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08.05.2012, 22:50

Deutschland taktisch ausgereift - Russland glücklicher

DEB-Team kommt nicht an Varlamov vorbei

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat gegen die favorisierten Russen eine taktisch ausgereifte Leistung geboten, musste sich am Ende aber dennoch mit 0:2 geschlagen geben. Die DEB-Auswahl war stellenweise sogar die bessere Mannschaft und erarbeitete sich zahlreiche Torchancen. Doch immer wieder war Torwart Semyon Varlamov die Endstation. Sein Gegenüber, Dimitri Kotschnew zeigte ebenfalls eine ansprechende Leistung, war bei beiden russischen Treffern aber machtlos.

Pavel Datsyuk & Christoph Schubert
Kaltgestellt: Christoph Schubert (re.) kochte Russlands Stars Pavel Datsyuk (li.) und Evgeni Malkin ab.
© picture allianceZoomansicht

Bundestrainer Jakob Kölliker ließ, wie schon gegen Lettland, die beiden Stürmer Felix Schütz und André Rankel auf der Tribüne und berief dafür die Krefelder Sinan Akdag und Daniel Pietta in den Kader. Außerdem ersetzte Russland-Legionär Dimitrij Kotschnew (Atlant Mytischtschi/KHL) Dennis Endras zwischen den Pfosten. "Kotschnew kennt das russische Eishockey genau und hat gegen Russland immer gut gespielt. Dennis ist gut im Turnier, er braucht aber eine Pause", erklärte der Schweizer den Torwartwechsel.

Die DEB-Auswahl zeigte ein komplett anderes Gesicht als bei der 2:3-Niederlage gegen Lettland und stellte sich taktisch perfekt auf die "Sbornaja" ein: Die "Kufenadler" kamen mit Tempo in die gegnerische Zone und beschäftigten die Russen dort mit hartem körperlichen Spiel. Durch dieses laufintensive und aggresive Forechecking kam der Favorit kaum auf. NHL-Superstar Evgeni Malkin (Pittsburgh Penguins) wurde jeweils vom Verteidigerpärchen Justin Krueger/Christoph Schubert oder Denis Reul/Nicolai Goc beackert und verlor schnell die Lust am Eishockeyspielen, was eine völlig unnötige Zweiminutenstrafe wegen Stockschlags belegte (7.).

In der Folge brachte Deutschland viele Scheiben auf das Tor von Semyon Varlamov (Colorado Avalanche) und tauchte nach Puckeroberungen in der neutralen Zone immer wieder gefährlich im gegnerischen Drittel auf. DEB-Goalie Kotschnew hatte bei weitem nicht so viel zu tun wie Kollege Endras in den beiden Partien zuvor. In der Schlussphase des ersten Abschnitts drehten die Russen aber noch einmal auf: Erst donnerte Evgeni Kuznetsov die Scheibe an die Latte (19.). Neun Sekunden vor der Pausensirene schoss Evgeni Medvedev wuchtig von der blauen Linie, und Nikolai Zherdev fälschte undhaltbar zum 1:0 ab (20.).

"Sbornaja" dreht auf - Kotschnew sicher

Eishockey-WM in Schweden

Im zweiten Durchgang war Kotschnew zunächst mehr gefordert und zeigte starke Saves. Deutschland war nicht mehr so griffig wie im ersten Drittel, so bauten die Russen vermehrt Druck auf. Nici Goc (25., Haken) und John Tripp (29., Beinstellen) handelten sich zudem Strafen ein und mussten in Unterzahl bestehen. Die Kölliker-Truppe überstand das gefährliche Russen-Powerplay aber durch kämpferischen Einsatz und dank aufopferungsvollen Verteidigern, die sich immer wieder in die Schussbahn warfen.

Zwar konnten sich die Deutschen nur noch selten befreien, kamen dann aber umso gefährlicher vor das Varlamov-Tor. Marcel Goc schoss in Unterzahl nur knapp am Kasten vorbei (26.), bei Florian Ondruschkas (35.) und Patrick Reimers Schlagschuss parierte der Torwart. Als sich kurz vor Drittel-Ende eine Powerplay-Situation für das DEB-Team auftat, wurde es noch mal richtig gefährlich: Tripp zielte knapp am Gehäuse vorbei, Reimer scheiterte an Varlamov (beide 38.) und Greilinger setzte den Puck an den Pfosten (39.).

Tereshenko trifft im Powerplay - "Varli" unüberwindbar

Semyon Varlamov
Endstation "Varli": Russlands Goalie Semyon Varlamov erwies sich für Deutschland als unüberwindbar.
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Das Schlussdrittel begann Deutschland energisch, war die bessere Mannschaft und kam zu guten Chancen. Doch immer wieder stand entweder Varlamov im Weg oder es fehlte das Scheibenglück bei Abstaubern. Als Krueger einen Wimpernschlag zu spät kam und für zwei Minuten wegen Stockschlags auf die Strafbank musste (50.), baute die "Sbornaja" einen Powerplay-Schirm in der deutschen Zone auf und spielte sich den Puck mit schnellen Kurzpässen zu. Am zweiten Pfosten tauchte Alexei Tereshenko frei auf, wurde in Szene gesetzt und verwandelte aus kurzer Distanz zum 2:0 (50.).

Die "Kufenadler" steckten nicht auf und kämpften weiter. Varlamov schien aber unüberwindbar und war bei sämtlichen Schussversuchen durch Schubert (53.), Marcel Goc (58.), Christopher Fischer (58.) und Greilinger (60.) die Endstation. Berechtigterweise staubte der 24-jährige Goalie am Ende auch die Auszeichnung für den besten Spieler des Spiels ab. "Wir haben es nicht geschafft, einen rein zu machen. Deshalb stehen wir leider mit leeren Händen da", sagte Stürmer Christoph Ullmann nach der Partie.

Die deutsche Auswahl ist bereits am Mittwoch (20.15 Uhr) erneut gefordert und hat mit Gastgeber Schweden einen schweren Brocken vor der Brust. Russland hat einen Tag Pause und muss erst am Donnerstag (16.15 Uhr) wieder ran und spielt dann gegen die noch sieglosen Dänen.


Russland - Deutschland 2:0 (1:0, 0:0, 1:0)

Tore: 1:0 Zherdev (20.), 2:0 Tereshenko (51.)
Schiedsrichter: Baluska (Slowakei), Boman (Finnland)
Zuschauer: 2.897
Strafminuten: Russland 10 - Deutschland 10

Russland:

Tor: Varlamov.
Verteidigung: Nikulin, Nikitin; Kalinin, Jemelin; Denisow, Medvedev.
Sturm: Popov, Malkin, Pereschogin; Kulyomin, Datsyuk, Kusnezov; Tereshenko, Schirokov, Zherdev; Svitov, Kokarev, Ketov.
Trainer: Bilyaletdinov.

Deutschland:

Tor: Kotschnew.
Verteidigung: Krueger, Schubert; Ondruschka, Fischer; Lavallee, Akdag; Reul, Nikolai Goc.
Sturm: Tripp, Hospelt, Furchner; Kink, Barta, Kaufmann; Reimer, Ullmann, Gogulla; Greilinger, Marcel Goc, Pietta.
Trainer: Kölliker.


Der DEB-Kader von A(kdag) bis U(llmann)
25 Mann für Stockholm & Helsinki
Dimitrij Kotschnew
#1 Dimitrij Kotschnew - Der Russland-Legionär

Position: Torwart. Der in Kasachstan geborene Goalie besitzt die deutsche und russische Staatsangehörigkeit. Nach DEL-Stationen in Iserlohn und Nürnberg, spielt der 30-jährige seit 2008 in der KHL und stand für Spartak Moskau, Lokomotive Jaroslavl und Atlant Mytischtschi zwischen den Pfosten. Im Sommer wechselt Kotschnew zu den Hamburg Freezers.
© imago

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Pl. VereinTorePkte.
1 Kanada35:1519
 
2 USA32:1716
 
3 Finnland21:1415
 
4 Slowakei21:1315
 
5 Frankreich21:329
 
6 Schweiz16:216
 
7 Weißrussland11:233
 
8 Kasachstan11:331

Vereinsdaten

Teamname:Deutschland
Anschrift:Deutscher Eishockey-Bund
Haus des Eissports
Betzenweg 34
81247 München
Deutschland
Telefon: (00 49) (0) 89 - 81 82 0
Telefax: (00 49) (0) 89 - 81 82 36
Internet:http://www.deb-online.de/

Vereinsdaten

Teamname:Russland
Anschrift:Federacija Hokkeja Rossii
Luzhnetskaja Naberezhnaja 8
119992 Moskva
Rossija
Telefon: 00 7 - 495 - 6 37 09 74
Telefax: 00 7 - 495 - 6 37 02 22
Internet:http://www.fhr.ru/


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