Der 38-jährige "Jungbrunnen" Steve Nash sowie "Superman" Dwight Howard tragen fortan das lila-goldene Jersey der Lakers. Das Duo wird dabei ein gemeinsames Ziel verfolgen: den ersten Meisterring! Während die Nash-Verpflichtung reibungslos über die Bühne ging, gestaltete sich der Howard-Deal komplizierter. Der Center wollte zwar unbedingt aus Orlando weg, zog aber, wie er unlängst nochmals betonte, einen Trade zu den Brooklyn Nets vor, um dort mit Kumpel Deron Williams den "Big Apple" zu rocken. Doch Magic-Manager Rob Hennigan hatte andere Pläne und so landete "D12" letztlich in der "Stadt der Engel" und folgte so den Fußstapfen Shaquille O'Neals, der ebenfalls wie Howard den Spitznamen des Comic-Helden trug und einst auch von Orlando nach L.A. wechselte.
Dort weilte Howard nach seiner Bandscheiben-OP im Frühjahr ohnehin schon und blieb letztlich gleich da. An der Pazifikküste arbeitete er hart am Comeback, welches er bei der 92:99-Testspielniederlage gegen die Sacramento Kings feierte (19 Punkte, zwölf Rebounds). Zusammen mit Nash, Kobe Bryant, Pau Gasol und Metta World Peace bildet Howard eine Lakers-Startformation, die schier nach Meisterschaften schreit. Das sieht auch Dirk Nowitzki so: "Die Lakers sind verdammt stark, sie haben jetzt schon fast eine All-Star-Truppe zusammen."
"Verdammt stark", aber teilweise auch schon in die Jahre gekommen. Gasol, spanischer Power Forward, ist 32 Jahre alt, die "Mamba" Bryant hat seit August bereits 34 Lenzen in den Knochen. Auch deshalb wird es wohl keinen Alleingang für das Team aus der kalifornischen Metropole geben. Denn ein junges Team aus Oklahoma City möchte ebenfalls ein Wörtchen mitreden.
Nach der letztjährigen Finalniederlage stellt Vorjahresfinalist Oklahoma City wieder eine der Elite-Mannschaften. Dieses Mal möchten Kevin Durant, Russell Westbrook und Co. aber für ein größeres Echo sorgen, hatte der Donnerschlag in den Finals nach gewonnener erster Partie schnell an Wirkung verloren (OKC unterlag Miami 1:4). Kurz vor Saisonbeginn drehte sich nochmal das Transferkarussell in Oklahoma City. Mit "Sixth Man" James Harden wechselte die dritte Stütze im Thunder-Spiel. Im Austausch bekam OKC Kevin Martin, einen starken Distanzschützen der immerhin über acht Jahre NBA-Erfahrung verfügt und damit zu den routiniertesten im jungen Thunder-Kader zählt. Die entscheidende Frage wird letztlich sein, ob die Mannschaft von Scott Brooks aus der Vorsaison gelernt hat und gereift ist.

Zumindest im letzten Vorbereitungsspiel (99:82 gegen Charlotte) zeigten die Dallas Mavericks, dass es auch ohne Nowitzki klappen kann, der ab dieser Saison Nationalmannschaftskumpel Chris Kaman an seiner Seite hat. Nach der Knieverletzung des Würzburgers sanken die Chancen der Texaner, die gleich zum Auftakt bei den Lakers ranmüssen. Ohnehin war es eine unruhige Pre-Season für Dallas. Die anstrengende Europa-Tour mit den Stationen Berlin und Barcelona, Nowitzkis Knie-OP, das Theater um "Enfant terrible" Delonte West, der erst suspendiert und dann ganz vor die Tür gesetzt wurde. Für Meistertrainer Rick Carlisle kann die Saison wohl gar nicht schnell genug beginnen, damit endlich wieder Ruhe einkehrt. Am besten natürlich mit Nowitzki - aber das ist ja ohnehin klar.
Geht es um die Spitzenplätze der Western Conference darf eine Franchise nicht fehlen: die San Antonio Spurs. Letzte Saison mit 50 Siegen das beste Team des Westens, wird San Antonio wohl auch dieses Mal auf den vorderen Rängen zu finden sein. Das Gerüst der Spurs ist seit jeher dasselbe: Tony Parker, Tim Duncan und Manu Ginobili sind die Schlüsselfiguren im Spiel der Texaner. Addiert kommt das Trio mittlerweile schon auf 36 Spielzeiten. Zu alt oder einfach unglaublich erfahren? Für Ginobili spielt das alles keine Rolle. "Wir sind doch für alle schon seit über einem Jahrzehnt alt", scherzte der Argentinier gegenüber NBA TV und fügte hinzu: "Am Ende haben wir doch immer wieder 70 Prozent der Spiele gewonnen und sind in den Play-offs weit gekommen." Damit liegt der Linkshänder gar nicht mal so falsch: Immerhin gewannen die Spurs seit 1999 vier Titel (1999, 2003, 2005, 2007).
Eine Überraschungsmannschaft in der Vorsaison waren die Utah Jazz. Der Franchise aus dem Mormonenstaat gelang mit einem unerfahrenen Team überraschenderweise die Play-off-Teilnahme, doch in der Endrunde war dann schnell Schluss. Gegen den Altmeister aus San Antonio setzte es einen 0:4-Sweep. Die Stärken der Jazz liegen im Frontcourt. Forward Paul Millsap (2011/12: 16,6 Punkte/ 8,8 Rebounds) und Center Al Jefferson (19,2/ 9,6) waren vergangene Spielzeit die Top-Scorer. Dazu kommt der talentierte Guard-Forward Gordon Hayward, der in seiner dritten NBA-Spielzeit den nächsten Schritt machen möchte. Dass Utah auch dieses Jahr wieder für eine Überraschung gut sein kann, bewies die Preseason. Die Mannschaft von Tyrone Corbin bezwang sowohl die Thunder als auch zweimal die Lakers.
Zurück in die Play-offs wollen über kurz oder lang auch die New Orleans Hornets. Das sieht zumindest Eric Gordon so. "Ich freue mich auf die Play-offs in diesem Jahr", sagte der Shooting Guard der New Orleans Times-Picayune. Nach dem Abgang von All-Star Chris Paul im Vorjahr entstand ein neues Team im "Big Easy", das sich durch Drafts und Trades weiter verbessert hat. Hervorzuheben ist dabei der Nummer-1-Pick Anthony Davis, der im Sommer mit dem Team USA Gold in London holte. Außerdem sicherten sich die Hornissen Rookie Austin Rivers, Sohn von Celtics-Coach Doc Rivers sowie den "Most Improved Player" des Vorjahres Ryan Anderson.
Sandro Schüßler