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23.07.2010, 20:10

Kassel: Schwere Vorwürfe gegen die DEL

Abfuhr für Kassel durch das Schiedsgericht

Das Schiedsgericht der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat in München die Klage der Kassel Huskies gegen deren Lizenzentzug abgewiesen und damit die Kündigung durch die DEL bestätigt. Dies gaben sowohl der Verein als auch die DEL am Freitag mit. Nun plant die Liga, die Vollstreckung des Urteils beim Oberlandesgericht München durchzusetzen.

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Gernot Tripcke
Nach dem Urteil des DEL-Schiedsgerichts sieht er sich bestätgt: DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.
© picture-alliance Zoomansicht

"Die DEL wird beim Oberlandesgericht München die Vollstreckbarkeit des Schiedsspruchs beantragen, da davon auszugehen ist, dass Kassel das Urteil nicht akzeptiert", erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Nachrichtenagentur dpa.

Die von der Insolvenz bedrohten Huskies bleiben nach dem Schiedsspruch aber weiterhin ein DEL-Mitglied, weil die einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln, welche den Ausschluss der Nordhessen aus der DEL nicht zuließ, vorerst in Kraft bleibt. "Mit einer Bestätigung des Schiedsspruchs durch das Oberlandesgericht München wäre die einstweilige Verfügung allerdings hinfällig", sagte Tripcke zu der vertrackten Situation.

Die Huskies kritisierten das Urteil scharf, vor allem aus strukturellen Gründen. Nach Ansicht der Kasseler besteht zwischen den "Schiedsrichtern" und den Vereinen der höchsten deutschen Spielklasse kein gültiger Vertrag. Außerdem habe es keine Wahl der Schiedsmänner gegeben, teilte der Klub in einer Presseerklärung am Freitag mit. Die Huskies gehen daher davon aus, dass rechtswidrig verhandelt worden ist. Weiter werden schwere Vorwürfe gegen die DEL erhoben, die nach Ansicht der Hessen nur auf die Schlagzeile, dass der Lizenzentzug vom Schiedsgericht bestätigt wurde, aus gewesen sein soll.

"Mir ist in meinem gesamten beruflichen Leben noch nicht ein solch eklatanter Fall von vielen Rechtsmissbräuchen hintereinander vorgekommen. Es ist unfassbar, wie sich bis dahin unbescholtene Menschen persönlich ins Abseits stellen und zum Erreichen eines juristisch nicht machbaren Zieles durch fragwürdige und teilweise sogar strafbare Manipulationen den finanziellen persönlichen Ruin in Kauf nehmen", wird Kassels Geschäftsführer und Rechtsanwalt Fritz Westhelle, der laut Tripcke während der Verhandlung nicht zu erreichen gewesen ist, in der Pressemitteilung zitiert.

23.07.10
 
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