Drei Siege hinereinander, das hatte es für die Dallas Mavericks zuletzt in der Meistersaison gegeben. Beim Wiedersehen mit Jason Terry in Boston setzte es dann schon wieder die erste Niederlage. Knapp war's, und lang hat's gedauert bis Paul Pierce dem Spiel den entscheidenden Kick gab. Der 35-jährige Routinier erzielte insgesamt 34 Punkte, zu Beginn der zweiten Overtime einen wichtigen Dreier und anschließenden so viele Freiwürfe, wie zum Sieg über Dallas nötig waren. Und: Als 25. Spieler in der NBA-Geschichte durchbrach er die Marke von 23.000 Karriere-Punkten.
O.J. Mayos Dreier mit der Sirene half den Mavericks nicht mehr - mit 115:117 zogen sie den Kürzeren. Ein moderater Abend war es für "The Jet" Terry, der bei zehn Zählern landete.
Naismith-Trophy-Gewinner Dirk Nowitzki saß im beigen Anzug auf der Bank, Coach Rick Carlisle wollte nach dem Spiel abermals keinen Zeitpunkt für die Rückkehr des verletzten Würzburgers benennen. 2012 wird es wohl nichts mehr werden. Oder doch? Immerhin kündigte Nowitzki am Rande der Partie an: "Ich will nächste Woche wieder voll ins Training einsteigen, um dann an Weihnachten wieder fit zu sein."
Dallas hat nach 22 Saisonspielen jeweils elf Siege und Niederlagen vorzuweisen und rangiert damit in der Western Conference auf Platz acht.
„Diese Ballverluste im gesamten Spiel haben uns umgebracht, so kann man niemanden schlagen.“Mavs-Topscorer O.J. Mayo zu den 27 Ballverlusten der Gäste (Boston: 13)
Zu den "langen Gesichtern" des Mittwochabends. In Miami waren die Golden State Warriors zu Gast, eine der Überraschungsmannschaften der Saison. Und die Kalifornier schafften das Kunststück, nach den New York Knicks als zweites Team den Sieg vom South Beach zu entführen.
Beim 97:95 sorgte ein supersmarter Spielzug in den Schlusssekunden für die Entscheidung. Jarrett Jack dribbelte mit dem Ball im Halbfeld der Heat-Hälfte, als Ray Allen und Shane Battier ihre Gegenspieler aus den Augen verloren. Ein messerscharfer Pass Jacks mitten durchs Herz der Heat-Defensive landete bei Draymond Green, der mit einem Korbleger 0,9 Sekunden vor Schluss für den fünften Sieg der Warriors in Folge sorgte!
"Der Coach hat gar nicht gesagt, wer den letzten Wurf nehmen soll", sagte der 22-jährige Green. "Wir sollten den freien Mann finden. Die Heat haben natürlich Klay Thompson und Steph Curry gedeckt, mich haben sie wohl vergessen", so der glückliche Rookie. Thompson hatte zuvor mit 27 Punkten seine Saisonbestmarke egalisiert. "Wir sind 'on fire'", stellte Thompson fest. Was man nur unterstreichen kann. Während die Heat auf 14:6 abfielen, stockten die Warriors ihre Bilanz auf 15:7 auf (9:4 auswärts). "King" James kam auf 31 Punkte und durchbrach im 25. Spiel in Serie die 20-Zähler-Schallmauer - die längste Serie momentan in der NBA.

Ähnlich prickelnd war es in Salt Lake City. Die heimstarken Utah Jazz wurden ihrem Ruf als Heimmacht gerecht und bezwangen auch die San Antonio Spurs. Beim 99:96 dauerte es bis zur Sirene, bis der Sieger feststand. Matchwinner war Mo Williams, der mit einem Dreier gut eineinhalb Meter vor der Linie die Halle zum Kochen brachte. Es war sein einziger Dreier an diesem Abend.
Während die Spurs (18:5) nach fünf Siegen erstmals wieder verloren, gewannen die Jazz (13:10) ihr neuntes von zehn Heimspielen. Paul Millsap (24 P./12 R.), Al Jefferson (21) und Gordon Hayward (19) waren die besten Punktesammler für die Hausherren, die vier Minuten vor Schluss noch mit acht Punkten im Rückstand lagen. Tim Duncan und Tony Parker kamen bei den Texaner auf jeweils 22 Zähler, Duncan schnappte sich noch dazu 21 Bretter.
Die Ehre hätte auch Mo Williams oder Draymond Green gebühren können - doch verleihen wir den Preis Goran Dragic von den zuletzt so taumelnden Phoenix Suns. Der Point Guard der Hausherren suchte beim Stand von 80:80 gegen die bärenstarken Memphis Grizzlies in den Schlusssekunden die Entscheidung. Spielmacher Dragic dribbelte aus dem Halbfeld nach rechts Richtung zur Grundlinie, wollte offenbar zum Korb ziehen. Dann baute sich der lange Marc Gasol, der zuvor schon sechs Suns-Würfe geblockt hatte, vor ihm auf. Was tun? Dragic stand schon an der Grundlinie, dort war der Weg verstellt. Eine schnelle Drehung zurück ins Feld und ein kurzer Hakenwurf mit der linken Hand durch die Reuse - 82:80, 0,5 Sekunden vor Schluss!
Nach sieben Niederlagen gehörten die Suns (8:15) wieder zu den Siegern, Memphis fiel auf 14:5. "Beim letzten Mal habe ich den leichten Korbleger gegen Dallas vergeben, also hab ich mir gesagt: Den musst du heute machen", sagte ein glücklicher Dragic (12 Punkte).
Toronto Raptors - Brooklyn Nets 88:94, Orlando Magic - Atlanta Hawks 80:86, Indiana Pacers - Cleveland Cavaliers 96:81, Philadelphia 76ers - Chicago Bulls 89:96, Charlotte Bobcats - Los Angeles Clippers 94:100, Miami Heat - Golden State Warriors 95:97, Boston Celtics - Dallas Mavericks 117:115 F/2OT, Milwaukee Bucks - Sacramento Kings 98:85, Houston Rockets - Washington Wizards 99:93, Oklahoma City Thunder - New Orleans Hornets 92:88, Minnesota Timberwolves - Denver Nuggets 108:105, Phoenix Suns - Memphis Grizzlies 82:80, Utah Jazz - San Antonio Spurs 99:96
Punkte: Kevin Durant (OKC) 35, Paul Pierce (Boston) 34, LeBron James (Miami), James Harden (Houston) je 31, C.J. Miles (Cleveland) 28; Rebounds: Tim Duncan (San Antonio) 21, Omer Asik (Houston) 16, Jason Thompson (Sacramento) 15; Assists: Rajon Rondo (Boston), José Calderón (Toronto) je 15, Monta Ellis (Milwaukee), Ty Lawson (Denver) je 11; Dreier: Miles 6/9, C.J. Watson (Brooklyn) 4/4; Blocks: Duncan, Marc Gasol (Memphis) je 6; Freiwürfe: Durant 12/14, Harden 9/9; Einsatzminuten: Rondo 53