
Einmal im Jahr geben sich die Los Angeles Lakers in unmittelbarer Nähe zum Broadway die Ehre und betreten Manhattans Showbühne. Doch für eine Hauptrolle im "Big Apple" langte es dieses Mal nicht für das Hollywood-Ensemble vom Sunset Boulevard - weder für Bryant, noch für "Superman" Dwight Howard oder Neu-Lakers-Coach D'Antoni, der bis März dieses Jahres noch hauptverantwortlich für die Knickerbocker gewesen war. Denn einer stahl allen wieder einmal die Show: Carmelo Anthony.
Der "Melo"-Man startete furios: Acht seiner ersten neun Würfe aus dem Feld, davon drei Dreier, fanden den Weg durch die Reuse und Anthony sammelte so schon im ersten Viertel (41:27) satte 22 Punkte. Natürlich wurde er hierfür in der ausverkauften Halle mit "MVP"-Rufen bedacht. Im zweiten Abschnitt wurde es dann etwas ruhiger um Anthony, der von Trainer Mike Woodson eine kleine Verschnaufpause gegönnt bekam. Doch währenddessen sprangen New Yorks Nebendarsteller ins Rampenlicht des "Garden". Publikumsliebling Rasheed Wallace erhöhte für das Team von der Ostküste mit einem offenen Dreipunktwurf auf 58:32 - New Yorks größte Führung im gesamten Spiel.
Auch nach der viertelstündigen Pause herrschte zunächst noch gute Laune, ehe Lakers-Center Howard Anthony mit einem harten Foul buchstäblich in die Knie zwang und die Partystimmung etwas drückte. Zwar trat "Melo" zu den fälligen zwei Freiwürfen an, aber kurz darauf war seine Vorstellung beim Stand von 79:61 beendet. Das linke Knie zwang die Anthony-Show zu einem frühen Ende und die Knicks mussten fortan ohne ihren Go-to-Guy auskommen.
Dies gelang den Gastgebern, bei denen Raymond Felton (19 Punkte) sowie Tyson Chandler und J.R. Smith (beide 18) nun das Kommando übernahmen, recht gut. Erst in den Schlussminuten führten Bryant (31) und der gebürtige New Yorker Metta World Peace (23) die Lakers auf sechs Zähler heran (107:113). Brenzliger wurde es für die Knicks, die sich schlussendlich 116:107 durchsetzten, aber nicht mehr. Das beste Team der Liga (17:5-Siege) bleibt also auch im neunten Heimspiel ungeschlagen und feierte nach dem Derbysieg gegen Brooklyn den zweiten Prestigeerfolg binnen 48 Stunden. Für den vermeintlichen Titelfavoriten aus Los Angeles (9:14) setzte es hingegen die vierte Pleite in Folge.
Übrigens: Die zweite und vorerst letzte Vorstellung beider Klubs findet am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Dann allerdings vor den Toren Hollywoods und mit weiterer Star-Besetzung (Steve Nash, Pau Gasol, Amare Stoudemire).
Richten wir den Blick vom Tabellenführer des Ostens hin zur erfolgreichsten Mannschaft auf des Gegners Platz: den San Antonio Spurs. Die erfahrenen Texaner um Manu Ginobili, Tony Parker und Tim Duncan, auswärts schon mit elf Erfolgen bestückt, wurden ausgerechnet von einem Rookie-Emporkömmling namens Damian Lillard an der Nase herumgeführt. Der 22-jährige Guard der Portland Trailblazers, im Sommer an sechster Stelle gedraftet, führte seine Farben mit 29 Zählern, sieben Rebounds sowie sechs Assists zum 98:90-Sieg über die Spurs, die nach der 96:99-Schlappe am Vortag in Utah schon die zweite Niederlage in Serie einstecken mussten.
Etwas unter dem Radar fliegen zurzeit die Atlanta Hawks (14:6). Das Team aus Georgia, das im Sommer seinen Allstar Joe Johnson nach Brooklyn geschickt hatte, gewann zu Hause gegen die Charlotte Bobcats mit 113:90. Gleich sechs Hawks-Spieler trafen dabei zweistellig. Am treffsichersten war der Ex-Maverick Devin Harris, der von der Bank aus 20 Zähler beisteuerte, und somit den zehnten Erfolg in den vergangenen zwölf Partien klarstellte. Charlotte dagegen verließ das Parkett zum zehnten Mal in Serie als Verlierer.
Atlanta Hawks - Charlotte Bobcats 113:90, New York Knicks - Los Angeles Lakers 116:107, Portland Trail Blazers - San Antonio Spurs 98:90
Punkte: Kobe Bryant (Lakers) 31, Carmelo Anthony (New York) 30, Damian Lillard (Portland) 29, Metta World Peace (Lakers) 23; Rebounds: J.J. Hickson (Portland) 12, Bryant 10, Jason Kidd (New York) 9; Assists: Louis Williams (Atlanta) 9, Raymond Felton (New York) 8; Dreier: Bryant 5/11, Steve Novak (New York) 4/5; Steals: Sasha Pavlovic (Portland) 4; Blocks: Al Horford (Atlanta) 3; Freiwürfe: Tony Parker (San Antonio) 7/7; Einsatzminuten: Bryant 44





























