
".500", die Mavs-Quote im US-Sprachgebrauch. Es geht aufwärts mit den Dallas Mavericks, die erstmals in dieser Saison auch in der Fremde gewannen und die erschreckend schwachen Leistungen zu Saisonbeginn allmählich vergessen machen. Wobei, das muss ehrlicherweise festgehalten werden: Die Detroit Pistons sind momentan nicht viel mehr als ein Spielball für die Konkurrenz.
Und so gelang es den Mavs, die Partie in Auburn Hills frühzeitig zu entscheiden. Die Reise- und Spielstrapazen waren der Mannschaft von Trainer Rick Carlisle zu keiner Zeit anzumerken. Phasenweise zelebrierte der Meister sein Spiel - Dunkings (Nowitzki!), Traumzuspiele und Alley-Hoops ließen das Publikum staunen.
So stand es zur Pause 52:38, in der zweiten Hälfte konnte Carlisle seine Stars schonen, sodass Nowitzki bei 28 Spielminuten hängen blieb. Dennoch war er bester Werfer seines Teams (18 Punkte). Shawn Marion kam auf 14 Zähler, ein Extralob vom Trainer ("Spieler des Spiels") bekam Neuzugang Delonte West, der den verletzt fehlenden Aufbauspieler Jason Kidd hervorragend vertrat (zehn Assists, fünf Steals). Bei Gastgeber Detroit war vor 10.073 Zuschauern Will Bynum mit 20 Punkten erfolgreichster Schütze.

Einen Führungswechsel gab es am Dienstag in der Eastern Conference. Neuer Spitzenreiter sind die Chicago Bulls, die die Minnesota Timberwolves durch einen energischen Schlussspurt mit 111:100 in Schach hielten und ihre Bilanz auf 9:2-Siege schraubten. Derweil blieben die Miami Heat (8:2) bei den Golden State Warriors in der Verlängerung hängen, zogen mit 106:111 den Kürzeren. Und das trotz des Comebacks des wiedergenesenen Dwyane Wade.
In Minnesota zog das Duell der beiden Spielmacher die Fans in den Bann. Liga-MVP Derrick Rose gegen Newcomer Ricky Rubio. Der Bulls-Superstar gegen das spanische Wunderkind, das an Weihnachten den Sprung in die NBA (endlich) gewagt hatte. Chicago begann furios und erspielte sich einen 24-Punkte-Vorsprung, die Partie schien früh entschieden. Doch als Rubio von der Bank ins Spiel kam, wurde es spannend. Der flinke Iberer setzte dem etablierten Star mächtig zu, sodass Rose bis zum Schluss auf dem Parkett bleiben musste. 31 Punkte und elf Assists standen bei ihm auf dem Konto, 13 Punkte und zwölf Vorlagen bei Rubio.
"Nach dem Start dachten wir, das wird ein gutes Spiel", sagte Rose. "Aber dann lief es doch anders, weil wir unsere Abwehr vernachlässigt haben. Sie haben uns noch schwer zugesetzt." Luol Deng (21/11) und Scharfschütze Kyle Korver (13, drei Dreier) stützten Rose nach Kräften. Luke Ridnour kam für die T-Wolves aus 22 Zähler.
Am Ende war jedoch gegen Rose kein Kraut gewachsen, der sich nach zwischenzeitlicher Schwächephase in den finalen Minuten zu wichtigen Offensivaktionen aufraffte. 2:30 vor Schluss war die Partie nach einem Einhand-Sprungwurf des Point Guards entschieden.
Die Erfolgsserie der Heat riss derweil ausgerechnet beim Comeback von Dwyane Wade. Obwohl der Protagonist des Vizemeisters mit 34 Punkten durchaus glänzen konnte. Beim Sieger Golden State war jedoch Ex-Heat Dorell Wright besonders heiß und zauberte sechs Dreier durch die Reuse (insgesamt 20, dazu zehn Rebounds)! Kurz vor Ende der regulären Spielzeit sorgte Wright aus der Ferne auch für den Ausgleich. In der Overtime setzten sich die Warriors mit 111:106 durch, auch hier traf Wright "von draußen". Miami verspielte indes einen 17-Punkte-Vorsprung leichtfertig. "Ich hab's gefühlt - das wird meine Nacht", sagte Wright hernach und gestand, nach sechs Jahren am South Beach extramotiviert gewesen zu sein. "Natürlich war ich heiß, das war meine alte Mannschaft, da will man gewinnen." Golden State siegte erstmals nach fünf Niederlagen.
Die Heat verloren zum zweiten Mal in dieser Saison. Zu Wades 34 Punkten kamen 26 Zähler von LeBron James hinzu, der "King" sammelte auch elf Rebounds und sieben Vorlagen. In den entscheidenden Momenten versagte er jedoch ebenso wie Kollege Wade. So verfehlte sein Dreierversuch in den letzten Sekunden der Overtime das Ziel. Miamis Siegesserie (drei Erfolge in Reihe) riss ab.
Die Los Angeles Lakers fuhren den siebten Sieg im elften Spiel ein und sind nun schon Dritter im Westen. Gegen die Phoenix Suns gab es am Ende noch ein klares 99:83 - Kobe Bryant erzielte 15 der letzten 17 Punkte der Kalifornier. Sein Endspurt war zuviel für die Suns, die lange Zeit mitgehalten hatten. Am Ende standen satte 48 Zähler für die "Black Mamba" zu Buche - und der siebte Heimsieg in Folge. "Nicht schlecht für den siebtbesten Spieler der Liga", kommentierte Bryant seine Leistung in Bezug auf ein Online-Ranking der 500 besten NBA-Spieler süffisant. Zum fünften Mal in Serie blieb er trotz Problemen mit dem Handgelenk über der 25-Punkte-Marke und ist in der Liga in Sachen Punkteschnitt (29,5) nun Zweiter knapp hinter James (29,7). Schmerzstillende Spritzen machen's möglich. Pau Gasol lieferte indes mit 16/12 ein Double-Double ab.

Die Lachnummer der Liga waren bislang die Washington Wizards. Peinlich berührt müssen deshalb die Toronto Raptors sein, denn die Kanadier sind das erste Team in dieser verkürzten Saison, das gegen die Hauptstädter den Kürzeren zog. Mit 78:93 verloren die Raptors, wohl auch, weil Wizards-Coach Flip Saunders seine Startfünf umgestellt hatte.
Die angeschlagenen Andray Blatche und Rashard Lewis (15 Punkte von der Bank) mussten raus, Rookie Chris Singleton und Trevor Booker rückten rein. Nach neun Monaten konnte wieder gefeiert werden. Nick Young war neben Lewis bester Schütze, seine Freude riesengroß: "Oh Mann fühlt sich das gut an. Es war wie ein Play-off-Spiel."
Detroit Pistons - Dallas Mavericks 86:100
Charlotte Bobcats - Houston Rockets 70:82
Philadelphia 76ers - Sacramento Kings 112:85
Washington Wizards - Toronto Raptors 93:78
Milwaukee Bucks - San Antonio Spurs 106:103
Minnesota Timberwolves - Chicago Bulls 100:111
Memphis Grizzlies - Oklahoma City Thunder 95:100
Utah Jazz - Cleveland Cavaliers 113:105
Portland Trail Blazers - Los Angeles Clippers 105:97
Los Angeles Lakers - Phoenix Suns 99:83
Golden State Warriors - Miami Heat 111:106 n.V.





























