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25.05.2012, 17:34

NBA: Thunder scheinen weiter zu sein als 2011

Der donnernde Weg ins Conference-Finale

Zum zweiten Mal in Folge stehen die Oklahoma City Thunder im Finale der Western Conference. Als Nummer zwei der Hauptrunde ist das eigentlich keine große Überraschung - die Art und Weise, wie sie auf dem Weg dahin zwei routinierte Teams wie den aktuellen Meister Dallas Mavericks (4:0) und zuletzt die Los Angeles Lakers (4:1) aus dem Weg räumten, dagegen schon. Gegen die San Antonio Spurs winkt nun der größte Erfolg seit 1996.

Westbrook und Durant
Zwei Männer, ein Ziel: Die Thunder-Stars Russell Westbrook (l.) und Kevin Durant hoffen auf den vierten Confernce-Titel der Franchise-Geschichte.
© imagoZoomansicht

Nach dem deutlichen 106:90 in der Nacht zum Dienstag im letzten Conference-Halbfinal-Spiel gegen L.A. erklärte der enttäuschte Lakers-Star Kobe Bryant: "Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, aber sie sind sehr explosiv, wirklich sehr explosiv." Trotz seiner 42 Punkte konnte der fünfmalige NBA-Champion das Ausscheiden seines Teams nicht verhindern. Nur eine von fünf Partien entschieden die Lakers für sich.

Dabei war der 33-jährige Bryant für Einige im jungen OKC-Team - die Starting Five gegen L.A. kam auf einen Altersschnitt von 24,6 Jahren - bis vor kurzem noch ein Jugendidol. James Harden freute sich besonders über Bryants Lob: "Das bedeutet mir wirklich sehr viel. Kobe ist ein Kämpfer und hart im Nehmen, aber wir haben uns durchgesetzt", erklärte der Guard, der mit 22 Jahren bereits zum besten Bankspieler der Saison gewählt wurde.

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Verschobenes Kräfteverhältnis

Vor zwei Jahren waren die Thunder in der ersten Runde noch mit 2:4 an L.A. gescheitert. Da hatten sie erstmals seit dem Umzug von Seattle nach Oklahoma City im Jahr 2008 die Play-offs erreicht. Schon damals erkannte Bryant das Potenzial von Superstar Kevin Durant und seinen Mitstreitern: "Wir sind heilfroh, dass wir mit euch fertig sind." Außerdem prophezeite er, dass es in der Zukunft zu "unterhaltsamen Matchups" kommen werde.

Damit sollte die "Black Mamba" Recht behalten. Nur, dass die Thunder den Lakers zwei Jahre später wesentlich routinierter entgegentraten: Sowohl beim 77:75 in Spiel zwei wie auch beim 103:100 in Spiel vier bewiesen sie in der Crunchtime Nervenstärke. In Partie zwei lagen sie 128 Sekunden vor Schluss gar mit sieben Zählern zurück, ehe ein 9:0-Lauf im Endspurt den wichtigen Heimsieg sicherte.

James Harden
Der Mann hinter dem Star-Duo: James Harden machte in der Halbfinalserie gegen die Lakers im Schnitt 16 Punkte.
© imagoZoomansicht

In beiden Partien zeigten besonders die beiden All-Stars Durant und Russell Westbrook, dass sie sich in puncto Cleverness enorm weiterentwickelt haben und in den entscheidenden Phasen eines Spiel zu außergewöhnlichen Leistungen im Stande sind. Abgesehen davon, dass die beiden 23-Jährigen mit durchschnittlich 26,7 bzw. 24,1 Punkten zu den besten sechs Schützen der Postseason gehören. Kein Wunder, dass ihr Team mit durchschnittlich 100 Punkten die zweitbeste Offensive stellt.

Dennoch heben die Youngster nicht ab: "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Es fühlt sich gut an, aber wir müssen jetzt weitermachen", kommentierte der dreifache NBA-Scoring-Champion Durant den Finaleinzug. Nüchterner geht es kaum. Das mag auch daran liegen, dass ihm immer noch die Niederlage aus dem Conference-Finale von 2011 nachhängt.

Die Lehren aus der Vorjahresniederlage gegen Dallas

Damals unterlagen Durant und Co. dem späteren Champion Dallas Mavericks in fünf Partien mit 1:4, wobei letztendlich die größere Erfahrung und ein überragender Dirk Nowitzki die Serie zugunsten der Texaner entschieden. "Wir haben speziell aus der Dallas-Serie eine Menge gelernt. Wir wissen jetzt genau, worauf es ankommt und wie sich es sich auf dem Top-Level anfühlt. Die Niederlage hat uns noch hungriger gemacht", beschrieb Westbrook.

Bereits in diesem Jahr machte es OKC besser und schickte den amtierenden Meister in der ersten Runde mit 0:4 nach Hause. So deutlich wie das Endergebnis, waren die einzelnen Begegnungen allerdings nicht. Sowohl beim 99:98 im ersten wie auch beim 102:99 im zweiten Spiel erschien Dallas bereits wie der sichere Sieger, ehe die Thunder die Partien drehten.

Für Nowitzki kam das nicht überraschend. Schon vor der K.O.-Runde hatte der deutsche Superstar Oklahoma City viel zugetraut: "Sie sind jung, athletisch, haben gute Rollenspieler, mit Durant, Westbrook und Harden drei starke Scorer. Die haben schon das volle Paket."

Im Finale warten die erfahrenen Spurs

Auf eben dieses Paket wird es im Finale gegen San Antonio ankommen. Die Ausgangslage ist ähnlich wie gegen Lakers und Mavericks. Auch die Spurs haben jede Menge Erfahrung - und vier Meistertitel in den letzten 13 Jahren geholt. Allerdings gehört das Team von Gregg Popovich, der zuletzt zum besten Trainer des Jahres gewählt wurde, auch zu den ältesten der Liga. Die Stars Tim Duncan (36 Jahre), Tony Parker (30) und Emanuel Ginobili (34) sind alle jenseits der 30.

In den Play-offs sind die Texaner im Vergleich zu OKC noch ungeschlagen, gewannen zuletzt gar 18 Partien in Folge. Außerdem würde ein mögliches siebtes Spiel im AT&T Center von San Antonio ausgetragen - was für die Spurs als bestes Heimteam der NBA ein großer Vorteil wäre. Dennoch: Die Thunder scheinen bereit für den ersten Conference-Titel seit 1996. Den hatten sie damals noch als Seattle Supersonics gewonnen.

Alexander Kohne

25.05.12
 
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