| Vereinsname: | Chicago Bulls |
| Anschrift: | Chicago Bulls United Center 1901 West Madison Street Chicago, Illinois, USA 60612-2459 |
| Internet: | http://www.nba.com/bulls/ |
Die Szene spielte sich 1:10 Minuten vor dem Ende ab, als die Partie schon längst entschieden war: Rose zog zum Korb und setzte zum Lay-up an, ehe er es sich doch noch anders überlegte und zu Carlos Boozer abspielte. Bei der Landung kam der 23-Jährige unglücklich auf, ging zu Boden und musste minutenlang am linken Knie behandelt werden, bevor er vom Feld in die Kabine geleitet wurde. Die MRT-Untersuchung im Krankenhaus brachte die für die Bulls schwerwiegende Diagnose: Der Kreuzbandriss setzt Rose für ein halbes Jahr außer Gefecht, erst zu Beginn der kommenden Saison kann mit dem vielseitigen Guard wieder gerechnet werden. Spiel zwei am Dienstag, erneut im United Center, steigt also ohne Rose.
Ein Nackenschlag für die Bulls, die zum zweiten Mal in Folge als topgesetztes Team in die Play-offs gehen. Der Point Guard hatte sich schon in der verkürzten Regular Season mit verschiedenen Blessuren herumgeplagt und nur 39 von 66 Spielen der Bulls absolviert. Die Vorstellung am Samstag machte den Bulls-Fans zunächst Hoffnung auf einen Vorjahres-MVP in Topform: Bis zum Zeitpunkt seiner Verletzung sammelte Rose, der zunächst schwer ins Spiel gefunden hatte, 23 Punkte, neun Rebounds und neun Assists.
Auch Rip Hamilton (19) und Luol Deng (17) punkteten für die Bulls zweistellig, Joakim Noah gelang ein Double-Double (12/13). Bei den Sixers hielt der frühere Bulls-Akteur Elton Brand mit 19 Punkten dagegen, der in Chicago geborene Evan Turner wurde bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen, nachdem er im Vorfeld erklärt hatte, die Miami Heat wären seiner Meinung nach ein härterer Erstrundengegner gewesen.
Viel hatte Philadelphia den Bulls, die im Vorjahr im Conference-Finale an Miami gescheitert waren, allerdings nicht entgegenzusetzen. Chicago trat wie ein Meisterschaftsanwärter auf - wenn da nicht diese Szene rund eine Minute vor Schluss gewesen wäre. Bulls-Coach Tom Thibodeau musste sich hernach fragen lassen, warum Rose überhaupt noch auf dem Feld war. Die Bulls führten zum Zeitpunkt seiner Verletzung mit zwölf Punkten. "Die Sixers begannen, das Spiel zu drehen", verteidigte der Coach des Jahres seine Entscheidung, Rose auf dem Parkett zu lassen. Auch die Spieler sprangen Thibodeau zur Seite, Rose habe schließlich nach der langen Verletzungspause jede Menge Spielpraxis nötig.
Für die US-Nationalmannschaft bedeutet die Verletzung des Aufbauspielers einen weiteren Rückschlag. Wie schon zahlreiche andere Stars wie Dwight Howard oder LaMarcus Aldridge fällt Rose auch für die Olympischen Spiele in London in diesem Sommer aus.
Die Bulls gewannen zumindest ihr Spiel, einen richtigen Dämpfer mussten derweil die New York Knicks einstecken. In Miami geriet das Team von Interimstrainer Mike Woodson mit 67:100 gewaltig unter die Räder. LeBron James fügte den Knicks mit 32 Punkten den größten Schaden zu. Dagegen kam der zuletzt überragende Carmelo Anthony lediglich auf elf Zähler (Wurfquote: 3/15 aus dem Feld). Ebenso erwischte Tyson Chandler, der im vergangenen Jahr mit Dallas in Miami Meister wurde, einen rabenschwarzen Tag. Der Knicks-Center blieb ohne Punkt und kassierte vier Offensivfouls, darunter ein unsportliches ("Flagrant Foul") gegen James. Bis zur Mitte des zweiten Abschnitts hielt New York noch gut mit. J.R. Smith (17) verkürzte eben noch auf 29:30, ehe die Heat mit einem glänzend aufgelegten James davonzogen. Pausenstand: 54:31 für Miami.
Für New York sollte es allerdings noch schlimmer kommen. Kurz nach dem Wiederbeginn verletzte sich Rookie-Guard Iman Shumpert, der vor allem für seine hartnäckige Defense bekannt ist, ohne Fremdeinwirkung am linken Knie. Shumpert wurde anschließend von seinen Teamkollegen aus der Halle getragen. Diagnose: ebenfalls Kreuzbandriss!
Zurück zum Sportlichen: Unter gütiger Mithilfe der Knicks (27 Ballverluste, daraus resultierten 32 Heat-Punkte) wuchs Miamis Vorsprung auf zeitweise sogar 37 Zähler an (84:47), sodass in den Schlussminuten auf beiden Seiten die Reservisten zum Zug kamen.
Bei einer weiteren Partie im Osten gab es den ersten "Road Win" der Play-offs. Die Orlando Magic siegten auch ohne den verletzten Dwight Howard bei den Indiana Pacers mit 81:77. Die 18165 Zuschauer im Bankers Life Fieldhouse, darunter auch Pacers-Sportdirektor Larry Bird, sahen über den kompletten Verlauf keine hochklassige (beide Teams warfen unter 40 Prozent), dafür aber eine spannende Partie mit 17 Führungswechseln. Nach einer 51:44-Pausenführung für die Gäste, kämpften sich die Pacers schnell zurück und gingen fortan in Front. Orlando strauchelte in der Offensive, doch Indiana verpasste es, sich entscheidend abzusetzen.
Vier Minuten vor dem Ende traf Darren Collison für die Hausherren zum 77:70, danach erzielten die Pacers keinen einzigen Zähler mehr. Dafür die Magic deren elf, darunter zwei Dreier von Jason Richardson (17). Indianas All-Star Danny Granger leistete sich in der Schlussphase nicht nur zwei Fehlwürfe von der Freiwurflinie, sondern zudem noch zwei vermeidbare Ballverluste (Rückspiel, Schrittfehler), die die Niederlage besiegelten!
Im Spätspiel trat dann der amtierende Meister auf den Plan. Die Dallas Mavericks eröffneten bei den Oklahoma City Thunder, die sie im Vorjahreshalbfinale 4:1 bezwungen, gegen die sie in der abgelaufenen Hauptrunde jedoch auch drei der vier Duelle verloren hatten. Wie schon zu Saisonbeginn, als Kevin Durant die Texaner mit einem Dreier in der Schlusssekunde bezwang, war es wieder ein enges Duell, in dem Dallas dank eines im vierten Viertel stark aufspielenden Dirk Nowitzki (25 Punkte, elf in den finalen fünf Minuten) vermeintlich deutlich vorne lag.
Doch die Thunder (bester Korbjäger: Russell Westbrook mit 28 Zählern) drehten den Spieß um. Nachdem Nowitzki mit zwei Freiwürfen neun Sekunden vor Schluss auf 98:97 für Dallas gestellt hatte, konterte abermals Liga-Topscorer Durant mit einem Halbdistanz-Sprungwurf, der via Ring und Brett durch die Reuse tanzte - 99:98! 1,5 Sekunden vor Schluss und ohne Timeout blieb den Mavericks keine Zeit mehr für einen kontrollierten letzten Wurf. Spiel zwei findet am Montag erneut in Oklahoma City statt. Hier geht's zum ausführlichen Spielbericht ...
Punkte: LeBron James (Miami) 32, Russell Westbrook (OKC) 28, Kevin Durant (OKC), Dirk Nowitzki (Dallas) 25, Derrick Rose (Chicago) 23, Serge Ibaka (OKC) 22, Jason Terry (Dallas) 20; Rebounds: Joakim Noah (Chicago9, Ron Hibbert (Indiana), Glen Davis (Orlando) je 13, Carmelo Anthony (New York) 10; Assists: Rose, Jameer Nelson (Orlando), Mario Chalmers (Miami) jeweils 9; Blocks: Hibbert 9 (!), Ibaka 5; Dreier: Jackson Richardson (Orlando) 5, Terry 4
Chicago Bulls - Philadelphia 76ers 103:91, Miami Heat - New York Knicks 100:67, Indiana Pacers - Orlando Magic 77:81
Atlanta Hawks - Boston Celtics (Mo. 01.00 MESZ)
Oklahoma City Thunder - Dallas Mavericks 99:98
San Antonio Spurs - Utah Jazz (19.00 MESZ), Los Angeles Lakers - Denver Nuggets (21.30 MESZ), Memphis Grizzlies - Los Angeles Clippers (Mo. 03.30 MESZ)


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| Vereinsname: | Philadelphia 76ers |
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