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01.07.2010, 16:45

Kassel geht leer aus und will vors Schiedsgericht

Keine Lizenz für die Lions!

Alle Rettungsversuche in Frankfurt waren vergeblich und die letzten Hoffnungen auf den Verbleib in der höchsten Spielklasse haben sich zerschlagen. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat den finanziell angeschlagenen Lions mit sofortiger Wirkung die Lizenz entzogen. Einen Tag später wurde bekannt, dass ein weiterer Verein aus Hessen keine Lizenz für die Spielzeit bekommt.

Frankfurt Lions
Bittere Stunde für die Fans und den Verein: Die Frankfurt Lions bekommen keine Lizenz.
© imagoZoomansicht

Der Klub habe zum Abschluss des Lizenzierungsverfahrens seine "wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gemäß der Lizenzordnung der DEL nicht innerhalb der am 23. Juni 2010 abgelaufenen Ausschlussfrist nachweisen können", gab die Liga auf ihrer Gesellschaftsversammlung am Mittwoch bekannt.

In der vergangenen Woche hatten die Lions kurz vor Ablauf der Frist noch Unterlagen eingereicht, die für die Erteilung der Spielerlaubnis erforderlich sein sollten. Nun folgte der Tiefschlag. Die Zusagen der Stadt Frankfurt, unbezahlte Rechnungen für die Nutzung der Eissporthalle in den nächsten zehn Jahren zu begleichen, reichten dem Liga-Verband offensichtlich nicht aus. Die Hessen hatten in ihrer Bilanz zuletzt einen Fehlbetrag in Höhe von 3,4 Millionen Euro ausgewiesen.

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Auch der Plan, die Einnahmen aus einer anvisierten Vergabe des Namenrechts für die Eissporthalle zwischen der Stadt und den Lions aufzuteilen und den Profis Gehaltseinbußen in Höhe von 20 Prozent zu verordnen, schlug fehl. Am 28. Mai hatten die Lions beim Frankfurter Amtsgericht ihre drohende Zahlungsunfähigkeit angemeldet.

Gegründet wurde der Verein 1991, Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2004. In der vergangenen Saison belegten die Lions in der Vorrunde den zweiten Platz hinter den Eisbären Berlin. In den Play-offs scheiterten die Hessen dann bereits im Viertelfinale an Ingolstadt.

Huskies kündigen Gang vors Schiedsgericht an

Mit den Kassel Huskies ging ein zweiter Verein aus Hessen bei der Lizenzvergabe leer aus. Nach Informationen von Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle begründet die DEL ihren Beschluss mit dem laufenden Insolvenzverfahren sowie nicht ausreichend belegten Sponsorengelder. Die Huskies kündigten am Donnerstag an, vor das DEL-Schiedsgericht zu ziehen.

"Leute, die in der DEL das Sagen haben, betrachten ihre Liga als rechtsfreien Raum. Sie werden lernen müssen, dass dies nicht so ist. Wir haben vor Gericht alles gegen die DEL gewonnen. Das wird auch diesmal so sein", sagte Westhelle, der zudem gegen DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und den stellvertretenden Vorsitzenden Wilfrid Fabel Strafanzeige stellen will.

Gesellschafter-Versammlung in Köln am Freitag

Ungeklärt ist noch die Zukunft der Klubs aus Köln, Krefeld, Hannover, Hamburg und Berlin. Offiziell will sich die DEL am Freitag auf ihrer Gesellschafter-Versammlung in Köln zu den Inhalten und Begründungen der Lizenz-Verweigerungen erklären. Bei dem Treffen soll auch über eine mögliche Aufnahme von Zweitliga-Meister EHC München entschieden werden. Die Bayern befinden sich per Schiedsgerichtsbeschluss trotz verspäteter Vorlage einer Sicherheitsleistung wieder im Lizenzprüfungsverfahren.

01.07.10
 
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