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19.10.2018, 14:05

Die Dynastien der NBA, Teil 6

Die Ära LeBron - "Player Mobility"

Er ist heutzutage das Gesicht der NBA, er ist gleichzeitig aber auch einer der umstrittensten Spieler der Liga. LeBron James legte bislang eine wahre Bilderbuch-Karriere hin, traf dafür jedoch Entscheidungen, die den nordamerikanischen Basketball nachhaltig prägten - was ihm ehemalige Spieler und aktuelle Fans teilweise übelnehmen. Der letzte Teil der Serie.

Meister in Miami, Meister in Cleveland: LeBron James.
Meister in Miami, Meister in Cleveland: LeBron James.
© Getty ImagesZoomansicht

"The Decision" - was zwar ohnehin kein gewöhnlicher Wechsel in der Free Agency gewesen wäre, vermarktete das Management von LeBron James zu einer großen, Aufsehen erregenden Show. Als der Superstar 2010 von den Cleveland Cavaliers zu den Miami Heat wechselte und diesen Karriereschritt zudem mit der berühmt-berüchtigten Phrase "I'm taking my talents to South Beach" garnierte, staunte die NBA angesichts einer - wie böse Zungen behaupten könnten - Mischung aus Selbstverherrlichung und Profitgier nicht schlecht. Ganz zu schweigen von der offiziellen Präsentation bei den Heat. In gewisser Weise läutete James eine Ära der sogenannten "Superteams" ein, vielmehr aber eine Ära, in der nicht die Führungsetagen, sondern die Spieler das Sagen hatten und die Teams bildeten.

The Chosen One - Notbremse 2010

Sieben Jahre waren vergangen, seitdem der Teenager, der sich als solcher den Schriftzug "Chosen 1 (One)", der Auserwählte, auf den Rücken tätowieren ließ, den Liga-Zirkus voller Erwartungen betreten hatte. Der Junge aus Akron nahe Cleveland, der im NBA-Draft 2003 an erster Stelle von der Franchise seiner Heimat ausgewählt wurde, den krisengebeutelten Cleveland Cavaliers. Es war wie im Märchen, die Zukunft schien James zu Füßen zu liegen. Von Beginn an wurde er, was die individuelle Performance betrifft, seinen Vorschusslorbeeren gerecht - lediglich seine Mitspieler ließen ein vergleichbares Niveau vermissen, was auch daran lag, dass das General Management seinen Star nicht mit der "Beschaffung" der nötigen Spielerqualität unterstützen konnte. Bis auf einen bemerkenswerten Play-off-Run in die NBA-Finals des Jahres 2007 (0:4 gegen die San Antonio Spurs) gelang es James aber nicht, seine Heimat im Norden des Bundesstaates Ohio in die Nähe einer Meisterschaft zu führen.

Folgerichtig zog der "King" 2010 die Notbremse - und wechselte zu den von einem weiteren Top-Star, Dwyane Wade, angeführten Miami Heat, die gleichzeitig auch der Star-Forward Chris Bosh bereicherte. Eine sogenannte "Big Three", drei Stars auf einem Haufen, ein Superteam wurde vom stets vorausschauenden "Architekten" James geformt. Es sollte ja schließlich irgendwann klappen mit den Titeln für den Spieler, der sich selbst als Auserwählten sieht. Und es klappte nach einer Final-Pleite gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks 2011 (2:4) mit den Meisterschaften 2012 und 2013 auch.

Rückkehr 2014 - Meister mit Irving und Love

Als der Superstar 2014 umjubelt wie skeptisch "nach Hause" zurückkehrte, tat er das ebenfalls nicht auf eigene Faust: Mit dem First-Pick Kyrie Irving besaß Cleveland bereits einen talentierten Guard, zudem eiste mehr oder weniger LeBron höchstselbst den Forward Kevin Love aus Minnesota los - eine nächste Big Three entstand. Erneut gelang der unmittelbare Einzug in die Final-Serie, gar viermal hintereinander. Bis auf den sensationellen Titel 2016 waren die Cavs dabei aber stets den Golden State Warriors unterlegen, die ab 2016 ihrerseits sogar eine "Big Four" aufs Parkett schicken konnten - was eine andere Geschichte ist.

LeBron James im Trikot der Lakers
Seit diesem Sommer: LeBron James im Trikot der Lakers.
© Getty Images

Gewissermaßen hatte die Methodik James' die aktuelle Dominanz der Warriors mit beeinflusst: Kevin Durant, der in Oklahoma City wiederholt keinen Titel gewinnen konnte, verließ die Franchise nicht etwa für ein Team, in dem er der große Star sein konnte, sondern für die Warriors, die frisch aus ihrer Rekordsaison (73 Siege in der Regular Season) kamen und bereits drei All-Stars in ihren Reihen hatten.

Bequeme Star-Symbiose

Zu bequem war es, in gegenseitiger Star-Symbiose zu seinen Meisterschaften zu kommen, in einer Liga, die von ehemaligen Stars dahingehend kritisiert wird, dass sich zu viele Spitzenspieler zu gut verstehen - gar weich und feige seien, anstatt sich wie "damals" Zähne fletschend miteinander messen zu wollen. "Ich hätte niemals Larry (Bird) oder Magic (Johnson) angerufen. Ich wollte sie schlagen. Aber die Dinge haben sich geändert", sagte beispielsweise Michael Jordan 2010, als James mit Bosh zu Wades Miami Heat gewechselt war.

Ich hätte niemals Larry (Bird) oder Magic (Johnson) angerufen. Ich wollte sie schlagen. Aber die Dinge haben sich geändert.Michael Jordan 2010, als James mit Bosh zu Wades Miami Heat wechselte

Längst sind mitbestimmende Einflüsse der Top-Stars an der Tagesordnung der NBA, auch Absprachen unter mehreren Spielern, die gemeinsam zu einer anderen Franchise wechseln wollen, gehören zur Norm. Will ein außenstehendes Team ernsthaft konkurrieren, muss man das nötige Glück haben, dass sich gerade ein paar unter die Arme greifende All-Stars in ihrem Kader tummeln - gute Draft- und Transferpolitik reicht nicht mehr aus, zumindest nicht für ganz oben.

Die Warriors: Geister, die James rief

Sicherlich gab es Tendenzen wie die "Grüppchenbildung" mancher Stars bereits vor der Karriere des LeBron James, und man kann gewisse Entwicklungen freilich nicht ausschließlich am Small Forward festmachen - gerade Durant wird vorgeworfen, die gesamte Problematik eine Stufe weiter verschlimmert zu haben. Aber wenn sich das unumstrittene Aushängeschild der Liga durchaus erfolgreich gezielt eine Bilderbuch-Karriere aufbaut, färbt das natürlich ab. So traf der dreimalige Meister James mit den Warriors, die ihm drei Finals-Niederlagen beibrachten, gewissermaßen auf (weiterentwickelte) Geister, die er selbst rief. Andere Star-Spieler werden es ihm aber danken.


Teil 1: Russells Celtics: Ein revolutionäres Superteam
Teil 2: Magic gegen Bird - die Rettung der Liga
Teil 3: MJ und die Bulls: Jordan goes global
Teil 4: Lakers und Spurs: Unterschiedliche Herangehensweisen
Teil 5: "3 and D" und ein glückliches Händchen: Die Dominanz der Warriors

nba/aho

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Von Russell bis Curry - die Dynastien der NBA
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Keine Mannschaft war je so erfolgreich wie die Boston Celtics der 1960er-Jahre. Der Rekordmeister gewann sogar acht Titel in Serie. Und kein einzelner NBA-Spieler gewann so viele wie ihr Anführer Bill Russell, zwischen 1957 und 1969 heimste der Center 11 von 13 möglichen Ringen ein.
© imago

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