Garnett spiele schmutzig und schlage beim Trash Talk über die Stränge. Dass wollte Anthony jüngst im Madison Square Garden seinem Rivalen nach dem Spiel noch verklickern. Dabei folgte der Star der Knicks dem Gegenspieler bis in die Katakomben und musste durch das Sicherheitspersonal in der Halle im Zaum gehalten werden. Der Liga gefiel das gar nicht, "Melo" wurde für ein Spiel zum "Cool down" aus dem Verkehr gezogen.
Am Donnerstag war es dann soweit. Die Chance zur Revanche im TD Garden. Anthony wurde in Boston mit Buhrufen empfangen, was ihn aber nicht sonderlich störte. Im Gegenteil: Mit 28 Punkten führte er sein Team zum 89:86-Erfolg an einem Ort, an dem die Knicks die letzten elf Partien verloren hatten.
Und danach hielt der Forward der Gäste den Ball betont flach. "Das gab es nichts zwischen KG und mir. Was immer auch passiert ist, wir haben darüber gesprochen - es ist durch." Sieht Garnett das auch so? "Jawohl", sagte der Routinier lapidar und verließ die Umkleide.
Die Show gehörte ganz klar "Melo", der seine Serie an "Über-20-Punkte"-Spielen auf 27 ausbaute. Lediglich Richie Guerin (29) und der legendäre Patrick Ewing (28) haben eine längere Reihe im Dress der Knicks aufzuweisen.
"Er hat genau so reagiert, wie er sollte", lobte Tyson Chandler seinen Teamkollegen. Wäre die Partie zu Gunsten der Celtics ausgegangen, Rajon Rondo wäre Mann des Abends gewesen. Die Zahlen: 23, 10, 11. Mit seinem vierten Triple-Double der Saison wartete der Guard auf, unterstützt durch Paul Pierce (22), jedoch nur unzureichend durch Garnett (acht, bei zwölf Brettern). Zum fünften Mal in Folge verloren die Celtics (20:22), die damit Achter im Osten sind. Die Knicks belegen mit 26:14 Rang zwei hinter Miami (27:12).
Eine Überraschung gelang im Westen den Phoenix Suns, die nach dem Trainerwechsel nun schon das zweite Spiel gewannen. Der Gegner hieß Los Angeles Clippers und zählt zu den Topteams im Westen. Doch ohne All Star Chris Paul (Knieverletzung) zogen die Kalifornier mit 88:93 den Kürzeren. Goran Dragic war mit 24 Zählern (bei acht Vorlagen) bester Punktesammler für die Suns, die unter Lindsey Hunter noch ungeschlagen sind, im Klassement jedoch mit 15:28 weit hinter den Play-off-Rängen rangieren. Immerhin: Die New Orleans Hornets, bald Pelicans, liegen nun in der Conference-Tabelle hinter der Mannschaft aus Arizona.
Für Gesprächsstoff hatte vor dem Spiel jedoch die Entscheidung der beiden Assistenztrainer Elston Turner und Dan Majerle gesorgt, die Franchise zu verlassen. Beide hatten sich nach dem Rauswurf von Alvin Gentry wohl etwas ausgerechnet, was den Cheftrainerposten betrifft. Mit Ex-Profi Hunter wurde dann überraschend ein unerfahrener Mann befördert.
Der lange Marcin Gortat (15) machte mit zwei Freiwürfen 23 Sekunden vor Schluss alles klar. Für die Clippers (32:12, eineinhalb Spiele hinter OKC und den Spurs) war das die dritte Niederlage in Folge, zum fünften Mal in den vergangenen sieben Partien hatte "CP3" gefehlt. Der "sechste Mann" Jamal Crawford führte die Punkteliste bei den Gästen mit 21 an, Blake Griffin blieb bei 12 stehen.
Gute oder schlechte Nachrichten? Dwight Howard wird nach seiner Schulterblessur nicht lange ausfallen. Nach einer Untersuchung am Donnerstag in Los Angeles steht fest, dass der neue Lakers-Center ab sofort wieder spielen kann. "D12" hatte das Spiel in Memphis frühzeitig unter Schmerzen an der jüngst verletzten rechten Schulter verlassen.
Die Krisen-Lakers suchen derzeit nach ihrer Form und liegen weit hinter den Top 8 im Westen. Auch ein Team-Meeting hatte keine Besserung gebracht. Dabei waren sogar atmosphärische Störungen zwischen Howard und Platzhirsch Kobe Bryant öffentlich geworden. Am Freitag sollen die beiden gegen die Utah Jazz wieder zusammenspielen.
Orlando Magic - Toronto Raptors 95:97, Boston Celtics - New York Knicks 86:89, Phoenix Suns - Los Angeles Clippers 93:88
Punkte: Carmelo Anthony (New York) 28, Goran Dragic (Phoenix) 24, Rajon Rondo (Boston) 23, DeMar DeRozan (Toronto), Paul Pierce (Boston) je 22; Rebounds: Nikola Vucevic (Orlando) 14, Kevin Garnett (Boston) 12, Lamar Odom (Clippers) 11; Assists: Rondo, Jameer Nelson (Orlando) je 11; Dreier: Dragic, Nelson je 3/7; Steals: ; Blocks: ; Freiwürfe: Dragic 11/14, Pierce 9/12; Einsatzminuten: DeRozan, Nelson je 43