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19.06.2012, 10:44

NBA-Finals: Durant werfen die Fouls aus dem Rhythmus

Heat bleiben nach Arbeitssieg vorsichtig

Die 20.003 Zuschauer in der American Airlines Arena von Miami waren beinahe verstummt: Knapp sechs Minuten vor Ende des dritten Viertels im dritten Finalspiel zwischen den heimischen Heat und den Oklahoma City Thunder führten die Gäste bereits mit 60:53. Dann musste Superstar Kevin Durant wegen Foulproblemen auf die Bank - und sein Team verlor völlig den Faden. Am Ende hieß es 91:85 für die Heat, die nun nur noch zwei Siege vom zweiten Titelgewinn nach 2006 trennen. Doch gerade das macht das Team aus Florida vor dem vierten Spiel am Mittwoch (3.00 Uhr) vorsichtig.

Kevin Durant und LeBron James
Im Vorteil: Miamis LeBron James (r.) war im dritten Finalspiel klarer Punktsieger im Duell mit OKC-Star Kevin Durant.
© imagoZoomansicht

In Oklahoma City herrscht derweil erst einmal Enttäuschung: "Es war frustrierend. Wir hatten einen guten Vorsprung, aber dann kamen die Heat zurück und trafen die Würfe", analysiert Durant - mit 25 Punkten bester Schütze der Thunder - und fügt hinzu: "Und ich habe es gehasst, wegen des vierten Fouls auf der Bank zu sitzen."

Nur knapp eine Minute vor Durants Herausnahme durch Coach Scott Brooks hatte er OKC per Zwei-Punkte-Wurf noch mit 60:51 in Führung gebracht. Als Brooks fünf Minuten vor Viertelschluss dann auch noch All-Star Russell Westbrook auf die Bank beorderte, war das für die Heat wie ein Signal zur Aufholjagd und bereits zur Viertelpause hatten sie den Rückstand in eine 69:67-Führung verwandelt.

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Im Gegensatz zu Westbrook, der in den Minuten zuvor eine dürftige Leistung gezeigt hatte, traf besonders die Auswechselung von Durant die Thunder hart - zumal er im letzten Viertel nicht wirklich seinen Rhythmus zurückfand und nur vier Punkte erzielte. OKC-Center Kendrick Perkins ermahnt seinen Teamkollegen deshalb, nicht erneut in die Foul-Falle zu tappen: "Auch wenn einige fragwürdige Entscheidungen dabei waren - am Ende des Tages sind es Fouls. Da muss er schlauer spielen."

Dass die Thunder den sicher geglaubten Sieg noch verspielten, ist allerdings nicht allein auf Durant zurückzuführen, sondern auch auf unnötige Fehler. Stellvertretend dafür sind zwei Aktionen am Ende des dritten Abschnitts: 3:13 vor Viertelschluss foulte Serge Ibaka Shane Battier beim Dreier-Versuch. Die Quittung: Battier verwandelte alle drei Freiwürfe und verkürzte auf 59:65. Nur 23 Sekunden später machte Routinier Derek Fisher, der sein 41. NBA-Finalspiel absolvierte, den selben Fehler bei einem Distanzwurf von James Jones. Auch Jones blieb an der Freiwurflinie cool und brachte die Heat auf 62:65 heran.

Miamis Arbeitssieg des Charakters

Doch auch Miamis Auftritt ist in der Nachbetrachtung keinesfalls meisterhaft: Aus dem Feld traf das Team aus South Beach beispielsweise nur 37,8 Prozent seiner Würfe. Coach Erik Spoelstra ist das unter dem Strich allerdings egal: "Dieses Spiel war nicht von Anfang bis Ende schön, aber hier in Miami mögen wir diese Siege, weil diese schwer erarbeiteten Erfolge viel über den Charakter des Teams aussagen."

Ein wesentlicher Faktor dabei war Superstar LeBron James, der mit 29 Punkten zwar erstmals in der Serie unter der 30-Zähler-Marke blieb, allerdings in den entscheidenden Situationen zur Stelle war. "Er war großartig. Das ist er bereits während der gesamten Playoffs. Er weiß, wann er die wichtigen Würfe machen muss und macht sie", huldigt Miamis Forward Udonis Haslem dem wertvollsten Akteur der Hauptrunde, der so auch MVP der Finals werden dürfte.

Dass es für Miami letztendlich reichte, lag außerdem an der Freiwurfquote. Insgesamt trafen die Heat 31 von 35 Versuchen (88,6 Prozent). Dazu trug aber auch die durchwachsene Defensivleistung der Thunder bei, die sich besonders im letzten Viertel oft nur noch mit Fouls zu helfen wussten. "Es waren eindeutig zu viele. Wir müssen defensiv einen besseren Job machen", kritisiert Coach Brooks.

Nach dem Arbeitssieg sind die Heat nur noch zwei Erfolge vom Titel entfernt. Doch gerade das weckt Erinnerungen: Auch 2011 hatte Miami gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks im Finale mit 2:1 geführt, danach aber noch 2:4 verloren. "Ich weiß nicht, ob wir letztes Jahr erfahren genug waren, um als Einheit mit allen Widrigkeiten umzugehen. Ich finde nur, dass wir heute die Ausgangslage besser verstehen und besser damit umgehen können", analysiert Dwyane Wade, neben James die dominierende Figur im Heat-Spiel.

Bosh und der tägliche Dallas-Schmerz

Der Dritte in Miamis Star-Trio, Chris Bosh, wird dagegen regelrecht pathetisch: "Wir tragen den Schmerz in uns. Wir denken jeden Tag daran, wie wir letztes Jahr den Titel hergaben." Nur Superstar James bleibt auffallend zurückhaltend: "Die Thunder sind nicht gebrochen. Spiel 4 wird eine ganz andere Partie."

A. Kohne

19.06.12
 
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