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07.05.2013, 07:36

NBA: Chicagos Held heißt Robinson - Wild West in San Antonio

Bulls spucken Blut und Miami in die Suppe

Hoppla! Jetzt kommt doch etwas mehr Drive in die Play-offs der Eastern Conference. Nachdem die Indiana Pacers am Sonntag schon Spiel eins bei den favorisierten New York Knicks geklaut hatten, sorgten die personell stark dezimierten Chicago Bulls tags darauf für einen explosionsartigen Paukenschlag. Der Altmeister gewann bei den ausgeruhten, oder doch eher eingerosteten Miami Heat mit 93:86. Für den bis zur Halbzeitpause enttäuschenden MVP LeBron James kam das alles andere als überraschend. Wenig überraschend war eine weitere Curry-Gala für Golden State, doch der Sieger hieß San Antonio.

Mit zehn Stichen genäht und dann richtig "on fire": Nate Robinson, hier im Duell mit Mario Chalmers (re.).
Mit zehn Stichen genäht und dann richtig "on fire": Nate Robinson, hier im Duell mit Mario Chalmers (re.).
© Getty ImagesZoomansicht

Die alten Spielverderber aus Chicago! Da beenden sie während der Hauptrunde den Versuch des amtierenden Meisters, die Rekord-Siegesserie der Los Angeles Lakers aus grauer NBA-Vorzeit zu knacken. Und dann liefern sie zum Auftakt der Zweitrunden-Paarung am South Beach eine weitere Hammer-Vorstellung ab. Und das weiterhin ohne ihren Topstar Derrick Rose, um den sich weiter Comeback-Gerüchte ranken wie Lianen im Urwald. (Angeblich soll er noch in dieser Serie wieder einsteigen, so recht glaubt aber keiner daran.) Und ohne den vielseitigen Luol Deng, der vom Krankenbett aus Grußfotos an die Mannschaft schickte. Und ohne Distanzschütze Kirk Hinrich.

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Der Sieg kam zudem nur wenige Tage nach dem kräftezehrenden Duell mit den Brooklyn Nets, das erst in Spiel sieben entschieden war. Die Heat ihrerseits hatten Milwaukee filetiert und danach über eine Woche Pause. Mächtig viel Zeit beispielsweise, um ihren Co-Protagonisten Dwyane Wade wieder hinzubekommen, der wegen Knieproblemen ausgesetzt hatte. Aber auch viel Zeit, um den vierten MVP-Titel des Königs zu feiern.

Im Vorfeld des ersten Heimspiels gegen die Bulls ließen sie in Südflorida LeBron James entsprechend hochleben. "Vielen Dank euch allen," sagte James. "And let's get ready to go." Danach sollte er Miami einen Schritt näher an den nächsten Titel heranbringen.

Fehlstart für Miami - Robinson Symbol für Bulls-Kämpferherz

Doch es folgte ein klassischer Fehlstart des haushohen Favoriten. Die ersten sieben Würfe fielen nicht, die Reuse schien wie vernagelt. Vor allem der "King" kam nicht in Fahrt. Nur zwei Punkte bis zur Halbzeitpause, weniger erzielte er in seiner glanzvollen Laufbahn nur zweimal jeweils gegen die Dallas Mavericks (2007, 2010).

Auf der Gegenseite waren da vor allem die zähen Kampfgeister Nate Robinson und Jimmy Butler, die den Heat das Leben zur Hölle machten. Robinson - das personifizierte Symbol für den nie aufgebenden Underdog. Klein gewachsen und dann beim Hechtsprung nach einem Ball auch noch heftig im Gesicht getroffen. Der Point Guard spuckte Blut und musste zwischenzeitlich in die Katakomben. Das Gesicht wurde geflickt - fünf Stiche an der Lippe, fünf weitere im Mund. Und weiter ging's ...

41:3 - und zwei Niederlagen gegen Chicago

Robinson kam insgesamt auf 27 Punkte, Butler auf ein sattes Double-Double (21/14). Und: Robinson spielte die komplette zweite Hälfte mit der Blessur durch und holte 24 seiner 27 Zähler in dieser Zeit, darunter die letzten sieben seiner Mannschaft! Miami war nach zwölf Siegen in Folge wieder einmal geschlagen. 41 der letzten 44 Partien hatten die Stars von Coach Erik Spoelstra gewonnen, zwei der drei Niederlagen kamen gegen die Bulls!

"Das ist immer ein bisschen anders gegen diese Mannschaft", gestand Robinson. "Das hat schon etwas Spezielles." Auch ein Sieben-Punkte-Rückstand Mitte des vierten Viertels konnte die Gäste nicht vom Kurs abbringen. Mit einem 10:0-Run in den beiden Schlussminuten drehten sie den Spieß noch um und hinterließen ungläubiges Staunen auf den Rängen.

LeBron James, der am Ende doch noch auf 24 Punkte kam (Wade 14, kein weiterer Akteur zweistellig), war keineswegs überrascht. "Das sind die Play-offs. Wir spielen gegen ein richtig gutes Team." Das aber noch weitaus besser spielen muss, um den Coup zu schaffen, wie Gästecoach Tom Thibodeau festhielt. Sein Gegenüber Spoelstra hatte keinerlei Entschuldigungen parat, erst recht nicht die über eine Woche lange Pause. Die nächste Pause ist weiß Gott nicht mehr so lang. Spiel zwei steigt schon am Mittwoch, wieder in Miami. Dann muss der Champion bereit sein.

Wild West in San Antonio! Currys 44 reichen den Warriors nicht

Der letzte Wurf saß: Manu Ginobili spielte gegen die Warriors um Jarrett Jack seine ganze Erfahrung aus.
Der letzte Wurf saß: Manu Ginobili spielte gegen die Warriors um Jarrett Jack seine ganze Erfahrung aus.
© Getty Images

Die San Antonio Spurs gewannen derweil Spiel eins des Conference Halbfinals im Westen gegen die Golden State Warriors 129:127 nach der zweiten Verlängerung. Der Argentinier Manu Ginobili traf eine Sekunde vor Ablauf der Spielzeit zum Sieg, nachdem er zuvor beinahe gar nichts getroffen hatte. Tony Parker (28) und Danny Green (22) waren die erfolgreichsten Schützen der Spurs, bei den Warriors, die mit bis zu 18 Punkten vorne gelegen hatten und erst in der Schlussphase des vierten Viertels einen furiosen Endspurt der Texaner schlucken mussten, reichte Stephen Currys abermalige Gala-Vorstellung mit 44 Punkten nicht zum Auswärtssieg.

Drei Sekunden vor Ende der zweiten Verlängerung hatte Kent Bazemore mit einem Korbleger für die Führung und den vermeintlichen Sieg der Kalifornier gesorgt. Doch Ginobili hatte die Antwort parat: Nach dem Einwurf von der Seitenlinie stand der alte "Gaucho" mutterseelenalleine an der Dreierlinie und ließ das Spielgerät eine Sekunde vor dem Ende eiskalt durch die Reuse flutschen. Jarrett Jacks letzter Verzweiflungsdreier fiel danach nicht mehr.


NBA, Conference-Halbfinale, 1. Tag

Montag, 06. Mai

Miami Heat - Chicago Bulls 86:93

Play-off-Stand: 0:1

San Antonio Spurs - Golden State Warriors 129:127 (2OT)

Play-off-Stand: 0:1

07.05.13
 
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