
"Man spürt das sofort, wenn die Lakers hierher kommen." Paul Pierce, eine Institution in Boston, bringt es auf den Punkt. Die Rivalität Celtics/Lakers hat nichts von ihrer Kraft verloren. Obwohl es diesmal nicht wie zuletzt in den Finalserien 2010 (Lakers) und 2008 (Celtics) oder in zehn weiteren Endspielserien zuvor um Titel ging: Auch in dieser Partie war genug Brisanz.
Zum einen wollten die C's in ihrem sechsten Spiel ohne Topmann Rajon Rondo (Kreuzbandriss) weiterhin ungeschlagen bleiben und ihren Routinier Kevin Garnett auch in diesem besonderen Match zum 25000. NBA-Zähler begleiten. Zum anderen konnte man gespannt sein, wie sich die Rückkehr von Center Dwight Howard aufs Parkett auswirkte. Ohne den Neuzugang lief es ja zuletzt besser.
Mit Pierce und Garnett sowie Kobe Bryant und Metta World Peace waren nur noch vier Akteure der 2010er-Finals dabei. Die Zuschauer sollten derweil auf die vielen Fragen schnell Antworten bekommen. Mit uneigennütziger Spielweise machte Boston von Beginn an klar, dass die Rondo-lose Bilanz auf 6:0 geschraubt werden würde. Und früh im zweiten Viertel hatte auch Garnett schon seinen Meilenstein erreicht. Mit einem Halbdistanz-Sprungwurf stellte "KG" auf 39:29 - und auf 25.000! Er ist der 16. Spieler in der NBA-Geschichte, der dies schafft. Dirk Nowitzki, 18., dürfte bald folgen.
"Im Schaukelstuhl sitzend mit der Zigarre im Mund" werde er dann eines Tages über das Erreichte nachdenken, ließ Garnett später wissen. "Doch heute interessierten nur die Lakers."
Und die bekamen kein Bein auf den Boden auf dem Weg zur höchsten Niederlage in der laufenden Spielzeit. "Die erste Halbzeit war so schlecht wie die zweite", sagte Nash enttäuscht. Neun Punkte und fünf Assists, auch für den Point Guard eine schwache Bilanz. Und Howard? Der spürte frühzeitig wieder Schmerzen in der maladen Schulter, hielt sich beim Punkten und Rebounden merklich zurück (9/9), nicht aber mit den Fouls: Nach 28 Minuten Einsatzzeit war fünf Minuten vor dem Ende Feierabend.
„"Es ist immer noch richtig gut, wenn man sie zu Hause vermöbeln kann."“Celtic Paul Pierce nach dem klaren Sieg gegen die Lakers
Beste Punktesammler waren Pierce (24) und Bryant (27) in einer einseitigen Angelegenheit ganz nach dem Geschmack des Ersteren. "Es ist immer noch richtig gut, wenn man sie zu Hause vermöbeln kann, ganz egal, in welche Richtung es derzeit für die beiden Teams geht", sagte Pierce.
Für die Celtics wird es auch ohne Rondo in die Play-offs gehen. Für die Lakers wird es ohne Pau Gasol (Plantarsehnenanriss, bis zu sechs Wochen Pause) ein steiniger Weg - zumal die Stimmung untereinander (Bryant, Howard, Nash) nach wie vor nicht die beste ist.
Das letzt Wort aus Boston soll dem Jubilar Kevin Garnett gebühren. "Ich möchte nur sagen, dass ich es hier liebe. Ich weiß nicht, wer all diesen Bull**** über einen Transfer nach Denver aufgebracht hat. Mein Blut ist grün! Ich werde eines Tages als Celtic zurücktreten. Wenn es an mir liegt ..."
In den Play-offs könnten die Celtics im Frühling auf die Chicago Bulls treffen (auch dort gibt es übrigens Trade-Gerüchte: Carlos Boozer nach Toronto für Andrea Bargnani). In der Form von Denver wären die Bullen dann eine niedrige Hürde. Beim 96:128 hatte der Altmeister schon nach drei Vierteln die 100 kassiert. Auf dem Weg zum achten Sieg in Reihe drängte sich vor allem Kenneth Faried in den Vordergrund. Offensichtlich motiviert durch seine Nominierung für den All-Star-Dunking-Contest drückte er einige Bäller aber so richtig "mit Schmackes" durch die Reuse!
21 Punkte, 12 Bretter - s odie Zahlen des Langmähnigen. Wilson Chandler brachte von der Bank kommend 24 Punkte ein (Karrierebestwert - dazu 5/5 aus der Distanz), Ty Lawson (16/12 A.) schaffte wie Faried ein Double-Double. Die nach wie vor ohne Derrick Rose agierenden Bulls ergaben sich früh in ihr Schicksal. Die Starter sahen am Ende lange Zeit den Reservisten zu. Daequan Cook tat sich dabei bei den Gästen mit 19 Punkten hervor.
Denver schraubte die Bilanz auf 32:18 und ist damit Vierter im Westen. Die Bulls fielen auf 29:20 und liegen gleichauf mit Brooklyn auf Rang fünf im Osten. "Sie haben uns heute vernichtet", schloss Chicagos Coach Tom Thibodeau.
Boston Celtics - Los Angeles Lakers 116:95
Denver Nuggets - Chicago Bulls 128:96
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