzt nicht mehr rund: In der vergangenen Saison landeten die Thrashers nur auf Platz zwölf der Eastern Conference.

Dennoch konnten sich einige Akteure in den Vordergrund spielen und zogen mit nach Winnipeg um. Darunter Kapitän Andrew Ladd (25, 59 Punkte), der bei den Jets einen Fünfjahresvertrag unterschrieb, sowie die beiden Offensiv-Verteidiger Dustin Byfuglien (26, 53 Punkte) und Tobias Enström (26, 51 Punkte). Der talentierte Flügelstürmer Evander Kane (20, 43 Punkte) und Tschechiens Nationalgoalie Ondrej Pavelec (24, 91,4 Prozent Fangquote) werden dem Team auch in Zukunft noch viel Freude bereiten.

Zu- und Abgänge: Die Jets freuen sich besonders auf die Neuen Eric Fehr (26, Washington) und Derek Meech (27, Detroit), die beide aus Winnipeg stammen. Für einen bitteren Beigeschmack bei den Abgängen sorgen höchstens Anthony Steward und Rob Schremp.

Prognose: Die Jets sind nach eigenen Angaben "betankt mit Leidenschaft". Das zeigt sich nicht nur in der unglaublichen Euphorie in der Region rund um Winnipeg, sondern auch in der Transferpolitik und Klub-Philosophie. Das Team ist sehr jung (im Schnitt 24,7 Jahre) und wird durch die Vorfreude im Umfeld beflügelt. Allerdings muss es die Mannschaft schaffen, die Form auch über eine komplette Saison zu halten. Die Jets werden um einen Play-off-Platz kämpfen müssen, können es aber schaffen.

Florida Panthers: Endlich Krallen zeigen

Marcel Goc
Tapetenwechsel: Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Marcel Goc, geht künftig für die Panthers auf Torejagd.
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Platz 15, das schlechteste Team im Osten. Das ist die ernüchternde Bilanz der Florida Panthers in der letzten Saison. Das Management zog die Konsequenzen und feuerte Trainer Peter DeBoer. Sein Nachfolger Kevin Dineen sollte bei seiner Mannschaft vor allem an der Offensive arbeiten. Die "Cats" erzielten die drittwenigsten Tore und hatten das schlechteste Powerplay aller 30 NHL-Teams. Die wenigen Lichtblicke sind mit Mittelstürmer Stephen Weiss (28), der immerhin 49 Punkte beisteuerte, und Torwart Tomas Vokoun (35, 92,2 Prozent Fangquote) schnell zusammengefasst. Ansonsten ging die Sonne im "Sunshine-State" eher unter.

Zu- und Abgänge: Die Franchise möchte einen Neuanfang. Dabei helfen sollen unter anderem begabte Neuzugänge wie Tomas Fleischmann (27, Colorado), Kris Versteeg (25, Philadelphia), Sean Bergenheim (27, Tampa Bay) und Ed Jovanovski (35, Phoenix) sowie der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, Marcel Goc (28, Nashville). Nicht zu ersetzen sein wird Goalie Vokoun, der nach Washington wechselt. Der als Ersatz geholte Jose Theodore (35, Minnesota) ist um Klassen schlechter. Außerdem geht mit Sergei Samsonov der zweit- und mit Niclas Bergfors der drittbeste Vorlagengeber. Alle anderen Abgänge wurden adäquat ersetzt. Darunter auch der deutsche Verteidiger Alexander Sulzer (27), der sich den Vancouver Canucks anschloss.

Prognose: Die Panthers müssen endlich Krallen zeigen. Ob die Neuverpflichtungen dabei helfen ist fraglich. Vielmehr wurde die Defensive verstärkt, die sich nun nicht mehr auf Vokoun verlassen kann. Insgesamt ist das Team zu schwach, um sich für die Play-offs zu qualifizieren. Realistischer ist ein Platz zwischen Rang zehn und 15 der Eastern Conference.

28.09.11
 
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Anschrift:Washington Capitals
Market Square North
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Anschrift:Tampa Bay Lightning
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Internet:http://www.tampabaylightning.com/

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1400 Edwards Mill Road
Raleigh, North Carolina, USA 27607
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300 Portage Avenue
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