Die Miami Heat (9:4) halten den Kontakt zur Spitze der Eastern Conference. Nach den Schlappen bei den Warriors, Clippers und Nuggets gab es am Mittwoch am heimischen South Beach endlich einen Sieg gegen einen West-Rivalen. Danach hatte es zur Halbzeitpause noch gar nicht ausgesehen.
Phasenweise führten die Spurs (9:5) mit 17 Zählern Vorsprung, ehe ein erkälteter James und Bosh in Wades Abwesenheit die Kontrolle übernahmen und ihr Team zu einem furiosen dritten Viertel führten. Mit 39:12 ging dieser Abschnitt an den Vizemeister, der sich fortan die Butter nicht mehr vom Brot nehmen ließ.
"Wir haben den Luxus, über drei Spieler zu verfügen, die ganz spezielle Dinge anstellen können, wenn du es benötigst", sagte Trainer Erik Spoelstra. Einer aus diesem Trio konnte freilich nicht mithelfen, Dwyane Wade (Knöchelverletzung) saß in Zivilkleidung zum vierten Mal in dieser Saison draußen. Diesmal fiel dies nicht in die Waagschale, seine Teamkameraden trafen in Hälfte zwei (71:35) 68 Prozent ihrer Würfe. "Wir sollten uns schämen", so das Fazit von Spurs-Coach Gregg Popovich.
Unerklärlich, wie seine Schützlinge einbrachen, nachdem sie zunächst zwölf der ersten 15 Würfe verwandelt hatten und im zweiten Durchgang mit 52:35 führten. Das Momentum lag lange auf Seiten der Texaner, für die Danny Green im ersten und zweiten Viertel jeweils mit der Sirene traf - vor der Pause sogar von der Mittellinie! Was danach passierte, konnte keiner so recht erklären. Spurs-Guard Tony Parker versuchte es mit: "Das ist Basketball."
Auch bei den Bulls fehlte ein Protagonist, kein Geringerer als Liga-MVP Derrick Rose (Verletzung am großen Zeh). Auch die Bulls konnten dies verschmerzen und nach einer Niederlage in Memphis die Bilanz auf 12:3 aufstocken. Der Ost-Primus fertigte die Phoenix Suns mit 118:97 und bewies einmal mehr Heimstärke (6:0, Siege mit durchschnittlich 19 Punkten Vorsprung). Carlos Boozer machte 26 seiner 31 Punkte in Hälfte eins und stellte eine Saisonbestmarke auf. Der bullige Forward konnte vor der Pause machen, was er wollte - beinahe alles klappte (12 von 15). Früh führte der Altmeister mit 20 und steuerte einem ungefährdeten Erfolg entgegen. "Wir waren extrem fokussiert", so Boozer. "Nach der armseligen Vorstellung zuletzt wollten wir zurückschlagen." Schlecht für die Suns, die im Westen mit 4:9-Siegen deutlich hinter Platz acht liegen. Steve Nash führte die Suns mit 25 Zählern und neun Assists an.
Boozers Ex-Klub Utah Jazz macht derweil weiter positiv von sich reden. Das Team aus dem Mormonenstaat hielt die Los Angeles Clippers (7:4) deutlich mit 108:79 nieder und ist mit 9:4-Siegen Zweiter im Westen. Die Clippers enttäuschten nach dem Coup gegen die Lakers bitter. Paul Millsap glänzte einmal mehr für die Jazz mit 20 Punkten, während bei den ohne Chris Paul angetretenen Kaliforniern Blake Griffin bei einem mageren Double Double (zehn Punkte - nur zwei in Hälfte zwei -, elf Rebounds) hängen blieb - bestens abgeschmirt von eben jenem Millsap.
Imposant, wie Utah Griffin & Co. unter den Körben im Griff hatte und allein in der Zone mit 56:36 "gewann" - darunter 16 Dunks, fünf davon spektakuläre Alley-Oops!
Die Orlando Magic hatte indes ihre Mühe mit Kellerkind Charlotte. Die Bobcats unterlagen knapp mit 89:96, weil der Favorit im Schlussviertel die Nerven behielt und doch noch den fünften Sieg einfahren konnte (insgesamt 10:3). "Superman" Dwight Howard kam auf 25 Zähler und 17 Bretter, Jameer Nelson auf 17 Punkte. Hedo Turkoglu und Von Wafer sammelten jeweils acht Zähler im vierten Durchgang.
Orlando Magic - Charlotte Bobcats 96:89, Cleveland Cavaliers - Golden State Warriors 95:105, Miami Heat - San Antonio Spurs 120:98, Chicago Bulls - Phoenix Suns 118:97, Milwaukee Bucks - Denver Nuggets 95:105, Houston Rockets - Detroit Pistons 97:80, Utah Jazz - Los Angeles Clippers 108:79