"Wir hatten uns schon zwei, drei Spieltage vorher qualifiziert. Da war es sehr schwer, die mentale Kraft und Motivation zu finden", erklärte Pesic nach dem Arbeitssieg und entschuldigte sich dann sogar bei den Zuschauern in Oldenburg: "Es tut uns ein bisschen leid, dass wir nicht so gespielt haben, wie wir wollten."
Bis zum Schlussviertel war es ein offenes Match gewesen, doch eine Energieleistung in den letzten zehn Minuten brachte Deutschland endgültig auf die Siegerstraße und sorgte für viel Freude bei den 2227 Fans in der EWE Arena. Treffsicherste Schützen der deutschen Mannschaft waren Robin Benzing, Philipp Schwethelm und Tim Ohlbrecht mit je elf Punkten. Kapitän Jan-Hendrik Jagla steuerte zehn Zähler bei. Überragender Spieler auf dem Parkett war aber der eingebürgerte US-Amerikaner Charles Davis, der für die Kaukasier 25 Punkte machte. Trotzdem reichte es für Aserbaidschan, das für eine erfolgreiche Qualifikation unbedingt einen Sieg benötigt hatte, nicht zum Weiterkommen.
Deutschland erwischte den besseren Start, setzte sich schnell auf neun Punkte ab (17:8) und brach dann ein. Die Gäste fanden ins Spiel und arbeiteten sich auf 21:22 heran. Im weiteren Verlauf blieb Deutschland zwar stets in Führung, konnte sich aber nie entscheidend absetzen. Zur Pause lagen die Pesic-Schützlinge nur mit vier Punkten vorne und mussten auch danach zittern. Mitte des dritten Viertels gingen die Aserbaidschaner mit 52:50 in Führung, während Center Tibor Pleiß fast gleichzeitig sein fünftes Foul kassierte und runter musste. Im Schlussabschnitt rissen sich die Deutschen aber wieder am Riemen und brachten den Sieg dann doch noch in trockene Tücher.
Damit setzte sich die Erfolgsgeschichte von Svetislav Pesic fort. Deutschland hat alle Pflichtspiele seit der Rückkehr des Erfolgstrainers, der Deutschland 1993 während seiner ersten Amtszeit zum EM-Titel geführt hatte, gewonnen. Klar, dass der Vertrag mit dem Serben, der nur bis zum Ende der EM-Qualifikation läuft, schon bald verlängert werden soll. "Wir werden uns ganz in Ruhe im September oder Oktober zusammensetzen", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss dazu.
Bei der anstehenden EM könnte Pesic dann auch auf seine Landsleute treffen. Denn die Serben qualifizierten sich auf den letzten Drücker dank eines gewonnen Dreiervergleichs mit Israel und Estland als einer der vier besten Gruppendritten für das Endturnier. Neben Serbien schnappten sich auch Schweden, Israel, Lettland, Belgien und die Türkei die letzten noch zu vergebenden Tickets. Zuvor hatten sich bereits die deutsche Mannschaft, Polen, Kroatien, Italien, Montenegro, Georgien, Tschechien, Bosnien-Herzegowina, Finnland und die Ukraine durchgesetzt, während Gastgeber Slowenien gemeinsam mit Titelverteidiger Spanien, Frankreich, Großbritannien, Litauen, Russland, Mazedonien und Griechenland aufgrund ihrer vergangenen Ergebnisse direkt qualifiziert waren.
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