Zunächst zum schmutzigen Teil des Geschäfts. Der Ellbogencheck von Metta World Peace "formerly known as Ron Artest" kürzlich gegen OKC-Star James Harden hatte die Liga ähnlich erschüttert wie so mancher fieser Check eines NHL-Enforcers in den vergangenen Monaten auf den Eisflächen Nordamerikas. Was bei den Kufenflitzern für TV-Quote sorgt, bringt bei den Korbjägern nur Kopfschütteln. Das einst körperlose Spiel ist zwar längst kein solches mehr, doch Aktionen wie die von World Peace, der sich nach einem furiosen Dunk voller Emotionen des im Weg herumstehenden Harden mit einem wuchtigen Schlag gegen dessen Kopf entledigte, will sicher niemand sehen.
Zwar entschuldigte sich Artest für die Aktion nach dem Spiel, doch die Rufe nach einer empfindlichen Strafe waren laut. Nun sprach die Liga das Strafmaß aus und sperrte den Rüpel und Wiederholungstäter für sieben Partien, zudem muss er auf rund 350.000 Dollar Gehalt verzichten. Der Small Forward wird also in der ersten Runde der Play-offs (möglicherweise gegen Dirk Nowitzki und Meister Dallas) vorerst fehlen, während auch Harden wegen einer Gehirnerschütterung erst einmal ausfällt. Brisant: Überstehen sowohl die Lakers als auch OKC Runde eins, könnte es in Runde zwei zum erneuten Aufeinandertreffen kommen, dann wieder mit World Peace und Harden.
Der Übeltäter reagierte in einem schriftlichen Statement auf seiner Website: "Ich entschuldige mich bei den Fans der Oklahoma City Thunder und der gesamten Organisation der Franchise. Ich freue mich auf die Rückkehr aufs Feld und auf den Wettkampf für die Anhänger der Lakers.
Ligachef David Stern: "Die Gehirnerschütterung, die James Harden erlitt, zeigt, wie gefährlich derartige Aktionen sind, besonders wenn sie gegen den Kopf gerichtet sind. Wir mussten entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit der NBA-Spieler zu schützen. Zu diesen Maßnahmen gehören angemessene Strafen gegen Spieler mit einer gewissen Vergangenheit." Die Lakers akzeptierten die Strafe und wollen World Peace künftig "unterstützen, auf dem Feld professioneller zu agieren". Artest bekam zum dritten Mal in seiner Laufbahn eine Sperre von sieben oder mehr Partien aufgebrummt. 2004 musste er nach dem Auslösen einer Massenschlägerei in Detroit für 86 Spiele auf die Tribüne, 2007 erhielt er eine Sieben-Spiele-Strafe wegen "häuslicher Gewalt".

Eine Frage musste am Dienstag noch in Sachen Play-off-Feld beantwortet werden: Utah Jazz oder Phoenix Suns? Die Mannen aus dem Mormonenstaat setzten sich durch, gewannen gegen die nach dem All-Star-Break so starken Suns mit 100:88. Paul Millsap mit 26 Punkten und 15 Rebounds sowie Al Jefferson (18/16) führten ihr Team mit Double-Doubles zum Sieg und waren zugleich für den entscheidenden 8:0-Zwischenspurt im vierten Viertel verantwortlich.
Erstmals gewann Utah nach sieben Niederlagen wieder gegen den Angstgegner aus Arizona, für den Jared Dudley und Michael Redd jeweils 15 Zähler beisteuern konnten. Suns-Forward Channing Frye hatte wegen einer Schulterverletzung in diesem wichtigen Match gefehlt. Utah kann nun sogar noch auf Rang sieben klettern, sollten die die Denver Nuggets ihre beiden finalen Spiele verlieren.
Im Kampf um eine möglichst günstige Ausgangsposition für die Play-offs trafen sich am Dienstag auch die Atlanta Hawks und die Los Angeles Clippers. Das Team aus Georgia gewann mit 109:102, Joe Johnson war die tragende Säule für die Hawks mit 28 Punkten, darunter ein Verzweiflungsdreier zum vorentscheidenden 103:96 in der Schlussminute. Atlanta hat nun gute Aussichten auf Rang vier im Osten und damit Heimvorteil in Runde eins. Dazu ist ein Heimsieg gegen die Dallas Mavericks im letzten Hauptrundenspiel am Donnerstag (Ortszeit) nötig. Rivale Boston, das Vizemeister Miami Heat mit 78:66 bezwang, spielt am selben Abend gegen die Milwaukee Bucks und muss auf die Hilfe der Mavs hoffen.
"Das war der verrückteste Wurf in meiner Laufbahn", sagte Johnson. "Ich wusste nicht, wieviel Zeit ich noch hatte und habe einfach in hohem Bogen abgefeuert." Clippers-All-Star Blake Griffin erreichte mit 36 Punkten eine Saisonbestmarke, während Point Guard Chris Paul auf 34 kam. Die Clippers schielen noch auf Rang vier im Westen, sie liegen vor ihrem "Endspiel" in New York gleichauf mit den Memphis Grizzlies.
Atlanta Hawks - Los Angeles Clippers 109:102, Boston Celtics - Miami Heat 78:66, Oklahoma City Thunder - Sacramento Kings 118:110, Utah Jazz - Phoenix Suns 100:88, Golden State Warriors - New Orleans Hornets 81:83
Eastern Conference: Chicago, Miami, Indiana, Boston, Orlando, Atlanta, New York, Philadelphia
Western Conference: Oklahoma City, San Antonio, Los Angeles Lakers, Los Angeles Clippers, Memphis, Dallas, Denver, Utah



























































