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04.09.2015, 12:41

Basketball-EM 2015: Die Favoriten im kicker-Check

Parker, Gasol, Teodosic - die Turnierfavoriten!

Erstmals in der Geschichte findet eine Basketball-EM in vier unterschiedlichen Ländern statt: Neben Deutschland sind auch Frankreich, Kroatien und Lettland Ausrichter der EuroBasket 2015. Ursprünglich hätte das Turnier in der Ukraine stattfinden sollen, doch wegen des Krieges im Osten des Landes kam nun alles anders. Das Turnier hat auch noch eine weitere Besonderheit zu bieten: die Finalrunde wird in einem Fußball-Stadion über die Bühne gehen.

Zwei "Riesen" ihrer Zunft: Der Franzose Tony Parker und Dirk Nowitzki (re.).
Zwei "Riesen" ihrer Zunft: Der Franzose Tony Parker und Dirk Nowitzki (re.).
© imagoZoomansicht

Das Finale steigt in Frankreich im Stade Pierre-Mauray, dem Stadion des OSC Lille, der seine Arena während der EM nicht nutzen wird. Das Stadion verfügt über zwei Ebenen und kann binnen weniger Stunden zu einer Halle umfunktioniert werden, was unter anderem auch im letztjährigen Davis-Cup-Finale zwischen Frankreich und der Schweiz der Fall war. 27.000 Zuschauer sorgten damals für eine tolle Atmosphäre, was sich der Veranstalter nun auch für das Basketball-Finale erhofft. Die Chance, die Arena voll zu bekommen, würden beträchtlich steigen, wenn Frankreich das Endspiel erreicht. Und der Equipe Tricolore, die als Titelverteidiger antritt, ist das durchaus zuzutrauen, zumal sie mit zahlreichen Topstars antritt.

Neben Frankreich gibt es aber noch einige andere Teams, die sich Chancen ausrechnen und ambitioniert ins Turnier gehen. Allen voran Spanien, aber auch Serbien, Griechenland, die Türkei, Kroatien oder Italien haben große Ziele. Und auch Deutschland sollte nicht unterschätzt werden. Wir stellen die vermeintlichen Topteams vor.

Frankreich: Überwinden Parker & Co den Eigensinn?

Frankreich ist als Gastgeber vielleicht der Favorit auf den Titel, zumal die Equipe auf ihre Superstars Tony Parker, Nicolas Batum oder Boris Diaw zurückgreifen kann. Die Franzosen zählten in den vergangene Jahren stets zum Favoritenkreis und haben obendrein eine eingespielte Mannschaft beisammen. Das Problem ist aber, dass sie trotzdem zu oft nicht als Einheit funktionierten. Gerade in engen Spielen wollte Parker häufig alles alleine entscheiden, was Frankreich durchaus ausrechenbar machte und dazu führte, dass dieses mit Topspielern gespickte Team nur einmal ganz oben auf dem Treppchen stand - vor zwei Jahren in Slowenien.

Fazit: Wenn es die Franzosen schaffen, als Team zu funktionieren und individuelle Eitelkeiten außen vor zulassen, dann dürften sie als Gastgeber und Finalausrichter exzellente Chancen haben, um ihren Titel zu verteidigen.

Spanien: Erfahrung, Erfolge und Pau Gasol

Spanischer Schlüsselspieler: Pau Gasol.
Spanischer Schlüsselspieler: Pau Gasol.
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Neben den USA stellte Spanien in den vergangenen zehn Jahren die vielleicht beste Nationalmannschaft der Welt. Weltmeister 2006, Europameister 2009 und 2011 sowie Olympia-Silbermedaillengewinner 2008 und 2012: Die spanische Bilanz ist beeindruckend, allerdings war sie insbesondere mit dem Namen Gasol verbunden. Vor allem Pau Gasol war und ist die Leitfigur bei der Furia Roja. Mittlerweile ist er aber schon 35 Jahre alt und strahlt unter dem Korb nicht mehr die Dominanz aus, wie einst. Trotzdem dürfte auf der Center-Position kein Land besser besetzt sein. Schmerzlich vermisst wird aber Paus jüngerer Bruder Marc Gasol (Memphis Grizzlies), der seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen musste.

Fazit: Spanien ist auch ein Team, das sich seit Jahren kennt und im Gegensatz zu Frankreich sehr stark als Kollektiv funktioniert. Deshalb vielleicht auch der heißeste Anwärter auf den Turniersieg.

Türkei: Ataman verzichtet auf Canter

Die Vorrunde im Überblick

Die Türkei tritt ohne einen ihrer besten Spiel an: Enes Kanter wurde von Nationaltrainer Ergin Ataman nicht ins EM-Aufgebot berufen und erhob danach schwere Vorwürfe. Angeblich seien politische Beweggründe Ursache seiner Ausbootung gewesen, der Verband wies diese Anschuldigungen zurück. Unabhängig davon wird er den Türken sportlich fehlen. Doch auch ohne ihn verfügt die Türkei über erstklassige Basketballer: Ömer Asik, Ersan Ilyasova oder Emir Preldzic wären da zu nennen. Die Türken sind aber oft zu statisch in ihrem Spiel, das sehr auf die Center ausgelegt ist. Auch feierte die Türkei bislang nur Erfolge, wenn sie vor eigenem Publikum spielte. Vize-Weltmeister 2010 und Vize-Europameister 2001.

Fazit: Da die Türkei die Vorrunde in Berlin austragen wird, kann sie sich auf große Unterstützung der eigenen Fans verlassen. Einmal euphorisiert, sind die Türken nur schwer zu stoppen. Wichtig wird aber auch sein, dass keine Unruhe von draußen ins Team gebracht wird.

Serbien: Klappt es auch ohne Krstic?

Die Basketball-Nation Serbien hat nach langer Durststrecke wieder zurück zu alter Stärke gefunden. Die Weißen Adler, die vor allem in den 1990er Jahren und Anfang des Jahrtausends das Nonplusultra im europäischen Basketball waren, reisen als Vize-Weltmeister an, müssen aber erstmals seit langem auf Nenad Krstic verzichten. Der Center war nach der WM als Kapitän zurückgetreten. Trainer Sasa Djordjevic kann aber weiterhin auf seinen genialen Spielmacher Milos Teodosic bauen, der inzwischen das junge Team vom Balkan leiten muss.

Fazit: Coach Djordjevic will den Titel, daraus macht er keinen Hehl. Sein Team überzeugte in der Vorbereitung bisher mit starken Auftritten gegen Russland, Frankreich und Slowenien. Trotzdem dürfte bei den Serben sehr viel vom Start ins Turnier abhängen. Finden sie gut rein, dann können sie weit kommen.

Glänzt stets mit großer Übersicht: Serbiens Milos Teodosic (re.).
Glänzt stets mit großer Übersicht: Serbiens Milos Teodosic (re.).
© imago

Kroatien: Das Problem mit den eigenen Nerven

Bei Kroatien war es in den vergangenen Jahren immer irgendwie dasselbe. Die Kroaten reisten mit großen Vorschusslorbeeren zu Turnieren an, um dann dort kaum eine Rolle zu spielen. Und das obwohl sie fast jedes Mal gute Einzelspieler hatten. Oft waren es knappe Niederlagen, die dann auch das Aus bedeuteten. Diesmal soll es aber anders laufen. Kroatien will zwar offiziell nicht Europameister werden, die Olympia-Qualifikation sollte es aber schon werden. Dafür hoffen sie auf Bojan Bogdanovic, Mario Hezonja und ihrem 2,17 Meter Center Ante Tomic.

Fazit: Die Kroaten reisen mit einer guten Mischung aus gestandenen und jungen, hungrigen Profis an. Außerdem sind sie fast auf allen Position gut besetzt. Kriegen sie ihre Nerven in den Griff und fällen in engen Spielen die richtigen Entscheidungen, dann ist das Viertelfinale auf jeden Fall möglich - sogar mehr.

Italien: Auf der Suche nach Konstanz und einer guten Bank

Italien entwickelte sich in den 1980er und 1990er Jahren zu einer echten Macht im Basketball, feierte in dieser Zeit zahlreiche Erfolge. In den letzten Jahren spielten die Azzurri aber nur noch eine Nebenrolle, seit zwölf Jahren gab es schon kein Edelmetall mehr. Das soll sich diesmal ändern, und dafür hoffen die Italiener auf ihre NBA-Profis: Marco Belinelli (Sacramento Kings), Danilo Gallinari (Denver Nuggets) und Andrea Bargnani (Brooklyn Nets).

Fazit: Das NBA-Trio der Italiener ist sicherlich eine echte Waffe, die jedes Team bei der EM bezwingen kann. Das Problem der Italiener war in den vergangenen Jahren aber stets die dünne Bank und fehlende Konstanz. Guten Spielen folgten oft schwache, was unter dem Strich dann nicht zum großen Wurf reichte. Trainer Simone Pianigiani wird sich diesbezüglich etwas einfallen lassen müssen.

Litauen: Valanciunas in den Fußstapfen von Sabonis

Litauen zählt seit jeher immer zu den Top-Teams bei Basketball-Turnieren. Das liegt vor allem daran, dass bei den Balten der Basketball unangefochten die absolute Nummer-1-Sportart ist. Einst verbreitete Arvydas Sabonis unter den Körben dieser Welt Angst und Schrecken, doch nach ihm suchten die Litauer lange nach einem Erben. Dieser scheint inzwischen gefunden: Jonas Valanciunas (23) hat sich in der NBA bei den Toronto Raptors längst einen Namen gemacht und gilt in Litauen als der Hoffnungsträger. Die Balten allein an ihm festzumachen wäre aber vermessen, da das Team auch brandgefährliche Dreierschützen in seinen Reihen hat.

Fazit: Litauen dürfte auch in Anbetracht der Tatsache, dass es die Vorrunde im benachbarten Lettland bestreiten wird und sich daher zahlreicher eigener Fans sicher sein kann, die Gruppenphase locker meistern. Danach bleibt abzuwarten, ob neben Valanciunas noch zwei oder drei weitere Akteure ihre Topleistungen abrufen können. Geschieht dies, dann ist sehr viel möglich.

Griechenland: Spanoulis und der "Greek Freak"

Neben Gastgeber Kroatien gehört auch Griechenland zu den Favoriten in der Gruppe C. Das direkte Duell zwischen beiden Basketball-Nationen steigt schon am Sonntag. Hellas-Coach Fotis Katsikaris hat wohl den stärksten Kader seit 2007 zur Verfügung, nachdem mit Vassilis Spanoulis (33) ein routinierter Guard mit einem ganz feinen Händchen aufs Parkett zurückkehrt. Mit seinem Pokerface wurde er Europameister, Vizeweltmeister, gewann die Euroleague und x-mal die griechische Meisterschaft. Spanoulis ist der geborene Sieger, nur in der NBA hat er es nicht geschafft. An seiner Seite steht Jungstar Giannis Antetokounmpo, als "The Greek Freak" in der nordamerikanischen Profiliga bekannt.

Fazit: Insgesamt punktet Griechenland mit seiner Kadertiefe, kommt in der Vorbereitung auch langsam aber sicher in Fahrt, wie der Sieg beim Akropolis-Cup Ende August unterstreicht. "Wir haben noch Schwächen, aber wir werden bereit sein für die Eurobasket", drohte Coach Katsikaris den Kontrahenten. Das Ziel Olympia zumindest haben die Griechen fest im Visier.

drm

Zwölf Spieler sind für die Europameisterschaft nominiert
Nowitzki, Schröder, wer noch? - Das DBB-Team
Nowitzki, Pleiß, Schaffartzik und Schröder.
Nowitzki, Schröder, wer noch? - Das DBB-Team

Am 5. September geht die Basketball-Europameisterschaft los und die deutsche Mannschaft hat unter anderem mit Spanien, Serbien und der Türkei bereits in der Gruppenphase echte Brocken vor der Brust. Trainer Chris Fleming vertraut bei diesen Aufgaben auf zwölf Spieler. Doch wer ist dabei? Das DBB-Aufgebot im Überblick.
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04.09.15
 
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