Mit einem klaren Erfolg im Rücken gehen die Mavericks in die Pause, die das All-Star-Spiel am Wochenende in Houston mit sich bringt. Weiterhin ohne Chris Kaman, der nach seiner Gehirnerschütterung nach wie vor über Kopfschmerzen klagt, setzte sich der Meister von 2011 spielend leicht über die Kings hinweg, die nun schon zum 18. Mal in Serie in Dallas den Kürzeren zogen.
Mann des Abends war nicht Dirk Nowitzki, der sich mit 17 Punkten begnügte (bei acht Rebounds, sechs Assists und drei Steals), sondern sein routinierter Teamkollege Vince Carter. Der 36-Jährige erinnerte an alte "Vinsanity"-Tage, traf vor allem "von draußen" fast nach Belieben und schloss mit 26 Zählern ab. Carter rückte damit auch in der NBA-Bestenliste am legendären Larry Bird vorbei. 21,796 Punkte weisen ihn auf Platz 29 aus. Bird, Olympiasieger von 1992 in Barcelona und von 1979 bis 1992 Topstar im Dress der Boston Celtics, war in seiner Laufbahn auf 21.791 Punkte gekommen.
Mit 23 Siegen und 29 Niederlagen liegt Dallas weiter auf Platz elf in der Western Conference und hat weiterhin deutlich Rückstand auf die Houston Rockets (29:26), die den achten und damit letzten Play-off-Platz im Westen belegen. Für Nowitzki steht erstmals nach elf Jahren in dieser Saisonphase eine kurze Pause an - der lange Zeit verletzte Würzburger war nicht für das anstehende All-Star-Game nominiert worden. Die Mavericks bestreiten ihre nächste Partie am kommenden Mittwoch gegen die Orlando Magic und sind auch hier Favorit.
Die Rockets kamen bei den Los Angeles Clippers zu Beginn komplett unter die Räder und spielten beinahe verteidigungsfrei. Ohne ihren an Knöchel und Knie verletzten Topscorer James "The Beard" Harden angetreten, kassierten die Texaner im ersten Viertel sage und schreibe 46 Punkte! Ex-Maverick Caron Butler katapultierte die Clippers anfangs in höhere Sphären. Er verbuchte im Auftaktviertel 17 seiner 19 Zähler, während sein Team eine schier unfassbare Trefferquote von 77 Prozent in die Bücher eintragen durfte.
Dass es am Ende nur 106:96 stand, war einer deutlich niedrigeren Gangart den Rest des Spiels über geschuldet. Blake Griffin (20/11) und Chris Paul (10/11) gingen dennoch mit Double-Doubles ins All-Star-Spiel. Der wiedergenesene Chauncey Billups erfreute die Fans im Staples Center mit 19 Punkten.
PS: Jüngst sammelten die Houston Rockets beim Heimspiel gegen Golden State sagenhafte 140 Punkte und ließen dabei 23 Dreier regnen. Am Mittwoch kamen die Boston Celtics und die Chicago Bulls in ihrer Abwehr- und Fehlwurfschlacht auf ebenso viele Punkte - zusammen. Die Celtics trugen mit 71:69 den Sieg davon.
Kurioses trug sich in New Orleans zu, daher gewinnt ein Spieler der Hornets diese Kategorie heute, obwohl sein Ball eben nicht durch die Reuse fiel. Lance Thomas hätte die Fans der Hornissen (bald Pelicans!) verzücken können. Das Spiel gegen erbärmlich schwache Trail Blazers befand sich bereits in der Schlusssequenz, die wiedererstarkten Hausherren navigierten auf Kantersiegkurs, und die Zuschauer hatten nur noch eine Sorge: Fällt die Hundert?

11,6 Sekunden vor Schluss war es dann soweit, viele machten sich in Gedanken schon in Richtung Versorgungsstellen auf. Bankspieler Lance Thomas bekam beim Stand von 99:63 (!) einen Freiwurf zugesprochen. Nur noch treffen, und alle Zuschauer bekommen Fritten gratis (immerhin 11.656 wies das Scoresheet aus). Doch Thomas fehlte die Konzentration, um das wichtige Ziel zu erreichen. Er versemmelte, und plötzlich hagelte es zu seiner Überraschung einen wahren Regen an Buhrufen.
"Ich habe mich gefragt, was die ganze Aufregung soll. Dann habe ich auf das Scoreboard geblickt und wusste: Ah, Pommes für umsonst", gestand Thomas sein Aufmerksamkeitsdefizit hinterher. Und via Twitter-Feed rief er alle Fans mit gültiger Eintrittskarte auf, doch am Donnerstagabend an einem gewissen Pommesladen in New Orleans aufzutauchen. 60 Minuten lang würden dann die Fritten auf seine Rechnung gehen.
Ein ehemaliger Bamberger hätte die Zuschauer übrigens auch noch beglücken können. Denn Brian Roberts bekam den Ball nach Thomas-Freiwurflapsus zurück. Doch Roberts dribbelte mit einem Grinsen im Gesicht die Zeit herunter - und wieder hagelte es Buhrufe von den Rängen ...
Für Portland endete der ganze Spaß somit nicht mit der totalen Blamage, wobei die Trail Blazers bei ihrer fünften Niederlage in Serie auch noch den wurfsicheren Wesley Matthews (15,2 Punkte im Schnitt) frühzeitig nach einem Zusammenprall mit Austin Rivers verloren. Knöchelverletzung! Die Konsequenz bis zur Halbzeitpause: 30 Prozent Trefferquote ohne Matthews und elf Turnover. Und so konnte New Orleans auch dank eines formverbesserten Top-Rookies Anthony Davis schnell davonziehen. Die Hornissen liegen dennoch weiterhin zehn Siege hinter Rang acht.
Einen Game-Winning-Shot gab es aber auch am Mittwoch. Kawhi Leonard von den San Antonio Spurs traf 2,9 Sekunden vor Schluss per Dreier zum 96:95-Sieg des West-Ersten bei den Cleveland Cavaliers. Es durfte also nicht einer der Stars wie Tim Duncan oder Tony Parker ran, sondern ein Bankspieler. "Knifflige Situation, aber wir haben gewonnen", resümierte der ebenfalls genesene Manu Ginobili. Lange Gesichter gab's indes bei den Hausherren, die Dion Waiters neun Sekunden vor Schluss mit einem Jumper vermeintlich zum Sieg geschossen hatte.
Orlando Magic - Atlanta Hawks 76:108, Cleveland Cavaliers - San Antonio Spurs 95:96, Indiana Pacers - Charlotte Bobcats 101:77, Boston Celtics - Chicago Bulls 71:69, Brooklyn Nets - Denver Nuggets 119:108, New York Knicks - Toronto Raptors 88:92, Detroit Pistons - Washington Wizards 96:85, Minnesota Timberwolves - Utah Jazz 93:97, Dallas Mavericks - Sacramento Kings 123:100, Milwaukee Bucks - Philadelphia 76ers 94:92, Los Angeles Clippers - Houston Rockets 106:96, New Orleans Hornets - Portland Trail Blazers 99:63
Punkte: Josh Smith (Atlanta) 30, Monta Ellis (Milwaukee) 27, Al Horford (Atlanta), Vince Carter (Dallas), Ty Lawson (Denver), Joe Johnson (Brooklyn), Alan Anderson (Toronto), J.R. Smith (New York) je 26; Rebounds: Greg Monroe (Detroit) 18, Derrick Williams (Minnesota), Joakim Noah (Chicago), Bismack Biyombo (Charlotte) je 16, Samuel Dalembert (Milwaukee) 14; Assists: Paul George (Indiana), Jrue Holiday (Philadelphia) je 12, Chris Paul (Clippers), Jeff Teague (Atlanta) je 11, Ricky Rubio (Minnesota), Andre Miller (Denver) je 10; Dreier: Lawson 5/5, Anderson 6/8, Carter, José Calderón (Memphis) je 6/9; Steals: Blake Griffin u.a. 4; Blocks: Tim Duncan (San Antonio) 5; Freiwürfe: Rubio 12/13, Demar DeRozan (Toronto) 10/10; Einsatzminuten: Ellis 46