Paul George ist erst 22 Jahre alt, doch seinen Wert für die Indiana Pacers hat er schon nachhaltig unterstrichen. Mehr als 16 Punkte und sieben Rebounds holt die Nummer 24 für sein Team im Schnitt. Und nach der Granger-Verletzung zeigte er auch, wie variabel er einsetzbar ist. Coach Vogel versetzte ihn von der Shooting-Guard- auf die Small-Forward-Position, wo sein Schützling am Dienstag gegen den Champion eine echte Gala ablieferte: 29 Punkte und elf Rebounds sammelte George, stand dabei 44 Spielminuten auf dem Parkett im Bankers Life Fieldhouse von Indianapolis. Er war zweifellos die tragende Säule beim 87:77-Erfolg der Pacers, dem achten Heimsieg in Folge.
"Das war heute die Chance für mich zu sehen, wo ich stehe", sagte der Youngster, der vor zwei Jahren vom Fresno-State-College in die NBA gekommen war. "Gegen einen der Besten, wohl den Besten der Liga anzutreten. Ich wollte LeBron wirklich einen Kampf liefern."
Die Pacers, die in den Vorjahres-Play-offs dem Gegner in sechs Spielen unterlegen waren, hielten die Heat bei 77 Punkten, weniger hat der Meister in dieser Saison noch nicht zusammenbekommen. James zollte seinem jüngeren Kontrahenten jede Menge Respekt. "Er spielt sehr selbstbewusst und hat jede Menge Möglichkeiten. Die Verletzung von Danny Granger hat ihm die Chance gegeben, sich zu zeigen. Und er zeigt alles." Granger wird noch rund einen Monat wegen seiner Knieverletzung ausfallen. Ohne ihn haben die Pacers, für die David West ein Double-Double holte (14 P./11 R.), nun 21 ihrer 35 Partien gewonnen.
Bei den abermals reboundschwachen Heat (36:55) kam Dwyane Wade auf 30, James auf 22 Zähler. Mit 23:10 ist Miami nach wie vor Erster im Osten.
Mit den Los Angeles Lakers wird das einfach nichts. Zwar muss entschuldigend erwähnt werden, dass mit Dwight Howard, Pau Gasol und Jordan Hill gleich drei "Big Men" ausfallen, doch der Rest des kalifornischen Starensembles verweigerte am Dienstag wieder einmal den Dienst. Kobe Bryant & Co. zogen bei den Houston Rockets mit 112:125 den Kürzeren und gestatteten den Texanern den fünften Sieg in Folge.
Bester Scorer in Houston und auch an diesem Tag in der NBA (siehe unten Die Besten des Tages) war James Harden. Der von OKC gekommene Antreiber kam auf 31 Zähler und überquerte die 25er-Hürde zum 13. Mal hintereinander! Chandler Parsons fügte 20 Punkte, Jeremy Lin und Carlos Delfino je 19 hinzu.
Zum dritten Mal in Reihe schafften es die Rockets, die wie Indiana im Osten in der Western Conference eine 21-14-Bilanz aufweisen, damit jedoch nur Sechster sind, einen gleich zweistelligen Rückstand noch in einen Sieg umzuwandeln. Mit 14 führten die Lakers vor der Halbzeitpause, ehe sich das Blatt im dritten Viertel wendete.

Metta World Peace verzeichnete einen Saisonbestwert mit 24 Punkten und übertrumpfte Topscorer Bryant (20). Steve Nash konnte die Tatsache, dass er nun der fünfte NBA-Profi in der Geschichte der Liga mit über 10.000 Assists ist (nach John Stockton, Jason Kidd, Mark Jackson und Magic Johnson), wenig trösten. "Das kann ich kaum genießen. Wir müssen erst einmal einen Weg finden, ein Spiel zu gewinnen." Nach vier Niederlagen in Folge fielen die Lakers auf 15:19 ab und sind Elfter im Westen. Dahinter liegen nur noch Dallas, Sacramento, Phoenix und New Orleans.
Die Milwaukee Bucks haben das erste Spiel nach der Trennung von Trainer Scott Skiles gewonnen. Brandon Jennings (29 Punkte) führte seine Farben zu einem 108:99 über die kriselnden Suns. Jim Boylan kann somit auf das erste "W" in seiner Bilanz verweisen. Jennings: "Das war schon verrückt, auf die Bank zu schauen - und er war nicht da. Aber ich werde darüber hinwegkommen. Jim ist ja auch schon seit vier Jahren hier." Bucks und Skiles hatten sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. Nach vier Niederlagen in Folge kehrte das Team aus Wisconsin in die Erfolgsspur zurück und ist mit 17:16 Siebter im Osten.
Reggie Evans wütete am Dienstag förmlich unter den Körben. Der gar nicht mal so lange Mann der Brooklyn Nets war beim Rebound-Sammeln in Philadelphia nicht zu stoppen. 23 "Bretter" nannte der "nur" 2,03 Meter große Power Forward aus Pensacola, Florida, sein Eigen. Normalerweise kommt er im Schnitt auf gut acht pro Spiel. Kurios: Normalerweise spielt Evans im Schnitt 33 Minuten. Die 23 Rebounds von Philadelphia holte er sich in 27 Zeigerumdrehungen. "Ums Punkten kümmere ich mich nicht, wir haben Jungs, die können jede Nacht 100 Punkte machen. Für mich ist das Bonus. Ich will nur alles geben und gewinnen." Sein Bonus am Dienstag: zwei Punkte.
Evans' bislang bester Wert in seiner Laufbahn - er spielte auch schon für die Sixers - waren 22 Abpraller im Jahr 2006 gegen Seattle. Den NBA-Saisonbestwert hält Orlandos Nikola Vucevic mit 29. Die Nets gewannen mit 109:89 - mit dem vierten Sieg in Reihe festigten sie Rang sechs in der Eastern Conference. Der Trainerwechsel in Brooklyn zeigt Wirkung. Nach der Entlassung von Avery Johnson gewann das Team um Deron Williams (22 Punkte) sechs von sieben Partien unter P.J. Carlesimo.
Philadelphia 76ers - Brooklyn Nets 89:109, Indiana Pacers - Miami Heat 87:77, Milwaukee Bucks - Phoenix Suns 108:99, Houston Rockets - Los Angeles Lakers 125:112, Minnesota Timberwolves - Atlanta Hawks 108:103
Punkte: James Harden (Houston) 31, Dwyane Wade (Miami) 30, Brandon Jennings (Milwaukee), Paul George (Indiana) je 29, Nikola Pekovic (Minnesota) 25, Metta World Peace (Lakers) 24, LeBron James (Miami), Deron Williams (Brooklyn) je 22; Rebounds: Reggie Evans (Brooklyn) 23, Pekovic 18, Marcin Gortat (Phoenix), Roy Hibbert (Indiana) je 14, Josh Smith (Atlanta) 13; Assists: Steve Nash (Lakers) 10, Harden, Jennings je 9; Dreier: Jennings, Carlos Delfino (Houston) je 5/7, World Peace 4/5; Steals: World Peace, Jeremy Lin (Houston), Ricky Rubio (Minnesota) je 4; Blocks: Larry Sanders (Milwaukee) 6; Freiwürfe: Harden 8/8, Louis Williams (Minnesota) 8/9, Wade 8/10; Einsatzminuten: George 44