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08.11.2009, 19:34

Deutschland-Cup: Klarer 5:1-Erfolg gegen die Eidgenossen

Deutschland glückt die Revanche

Mit einem souveränen Auftritt beim abschließenden Spiel des 20. Deutschland-Cups in München gelang der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen die Schweiz die Revanche für das WM-Debakel. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp kam zu einem beeindruckenden 5:1 (3:1, 1:0, 1:0)-Triumph über den Erzrivalen, gegen den es zuletzt sechsmal in Folge Niederlagen gesetzt hatte. Der Erfolg war am Ende gleichbedeutend mit dem ersten Turniersieg seit 1996.

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Chris Schmidt und Jason Holland (re.) feiern.
Freude über die gelungenen Revanche: Chris Schmidt und Jason Holland (re.) feiern.
© picture-alliance Zoomansicht

Vor 5800 Zuschauern brachte Krefelds Hager die DEB-Auswahl bereit nach knapp drei Minuten in Front, ehe Klinge in Überzahl auf 2:0 erhöhte (13.). Plüss schaffte es zwar noch für die Eidgenossen zu verkürzen (15.), doch dann drehten die Gastgeber gehörig auf und kamen dank weiterer Treffer von Wolf in Überzahl (17.), Holland (26.) und Hospelt (48.) zum zweiten Sieg im laufenden Wettbewerb und den ersten Erfolg gegen die Eidgenossen seit dem 19. April 2007 (3:2 in Herisau).

Der Sieg hielt die Hoffnung auf den dritten deutschen Turniersieg nach 1995 und 1996 am Leben - am Ende verhalf der 3:2-Sieg der Slowakei nach Penaltyschießen gegen die USA der DEB-Auswahl zum Erfolg.

Neue Gesichter drängen sich auf

Deutschland-Cup

Primär lag der Fokus aber auf der Vorbereitung auf die kommenden olympischen Spiele. Dabei spielte sich vor allem Rückkehrer Thomas Greilinger in den Vordergrund. Der Ingolstädter, der mit 30 Punkten in 17 Spielen Topscorer der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist, wurde vom Bundestrainer sogar in der Paradereihe getestet und erhielt im Nachhinein höchstes Lob. "Er hat gezeigt, wie vielseitig er ist", äußerte sich der Bundestrainer über den 28-Jährigen, der einst als Jahrhunderttalent galt, allerdings nicht wirklich auf eine glanzvolle Karriere zurückblicken kann. "Er verbessert von Spiel zu Spiel seine Chancen, ein fester Bestandteil zu sein", fügte Krupp hinzu.

Auch die Debütanten Rob Zepp (Eisbären Berlin) und Jakub Ficenec (ERC Ingolstadt) unterstrichen ihre Ambitionen auf einen Platz im Vancouver-Kader. Der Deutsch-Kanadier Zepp überzeugte im Tor beim unglücklichen 2:3 nach Penaltyschießen zum Auftakt gegen die USA, der gebürtige Tscheche Ficenec sorgte als offensiver Verteidiger für neue Impulse - vor allem im Powerplay. "Er spielt unheimlich ruhig und kommt mit jeder Spielsituation klar", lobte Krupp, "er gibt uns Optionen an der blauen Linie, die wir vorher nicht hatten."

Ohne Einsatzzeit blieb dagegen der Kasseler Thomas Holzmann, der laut Krupp bei seinem Debüt im Kreis der Nationalmannschaft nur "reinschnuppern" sollte. Am Mittwoch fliegt Krupp nach Übersee, um die in der nordamerikanischen Profiliga NHL beschäftigten Nationalspieler näher zu betrachten. "Es gibt keine Freifahrtscheine", betonte Krupp. Aber Spieler wie Marco Sturm, Marcel Goc, Jochen Hecht, Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff, Felix Schütz oder Alexander Sulzer dürften gesetzt sein.

Optimistisch in die Zukunft

Klinge markiert das 2:0. Felski jubelt.
Die Vorentscheidung: Klinge markiert das 2:0. Felski jubelt.
© picture-alliance

Durch den couragierten Auftritt beim Deutschland-Cup, dem einzigen Härtetest für die Olympischen Spiele in Kanada (12. bis 28. Februar 2010), konnte auch das schlechte Abschneiden bei der vergangenen Weltmeisterschaft, als man lediglich auf Platz 15 landete, ad acta gelegt werden. "Das Thema Bern ist durchgekaut, die Jungs haben es verdaut", erklärte Krupp, dessen Mannschaft den höchsten Sieg gegen die Eidgenossen seit der WM 1987 (8:1) umjubeln durfte: "Wir haben unsere Schlüsse daraus gezogen. Wir sind alle etwas weiser geworden." "Wir sind zurück. Unser Eishockey kann sich wieder sehen lassen", zog auch Sportdirektor Franz Reindl ein positives Fazit. Lob gab es auch von der Konkurrenz: "Da wird um jeden Puck gekämpft, mit Deutschlands Eishockey geht's aufwärts", stellte der slowakische Trainer Jan Filc fest.

"Es war im Sommer keine schöne Zeit", blickte Torjäger Michael Wolf zurück: "Aber irgendwann muss man es mal vergessen und nicht immer mit sich rumschleppen. Wir wollen unser Image wieder aufpolieren und bei Olympia Werbung für uns machen." Der Iserlohner beendete ferner seine persönliche Durststrecke von zuletzt acht Länderspielen ohne Treffer. Gegen die Schweiz traf der 28-jährige nach 17 Minuten. "Für mich ist es immer wichtig, dass ich mal das Tor treffe", gab Wolf zu, "bei mir wird halt genauer drauf geschaut, weil ich sonst so viele Tore schieße."

Deutschland - Schweiz 5:1 (3:1, 1:0, 1:0)

Deutschland: Tor: Pätzold (ERC Ingolstadt)
Abwehr: Holland (Düsseldorfer EG), Schmidt (Adler Mannheim); Ficenec (ERC Ingolstadt), Reiss (Hannover Scorpions); Bakos (ERC Ingolstadt), Moritz Müller (Kölner Haie); Holzer (Düsseldorfer EG), Osterloh (Frankfurt Lions)
Angriff: Mulock (Eisbären Berlin), Wolf (Iserlohn Roosters), Greilinger (ERC Ingolstadt); Klinge (Kassel Huskies), Felski, Rankel (beide Eisbären Berlin); Hospelt (EHC Wolfsburg), Reimer (Düsseldorfer EG), Tripp (Hamburg Freezers); Marcel Müller (Kölner Haie), Hager (Krefeld Pinguine), Kink (Adler Mannheim)
Schweiz: Tor: Gerber
Abwehr: Blindenbacher, Bezina; Diaz, Seger; Blum, Gobbi
Angriff: Deruns, Plüss, Rüthemann; DiPietro, Paterlini, Camichel; Reichert, Bärtschi, Lemm; Peter, Gardner, Domenichelli; Monnet
Tore: 1:0 Hager (3:03), 2:0 Klinge (12:36), 2:1 Plüss (14:52), 3:1 Wolf (16:42), 4:1 Holland (25:09), 5:1 Hospelt (47:22),
Schiedsrichter: Jablukov (Berlin), Stricker (Schweiz)
Zuschauer: 5800
Strafminuten:
Deutschland 10 (plus 10 Disziplinar Kink)
Schweiz 8

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