Im Staples Center hatten die Lakers Spiel 4 dank Bryants starker Vorstellung über weite Strecken im Griff. Acht Minuten vor Schluss lagen die Hausherren schon mit 13 Punkten vorne - zu wenig zum Sieg. Denn angeführt von ihren All-Stars setzten die Thunder wie schon in Spiel 2 zur Aufholjagd an: Point Guard Russell Westbrook erzielte im Endspurt zehn seiner insgesamt 37 Punkte, Kevin Durant verbuchte 31 Zähler. Auch der entscheidende Wurf der Partie ging aufs Konto des dreimaligen Scoring Champions: 13,7 Sekunden vor dem Ende versenkte Durant den vorentscheidenden Dreipunktwurf zum 101:98 im Korb. "Als der Ball meine linke Hand verlassen hat, dachte ich 'Wenn der nicht reingeht, wird es ein ganz schrecklicher Wurf'", gab Durant später zu Protokoll.
Möglich wurde das Comeback der Gäste erneut durch den Einbruch des Gegners: Bryant kam in der Endabrechnung zwar auf 38 Punkte, hatte im Schlussviertel aber arge Probleme. Auf allzu viel Unterstützung seiner Teamkollegen konnte er wiederum nicht zählen. Vor allem Pau Gasol (zehn Punkte, fünf Rebounds) tauchte ab und leistete sich zudem noch den Ballverlust, der zu Durants entscheidendem Dreier führte. "Pau muss aggressiver sein", lamentierte ein entnervter Bryant. Im Schlussabschnitt erzielten All-Star Andrew Bynum (insgesamt 18 Punkte, neun Rebounds) und Gasol zusammen nur zwei Punkte!
Auch die Abwehr war ein Thema: "Wir können über unsere Offensive reden, weil wir einige Probleme hatten", sagte Lakers-Coach Mike Brown: "Am Ende entscheidet aber, dass die anderen 32 Punkte im vierten Viertel gemacht haben und das, wie ich fand, sehr einfach. Das enttäuscht mich am meisten."
Den Thunder, die die Lakers am Montagabend (Ortszeit) zum fünften Duell empfangen, fehlt damit nur noch ein Sieg, um zum zweiten Mal in Folge ins Finale der Western Conference einzuziehen. Im vergangenen Jahr scheiterten Durant & Co. dort am späteren Champion aus Dallas. 2012 würden aller Voraussicht nach die San Antonio Spurs warten. Die Texaner siegten bei den Los Angeles Clippers wenige Stunden zuvor an gleicher Stelle mit 96:86 und führen in der Serie nun mit 3:0.
Im zweiten Viertel lagen die Spurs dabei schon mit 24 Punkten im Hintertreffen. Doch mit dem Selbstvertrauen aus zuvor 16 Siegen in Serie drehten die Schützlinge von Coach Gregg Popovich das Spiel noch. Ausschlaggebend war ein 24:0-Lauf zu Beginn des dritten Viertels. "Wir hatten natürlich nicht vor, so hoch zurückzuliegen. Wir haben aber schon so viel durchgemacht und wussten, dass wir die Partie noch drehen können", sagte Center Tim Duncan, der mit den Spurs schon vier Meisterschaften holte. Bester Akteur bei den Gästen war wieder einmal Tony Parker (23 Punkte, zehn Assists), erfolgreichster Punktesammler auf dem Parkett war Clippers-All-Star Blake Griffin (28).
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